Villingen während des Zweiten Weltkriegs
: Auf dem Hubenloch sollte eine Bunkeranlage entstehen

Was tun, wenn Fliegeralarm droht, aber kaum Keller vorhanden sind? Diese Frage stellte sich in Villingen während des Zweiten Weltkriegs besonders dringlich.
Von
red/pm
Villingen-Schwenningen
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Seit 1940 ist es in Villingen zu Fliegeralarmen gekommen. Von 1944 bis zum Kriegsende wurde besonders häufig Alarm ausgelöst. Durch Luftangriffe wurden insgesamt 55 Gebäude vollständig oder schwer beschädigt. Ein Schwerpunkt der Angriffe lag auf dem Bahnhof der Stadt. Hier das getroffene Bahnhofsgebäude nach den Angriffen im Februar 1945. (Foto: Stadtarchiv VS; Abdruck: honorarfrei)

Seit 1940 ist es in Villingen zu Fliegeralarmen gekommen. Von 1944 bis zum Kriegsende wurde besonders häufig Alarm ausgelöst. Durch Luftangriffe wurden insgesamt 55 Gebäude vollständig oder schwer beschädigt. Ein Schwerpunkt der Angriffe lag auf dem Bahnhof der Stadt. Hier das getroffene Bahnhofsgebäude nach den Angriffen im Februar 1945.

Stadtarchiv VS
  • Villingen plante im Zweiten Weltkrieg eine Bunkeranlage unter dem Hubenloch.
  • Auslöser waren häufige Fliegeralarme ab 1940 und viele zerstörte Gebäude, vor allem am Bahnhof.
  • Wegen weniger Keller wurden Keller zu Schutzräumen umgebaut – später entstanden Deckungsgräben.
  • 1944 begann der Bau mit drei Eingängen; vorgesehen waren Stollen für etwa 2800 Menschen.
  • Teile der Stollen brachen ein und wurden nach Kriegsende verfüllt – die Anlage blieb unvollendet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Archivale des Monats Oktober des Stadtarchivs Villingen-Schwenningen führt mit den Plänen der Bunkeranlage unter dem Hubenloch in Villingen mitten in diese schwierige Situation.

„Wegen des hohen Grundwasserspiegels gab es in der Innenstadt nur wenige Kellerräume. Die vorhandenen Keller waren bereits ab 1940 zu Luftschutzräumen umfunktioniert worden. Eigentümer privater Keller mussten sie der Bevölkerung unentgeltlich als Schutzräume zur Verfügung stellen“, schildert das Stadtarchiv die damalige Lage.

Zusätzlichen Schutz boten später Deckungsgräben, etwa auf dem Platz vor dem Franziskanermuseum – dem damaligen Platz des 30. Januar – oder am Paradiesplatz. Sie schützten vor Splittern, Trümmern und Feuer, boten bei Bombeneinschlägen jedoch kaum Sicherheit.

Anfang 1944 wurde deshalb eine weitaus größere Lösung geplant: Unter dem Hubenloch sollte eine Bunkeranlage mit mehreren Stollen entstehen. Die unterirdischen Schutzräume sollten so tief im Muschelkalkgestein liegen, dass sie sowohl die Bewohner der Innenstadt als auch der Südstadt vor Fliegerbombenangriffen schützten.

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Für 2800 Menschen

Der Bau war in zwei Abschnitten geplant. Im ersten Bauabschnitt sollten nahe dem Romäusring drei voneinander getrennte Eingänge entstehen. Nach dessen Fertigstellung hätten dort rund 1500 Menschen Schutz finden können. Die gesamte Anlage war sogar für etwa 2800 Personen ausgelegt. Vorgesehen waren außerdem Toiletten, Wasserversorgung, Beleuchtung und eine elektrische Heizung.

Die Pläne zeigen, wie groß die Anlage gedacht war – und wie schwierig ihre Umsetzung. Wegen des kriegsbedingten Mangels an Eisen sollte der Ausbau vollständig in Beton erfolgen. Die Stollen wurden mit größerem Abstand voneinander geplant, damit das Muschelkalkgestein des Hubenlochs nicht ins Rutschen geriet.

1944 begonnen

Mit dem Bau der drei Eingänge wurde noch Ende 1944 begonnen. Die bergmännischen Arbeiten wurden überwiegend von Kriegsgefangenen aus dem Stalag V B ausgeführt. Akten aus den 1960er- und 1970er-Jahren berichten, dass bereits ein Teil der Stollen fertiggestellt war.

Doch die unvollendete Anlage entwickelte sich zunehmend selbst zur Gefahr: An einem Eingang waren Stollenabschnitte an mehreren Stellen eingebrochen, am Hang des Hubenlochs kam es zu Erdsenkungen. Ein weiterer Stollen war nach dem Krieg mit Erde verfüllt worden. Weil sich diese setzte, entstanden gefährliche Hohlräume und Kriechgänge. Um die Gefahr zu beseitigen, wurden die Stollen verfüllt.

Der Bunker unter dem Hubenloch blieb unvollendet. Seine Planung und die erhaltenen Unterlagen erzählen jedoch eindrücklich davon, wie sehr der Luftkrieg den Alltag bestimmte.