Verabschiedung von Klaus Martin
: Einsatz für Obereschach und die Bürger

20 Jahre hat sich Klaus Martin als Obereschacher Ortsvorsteher eingesetzt. Die Abschiedsfeier zum Ende seiner Amtszeit entpuppte sich eher als Jubiläumsabend, da er noch ein Jahr dranhängt. Was er in all der Zeit bewirkte, ließen Wegbegleiter Revue passieren.
Von
Martina Zieglwalner
Oberndorf
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Zahlreiche Wegbegleiter waren zur Abschiedsfeier von Klaus Martin als Obereschacher Ortsvorsteher in die Turn- und Festhalle gekommen, darunter der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel (Dritter von rechts), der frühere CDU-Landtagsabgeordnete Franz Schuhmacher (Zweiter von rechts) und Landrat Sven Hinterseh (rechts).

Martina Zieglwalner

Ein Leben für die Politik und die Entwicklung der Stadt samt der Ortschaften, insbesondere für „sein“ Obereschach, stand im Mittelpunkt des Festakts zur offiziellen Verabschiedung von Klaus Martin als Obereschacher Ortsvorsteher.

Dass es aber eigentlich kein Abschied war und er mit seiner Bereitschaft, mangels Nachfolger noch ein Jahr dranzuhängen, alle Redner in die Bredouille gebracht hatte und mancher noch schnell die Laudatio umschreiben musste, zog sich wie ein roter Faden durch den Abend. So machten kurzerhand alle einen Jubiläumsabend daraus: die Feier zum 20-jährigen Engagement an der Spitze von Obereschach.

Wie sehr sich Martin für den Ort und seine Bürger über all die Jahre eingesetzt hat, war in allen Ansprachen spürbar. Zum Ende der Amtszeit hatten die beiden stellvertretenden Ortsvorsteher Kurt Weiß und Wolfgang Zimmermann zusammen mit den Ortschaftsräten einen Abend in herzlicher Atmosphäre in der Turn- und Festhalle organisiert, den eine Abordnung der Musik- und Trachtenkapelle umrahmte.

Erwin Teufel als Ehrengast

Unter den Gästen hatten sich viele Wegbegleiter eingefunden, so der ehemalige Ministerpräsident Erwin Teufel, die früheren CDU-Landtagsabgeordneten Franz Schuhmacher und Karl Rombach, die Ortsvorsteher-Kollegen, aktuelle und frühere Mitarbeiter der Stadt- und Ortsverwaltung ebenso wie Vertreter von Vereinen, Organisationen und Institutionen aus Obereschach.

An die zahlreichen Projekte, die Martin im Ort angestoßen und umgesetzt hat, erinnerte Kurt Weiß. Zusammen mit Zimmermann war er ihm die ganze Zeit über als stellvertretender Ortsvorsteher zur Seite gestanden, seit Klaus und Stefanie Martin 2003 aus Triberg in den Ort gezogen waren und schnell eine neue Heimat gefunden hatten. Ob die Sanierung des Vereinshauses altes Schulhaus, die Ausweisung neuer Bauplätze, der Ausbau der Breitbandversorgung oder die 750-Jahr-Feier, vieles trage seine Handschrift. Auch im Namen der Vereinsgemeinschaft würdigte Weiß den Einsatz von Martin, dem ein funktionierendes Vereinsleben am Herzen liege. „Du warst für unsere Stadtbezirke, für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger und für unsere Vereine ein Segen“, lautete sein Fazit.

Würdigten im Namen des Ortschaftsrats und der Vereine den Einsatz von Klaus Martin (Zweiter von rechts) und seiner Frau Stefanie für den Ort und seine Bürger: die beiden stellvertretenden Ortsvorsteher Wolfgang Zimmerman (links) und Kurt Weiß, die ihm einen Gutschein für eine Wellnessreise samt Hiddelesgeld überreichten.

Foto: Martina Zieglwalner

Der Schwarzwald-Baar-Kreis könne froh sein, dass sich ein solcher Mensch, der durch und durch ein Homo Politicus sei, für die Region und ihre Einwohner tätig war, betonte Landrat Sven Hinterseh. Er habe seine ganze Erfahrung auch aus der Zeit als Triberger Bürgermeister eingebracht, als Wortführer der CDU zudem die Entscheidungen des Kreistages mit geprägt und den Gestaltungsspielraum genutzt.

Durchaus auch streitbar

Dass Martin als Ortsvorsteher und Gemeinderat durchaus streitbar und nicht jede Diskussion mit ihm eine Freude gewesen sei, gab Oberbürgermeister Jürgen Roth zu. Aber es sei ihm immer um die Sache gegangen er sei stets fair, offen und ehrlich gewesen, stellte Roth fest, der auch die ein oder andere lustige Begebenheit verriet. Silke Lorke hatte als Vertreterin der Ortsvorsteher ebenfalls humorvolle Anekdoten aus den Treffen unter den Kollegen parat. Seine Meinung und Vorschläge hätten alle geschätzt. Martin habe für die Ortschaften und das Fortbestehen ihrer Struktur gekämpft.

„Und als Bürgermeister von Triberg hattest du manche Kniffe drauf, von denen wir profitieren konnten“, verriet sie. Dank gelte ihm für seine vielen kreativen Ideen und die Kompetenz, mit der er sich für den Erhalt lebendiger Ortschaften stark gemacht habe.

Breite Unterstützung im Ort und darüber hinaus

Diese erfolgreiche Arbeit sei nur möglich gewesen, weil er eine breite Unterstützung im Ort und darüber hinaus bekomme habe, erklärte Martin. „Es war ein großes Glück, dass mir Menschen zur Seite standen, die mich inspiriert haben.“ Er nahm die Zuhörer mit auf eine Reise zu einigen Stationen seiner politischen Karriere und schilderte in persönlichen Worten, wie sehr ihn viele seiner Gäste begleitet und geprägt haben. Allen voran der frühere Ministerpräsident Teufel, der ihm seit den ersten Kontakten in den 70er-Jahren ein Vorbild gewesen sei, weil sein Reden und Handeln übereingestimmt hätten. Martin blickte auf die Berührungspunkte und Begegnungen, die seinen Lebensweg mit geprägt haben.

Es seien herausfordernde und spannende Jahre gewesen. „Ja, und manchmal habe ich auch genervt“, bekannte Martin. „Ich nerve, bis sich etwas ändert, weil mir die Menschen nicht egal sind“, ging er auf seine Motivation ein, kommunalpolitisch mitwirken zu wollen.

Zusammenhalt gefordert

Sein Dank gelte allen, die sich für Obereschach einsetzen. „Wir sind unschlagbar, wenn wir zusammenstehen“, gab er allen mit auf den weiteren Weg. Das gelte auch für die Familie, allen voran seine Frau Stefanie, die ihn stets unterstützt habe. Mit Bildern ließ er seine Zeit als Ortsvorsteher Revue passieren und rief Meilensteine für Obereschach ins Gedächtnis. „Isch over,“ hieß es da am Ende.

Der laute Applaus der Besucher zeigte die Wertschätzung, die er weit über Obereschach hinaus genießt. Und ganz vorbei ist es ja noch nicht – ein weiteres Jahr bleibt Klaus Martin als Ortsvorsteher im Amt. Eine erneute Abschiedsfeier soll es 2025 aber nicht mehr geben, versicherte er ein ums andere Mal.

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