VS wählt am 4. Oktober
: Jürgen Roth startet mit Stadtstimmen in den Wahlkampf

Oberbürgermeister Jürgen Roth markiert sein Revier: Mit „Stadtstimmen" von Bürgern startet er seinen Wahlkampf zur OB-Wahl am 4. Oktober – und verzichtet auf einen Urlaub, oder eben nicht.
Von
Cornelia Spitz
Villingen-Schwenningen
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Jürgen Roth (Bildmitte) wird eingerahmt von "seinen" Stadtstimmen: (von links) Marven Strittmatter, Gabriele Cernoch-Reich, Jutta Doran und Joshua Zivkovic. Auf seiner neuen Internetseite sammelt der OB-Kandidat noch weitere Stadtstimmen ein.

Jürgen Roth (Bildmitte) wird eingerahmt von "seinen" Stadtstimmen: (von links) Marven Strittmatter, Gabriele Cernoch-Reich, Jutta Doran und Joshua Zivkovic. Auf seiner neuen Internetseite sammelt der OB-Kandidat noch weitere Stadtstimmen ein.

Cornelia Spitz
  • OB Jürgen Roth startet seinen Wahlkampf mit „Stadtstimmen“ aus Villingen-Schwenningen.
  • Er sammelt Unterstützer auf juergen-roth.info und finanziert den Wahlkampf selbst.
  • Vier Unterstützer loben Einsatz für Wirtschaft, Kitas, Straßen, Kultur und Vereine.
  • Rössle-Kauf, Straßensanierung und Kita-Ausbau nennt er als Erfolge.
  • Am 1. August um 0.01 Uhr will er seine Bewerbung einwerfen – Urlaub ersetzt eine VS-Tour.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Noch ehe für die mögliche Konkurrenz mit dem Beginn der Bewerbungsfrist am 1. August der Startschuss fällt, markiert der amtierende Oberbürgermeister Jürgen Roth als Platzhirsch sein Revier. Als aktueller OB und Kandidat für die nächsten acht Jahre kann er aus dem Vollen schöpfen: Er sammelt „Stadtstimmen“ aus Villingen-Schwenningen und stellt damit im Grunde sein wohl stärkstes Wahlkampfteam auf. Eingerahmt von vieren davon sitzt er im Café am Riettor in Villingen und gibt seine Eröffnungspressekonferenz.

Jeder darf mitmachen. Aber: Wer Rot sieht, wenn er Roth sieht, der ist hier falsch. Stattdessen meinen die Stadtstimmen es außerordentlich gut mit ihm. Jutta Doran, Hotel-Betreiberin aus Schwenningen, Capitol-Betreiber Joshua Zivkovic, Wahlkämpfer von Roths erster Stunde Marven Strittmatter und die engagierte Ehrenamtliche Gabriele Cernoch-Reich erklingen an diesem Montag als Erste von Roths Stadtstimmen. Weitere sollen folgen.

Jürgen Roth bei seiner Vereidigung im Jahr 2019: Der frühere Tuninger Bürgermeister hatte es im zweiten Wahlgang geschafft, sich gegen mehrere Mitbewerber durchzusetzen. (Archivfoto)

Jürgen Roth bei seiner Vereidigung im Jahr 2019: Der frühere Tuninger Bürgermeister hatte es im zweiten Wahlgang geschafft, sich gegen mehrere Mitbewerber durchzusetzen. (Archivfoto)

Marc Eich

Sie alle sollen ihn bis zur OB-Wahl am 4. Oktober tragen. Und wenn es nach Jürgen Roth geht, dann muss daraus gar nicht erst ein „Kampf“ werden, denn einen Konkurrenten, den wünscht er sich nicht unbedingt: „Ich brauche keinen und er – oder sie – braucht auch nicht zu kommen“, sagt er und lacht. Mitmachen in seinem Team darf indes jeder – die Homepage steht bereits unter juergen-roth.info und auch Spenden sind willkommen. Der Wahlkampf für schätzungsweise 120.000 Euro „plus X“, so Jürgen Roth, gehe natürlich hundertprozentig auf seine Kosten.

Gut gelaunt zum Wahlkampfstart

Jürgen Roth ist gut gelaunt am offiziellen Tag zwei seines Wahlkampfs. Auch, aber nicht ausschließlich dafür verantwortlich sein mag der gelöste Auftakt am Vortag: Es gab ein Weißwurst-Frühstück im Capitol, erzählt er und freut sich über „50 bis 60“ Unterstützer dabei. Amtsmüde sei er, wie er am Sonntag betonte, keineswegs. Im Gegenteil: „Jeden Morgen“ gehe er noch „mit Freude“ ins Rathaus, „weil ich diese Aufgabe und die Menschen in VS liebe“.

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Kein Wunder also, dass er seinen zweiten VS-Wahlkampf auf Menschen aufbaut. Eben jene Stadtstimmen, denen er in den nächsten Wochen eine Stimme geben will, wenn sie erzählen, warum sie ihm die ihre geben.

Vier Stimmen erklingen

Jutta Doran spricht als Erste. Weil die Entwicklung der Stadt ihr wichtig sei, sei Roth der richtige Mann: „Er erkennt Probleme und packt sie auch an“ – egal ob in Sachen Wirtschaft, Infrastruktur oder Bildung. 25 Jahre habe das Rössle beispielsweise leer gestanden – „und endlich passiert da was. Er ist ein Macher.“ Sie erwarte ihr erstes Enkelkind, „da ist es uns als Einwohner wichtig, dass für die Zukunft etwas getan wird“.

Joshua Zivkovic erinnerte sich an seine erste Begegnung mit Roth. Sozusagen als junger Wilder in der Kultur habe er dessen OB-Kanal in den Sozialen Medien bei einem seiner Beiträge einfach mal markiert nach dem Motto „Wann machen wir mal was zusammen?“. Es habe nicht lange gedauert, dann habe sich Roth gemeldet. Der scheue im Übrigen kaum vor etwas zurück, sei regelrecht unterhaltsam. Sogar zur Döner-Challenge habe er sich unlängst ja bereiterklärt. „Da habe ich Bock drauf, noch weitere achteinhalb Jahre“, konstatiert der Capitol-Betreiber.

Mit am längsten im Team Roth dürfte Marven Strittmatter sitzen. Schon bei Roths ersten Wahlkampf war er mit von der Partie, damals als Student. Bei jedem Heckenfest sei Roth aufgeschlagen. Und ja,  er habe gedacht, das sei nun mal das übliche Prozedere im Wahlkampf. Aber: „Er macht das noch immer, man trifft ihn überall“, zollt er dessen Ausdauer Respekt und freut sich, dass er obendrein richtig viel bewege – über 400 Kita-Plätze seien aktuell im Bau, mehr als 40.000 Quadratmeter Fahrbahnbelag saniert, und das Glasfasernetz wachse.

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Gabriele Cernoch-Reich berichtete als Ehrenamtliche. Jürgen Roth nehme sich der Sorgen und Nöte der Vereine an, meint sie als stellvertretende Vorsitzende des Basketballvereins. „Er sagt, er kümmert sich und tut das dann auch“ – manchmal schneller als gedacht. Als sie mit der Initiative für ein schönes Schilterhäusle den OB nämlich zu einer kaputten Bank führen wollte, staunte sie nicht schlecht: Das gute Stück war bereits ausgewechselt worden.

Manchmal beißt er sich auch die Zähne aus

Jürgen Roth nickt lächelnd. Manches in seinen ersten acht Jahren als Doppelstadt-OB sei tatsächlich gut gelungen – wenn er drei nennen müsste, wären das die sanierten Straßen, die Arbeit für die Kitas in VS, wo Freude und Leid manchmal nahe beieinander lägen, aber viel bewegt worden sei, und der Rössle-Kauf – „das war kein einfacher Prozess, aber wir haben das toll hinbekommen“.

Und ja doch, an manchem habe er sich „bestimmt“ auch die Zähne ausgebissen. Er überlegt bei dieser Frage, schnauft, dann fällt es ihm wieder ein: die leidige Debatte um die Außenbewirtschaftung in Färberstraße und Co. Manchmal sei man eben „fremdbestimmt“, konstatiert er und zuckt die Schultern, „das ist dann auch niemandem zu erklären“.

Ob der Urlaub für den Oberbürgermeister jetzt gänzlich gestrichen ist angesichts des heißen Wahlkampfphase bis zum 4. Oktober? Jürgen Roth lacht. „Ich mache eine schöne, sechswöchige Rundreise“ – mitten durch VS. Die erste Station dabei: das Villinger Rathaus, am 1. August um 0.01 Uhr – dann nämlich will Jürgen Roth seine Bewerbungsunterlagen einwerfen um sich möglichst die Pole-Position auf dem Wahlzettel zu sichern.