„Wir bewässern nicht“
: Grüner Rasen trotz Hitze – Gartenbauer aus VS kennt entscheidende Tricks

Wegen der lang anhaltenden Dürre schauen viele Gartenbesitzer auch in VS auf eine braune statt auf eine grüne Rasenfläche. Hinzu kommen aktuelle Aufrufe zum sparsamen Umgang mit Wasser. Was also tun?
Von
Cornelia Hellweg
Villingen-Schwenningen
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Dietmar Wildi in seinem Privatgarten: Bäume beschatten den Rasen. Drumherum blüht es in vielen Farben.

Dietmar Wildi in seinem Privatgarten: Überall blüht es, und der Rasen ist noch erstaunlich grün angesichts der Dürre. Das gelingt dank einiger Kniffe.

Cornelia Hellweg
  • Anhaltende Dürre lässt Rasenflächen in VS braun werden – Regen wird für Erholung nötig.
  • Gartenbauer Dietmar Wildi rät: Rasen behalten, höher mähen und nicht düngen bei Hitze.
  • Schatten durch Bäume hilft, Bewässerung ist nicht zwingend. Mähroboter senken Pflegeaufwand.
  • Rollrasen ist schneller, aber teurer. Kunstrasen nur für Teilflächen wie Poolumrandungen.
  • Nachfrage nach hitzeresistenter, insektenfreundlicher Bepflanzung steigt in Villingen-Schwenningen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die gute Nachricht zuerst: „Der Rasen kommt wieder“, sagt Dietmar Wildi von Wildi Landschafts- und Gartenbau in Villingen-Schwenningen. „Es braucht allerdings ein paar Tage Regen.“ Und der macht sich jetzt schon sehr lange ausgesprochen rar. Ein Wetterumschwung kann es in der kommenden Woche geben. Die Vorhersagen gehen von deutlich sinkenden Temperaturen und Niederschlägen aus. Die Frage ist, wie viel und wie lange.

Sollte man angesichts sich ändernder klimatischer Bedingungen überhaupt noch im Garten Rasen anlegen? „Auf jeden Fall“, sagt Wildi. Viele seiner Kunden lieben ihren Rasen. Das ist aus seiner Erfahrung mehr als ein persönliches Steckenpferd. „Rasen ist die einfachste Fläche zum Pflegen.“ Zudem strahle es eine gewisse Großzügigkeit aus. Und der praktische Nutzen bestehe in einer Spielfläche für Kinder und einem Aufenthaltsort für die ganze Familie. Auch die Herstellungskosten seien oft günstiger als bei Anpflanzungen.

„Rollrasen ist schneller fertig als neuen Rasen anzusäen, aber eben auch teurer.“  Beim Ansäen komme Unkraut mit hoch, was den Pflegeaufwand erhöht, bis eine schöne Grünfläche entstanden ist. Kunstrasen sei eine Möglichkeit, aber manche empfänden den Geruch als störend. „Kunstrasen kann man für Teilflächen auf dem Gartengrundstück in Betracht ziehen, zum Beispiel für die Umrandung eines Pools“, erläutert Dietmar Wildi.

Wann Kunstrasen besser ist

Schaut man auf den Rasen in Wildis Privatgarten, blickt man auf eine überwiegend grüne Fläche, kaum vertrocknetes Braun. „Wir bewässern nicht. Es macht viel aus, ob Rasen beispielsweise durch Bäume beschattet wird.“ Den Rasen sollte man außerdem nicht zu kurz mähen. Das Aufbringen von Dünger mache bei Hitze nicht nur keinen Sinn, sondern sei sogar eher schädlich.

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Wer Rasenroboter nutzt, kann den regelmäßigen Pflegeaufwand verringern. Weniger Aufträge dadurch für Betriebe wie den von Wildi? „Bei mehr Technik im Garten ist wiederum Expertentum gefragt.“ Mähroboter einrichten und warten, Zisternen, Teichfilter oder Wasserelemente – alles Themen, bei denen auch seine Expertise und die seiner Mitarbeiter gefragt ist.

Die ausgetrocknete Rasenfläche im Schwenninger Mauthepark. So sieht es auch in manchem Privatgarten aus.

Die ausgetrocknete Rasenfläche im Schwenninger Mauthepark. So sieht es auch in manchem Privatgarten aus.

Cornelia Hellweg

Wer seinen Garten anlegt oder umgestaltet, setzt auch auf Fachfirmen. Wildi berichtet von Kunden, die in ihre Gärten investieren und es sich zu Hause so richtig schön machen, anstatt längerer Urlaubsfahrten, die – auch altersbedingt – nicht mehr in Frage kommen.

Gartengestaltung durch Profis – lohnt sich das?

Gartengestaltung ist mittlerweile in einer Reihe von Fernseh-Formaten ein Thema. Dazu zählt beispielsweise das „Duell der Gartenprofis“ (ZDF): Hier sind Profigärtner zur Stelle, wenn Familien ihren Außenbereich „in wahre Gartenparadiese“ umgestalten lassen möchten. Sie haben die Auswahl zwischen zwei Entwürfen zweier Experten – einer davon wird dann umgesetzt. „Durch Eigenleistung kann man die Kosten senken für die Gartengestaltung durch einen Profi“, sagt Dietmar Wildi.

Der Klimawandel ist in heimischen Gärten angekommen. Die Nachfrage nach einer hitzeresistenten und insektenfreundlichen Bepflanzung sei spürbar. „Da wird stark darauf geschaut.“

Mehr Grün in die Städte – eine Forderung, die Wildi gerne in Villingen-Schwenningen umgesetzt sähe. Als CDU-Gemeinderat hat er Gelegenheit, dieses Thema in Fraktion und im Kommunalparlament zu platzieren. Denn der Einsatz von Stadtgrün gefällt nicht nur dem Betrachter, sondern wird von Experten mittlerweile als wichtiger Beitrag dazu angesehen, dass sich Städte nicht so stark aufheizen.

Bis 2025 will Villingen-Schwenningen klimaneutral sein

„Mehr Bäume pflanzen, mehr Holzbauweise“, nennt er als zwei umsetzbare Faktoren. Dazu müsse man auch alte Zöpfe abschneiden, beispielsweise bei Vergaberichtlinien. Mehr Stadtgrün trage dazu bei, CO₂ zu binden.

Die Stadt VS will bis zum Jahr 2035 klimaneutral sein. Beim Thema Hitzeschutz ist man hier noch ganz am Anfang. Dass Grün nicht nur Pflegekosten verursacht, sondern sogar zusätzlichen Nutzen entfalten kann – da fängt die Diskussion im Gemeinderat wohl erst an.