Wegen GKV-Reform
: Sanitätshäuser in VS schlagen Alarm

Sanitätshäuser aus der Region kritisieren die geplante GKV-Reform und das Beitragsstabilisierungsgesetz. Welche Auswirkungen die Einführung auf Patienten haben könnte, erklären vier Geschäftsführer.
Von
Lukas Podolski
Villingen-Schwenningen
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Markus Piro, Jörg Reichmann, Manuel Bauer und Roland Schmid äußern sich zu den geplanten Maßnahmen des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz.

Markus Piro (von links), Jörg Reichmann, Manuel Bauer und Roland Schmid äußern sich zu den geplanten Maßnahmen des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes.

Lukas Podolski
  • Sanitätshäuser in VS kritisieren die GKV-Reform – Fokus auf das Beitragsstabilisierungsgesetz.
  • Kernpunkt: geplanter pauschaler Abschlag von drei Prozent auf Hilfsmittelvergütungen.
  • Betriebe warnen vor wirtschaftlichen Einbußen und sinkender Versorgungsqualität.
  • Geschäftsführer Schmid, Bauer, Reichmann und Piro sehen Personal- und Ausbildungsrisiken.
  • Gesetz ist in der zweiten Lesung und soll zum Jahresbeginn für zwei Jahre gelten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Sanitätshäuser in der Region schlagen Alarm. Sie reagieren mit deutlicher Kritik auf die im Rahmen der GKV-Reform geplanten Maßnahmen des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes. Besonders der pauschale Abschlag von drei Prozent auf die Vergütung von Hilfsmitteln bereitet den Betrieben große Sorgen. Sie befürchten wirtschaftliche Einbußen und warnen vor Folgen für die wohnortnahe Versorgung von Patienten. Hintergrund des Gesetzes ist die angespannte Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung. Mit der Reform sollen die Ausgaben begrenzt und die Beitragssätze stabil gehalten werden.

„Wir haben große Sorgen“, so Roland Schmid, Geschäftsführer der Firma Schlather. Auch Manuel Bauer, ebenfalls Geschäftsführer der Firma Schlather, sowie Jörg Reichmann, Geschäftsführer des Sanitätshauses Reichmann, und Markus Piro, Geschäftsführer des Orthopädie Vital Zentrums Piro, sehen die geplanten Maßnahmen kritisch.

Der Abschlag mag gering klingen, werde jedoch nicht auf den Gewinn bezogen, sondern betreffe direkt die Einnahmen, erklärt Schmid. Die Kosten für Material, Personal, Energie und Mieten bleiben dabei bestehen. Je nach Betrieb könne dadurch ein großer Teil oder sogar das gesamte Jahresergebnis aufgezehrt werden. Für Schmid sind die Pläne daher „keine Reform, sondern Sparmaßnahmen“.

Reichmann warnt vor allem vor Einbußen bei der Versorgungsqualität. Besonders kleine und mittlere Unternehmen seien von den geplanten Kürzungen stark betroffen.

Auch Patienten betroffen

Piro sieht auch die Patienten von den Folgen betroffen. Durch den Abschlag gingen Einnahmen verloren. Dadurch werde es schwieriger, neues Personal einzustellen. Ein geringerer Personalbestand könne sich wiederum auf Öffnungszeiten und Wartezeiten für Patienten auswirken. Zudem sieht er die Ausbildung von Fachkräften gefährdet. Sollte die wirtschaftliche Belastung weiterhin steigen, sei fraglich, ob die Betriebe auch künftig im bisherigen Umfang Ausbildungsplätze anbieten können.

Piro erklärt, das Gesetz befinde sich derzeit in der zweiten Lesung. Eine Verabschiedung noch vor der Sommerpause werde angestrebt. Es solle dann zum Jahresbeginn in Kraft treten und zunächst für zwei Jahre gelten. Die Geschäftsführer zweifeln jedoch daran, dass die Regelung nach Ablauf der vorgesehenen zwei Jahre wieder aufgehoben wird.

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