„Urlaub daheim“ in Schwenningen: Was die Besucher am Stadtstrand lieben – und was nicht funktioniert

Stimmungsvoll wirkt der Stadtstrand auf dem Schwenninger Muslenplatz besonders am Abend.
Mareike Kratt- Stadtstrand auf dem Muslenplatz zieht viele an – am Abend steigt die Besucherzahl bei Hitze.
- Organisatoren melden positives Feedback. Programm trotz Sparvorgaben vielseitig.
- Musikabende, Workshops und Tanz kamen an, doch Comedy Night passte nicht zum Konzept.
- Poetry Slam am 26. August entfiel. Getränkeverkauf läuft stark, vor allem geeister Wein.
- Einige bringen eigenes Vesper mit. Fortsetzung hängt von nächster Haushaltsrunde ab.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Sonne, Cocktails und Urlaubsstimmung: Bei der vierten Ausgabe des großen Sommer-Events in Schwenningen mögen all diese Aspekte rein oberflächlich zutreffen – denn zumindest das Wetter spielte allen Akteuren bisher vollends in die Karten.
Oder doch nicht? „Es ist fast schon zu heiß“, sagt eine Schwenningerin im Gespräch mit unserer Redaktion, die an diesem lauen Sommerabend eigentlich noch mehr Besucher erwartet hätte. Cinja Schwer, Projektleiterin bei der Wirtschaft, Tourismus und Räume der Stadt VS (WIR VS), die bisher glücklich mit der Zwischenbilanz des Stadtstrands 2026 ist, beobachtet, dass sich die Besucherfrequenz bei hohen Temperaturen nach hinten verschiebt, wenn die Sonne nicht mehr mit voller Wucht auf den Platz scheint.
Viel positives Feedback von den Stadtstrand-Besuchern
Ansonsten freut sie sich: „Es ist immer etwas los und wir bekommen total positives Feedback.“ Das Konzept und die Infrastruktur sind ähnlich wie in den Vorjahren auf dem Muslenplatz: Rund um den großen Sandkasten wird geplaudert, getrunken und gegessen, ein wöchentlich wechselnder Foodtruck mit Standort unterhalb des Muslenzentrums bietet Snacks und Streetfood, vis-à-vis die Strandbar von Cocktailchef Schwarzwald-Baar-Kreis verschiedene Getränke an.
Dazu das Programm, das diesmal in Mottowochen unterteilt ist und mit Musik, Workshops und diversen anderen Auftritten die Bühne am Rand des Sandkastens bespielt und die Besucher auch zum Mitmachen animiert. In der WIR VS ist man froh, trotz Haushaltskürzungen ein vielseitiges Programm hinbekommen zu haben. Dennoch gibt Cinja Schwer den Mehraufwand im Vorfeld zu. „Wir mussten kreativ sein, damit der Strand attraktiv und qualitativ hochwertig bleibt.“
Warum einzelne Veranstaltungen floppen
Gut angekommen seien bisher die Musikabende mit regionalen Künstlern wie Sebastian Schnitzer oder Matthias Rapp, ebenso die Workshops oder die Tanzabende mit der Tanzschule Seidel. Nicht die erhoffte Resonanz erhalten haben hingegen andere, neue Veranstaltungsformate wie die Newcomer Comedy Night. Ein Versuch, der gezeigt habe, dass aufmerksames Zuhören und Interagieren für das Stadtstrand-Konzept nicht geeignet sind, analysiert derweil Anna-Maria Schafbuch von Cocktailchef.

Projektleiterin Cinja Schwer von der WIR VS zeigt sich bisher äußerst zufrieden mit der Stadtstrand-Bilanz.
Mareike KrattDie Unternehmerin und ihr Geschäftspartner Janik Ebding unterstützen in diesem Jahr erstmals das Programm mit dem Ausrichten mehrerer Veranstaltungen. „Ein voller Strand, aber nicht genügend Aufmerksamkeit für die Künstler“, bedauert sie. Für die Besucher sei der Stadtstrand in erster Linie Feierabendprogramm. Dass diesmal gemafreie Musik als Hintergrundmusik laufe, würden viele begrüßen. „Wir probieren aus und lernen draus“, erklärt unterdessen Cinja Schwer das „Trial and Errow“-Prinzip.
Poetry Slam wird abgesagt
Die Konsequenz: Den geplanten Poetry Slam am 26. August haben die Veranstalter schon abgesagt. Dennoch ist Anna-Maria Schafbuch positiv gestimmt: „Trotz Sparprogramm haben wir's bisher gerockt.“ Auch in Sachen Getränke – egal ob geeiste Schorle, Sarti Spritz oder Cocktail – ist sie mit dem Verkauf bisher höchst zufrieden. Vor allem der geeiste Wein sei an den heißen Tagen „weg wie warme Semmel gegangen“.
„Wir brauchen hier nicht viel Programm, weil wir uns vor allem unterhalten und die Atmosphäre genießen wollen“, sagt derweil das Ehepaar Dreischorn, das mindestens ein paar pro Woche auf dem Muslenplatz mit Freunden anzutreffen ist. Im Liegestuhl zu sitzen und der Hintergrundmusik zu lauschen, das sei wie „Urlaub daheim“, freut sich Ursula Binder, dass der Stadtstrand zu einer festen Institution im Sommer geworden ist.
Cinja Schwer beobachtet zudem immer mehr, dass die Besucher den Stadtstrand auch ohne Bar und Foodtruck nutzen – und stattdessen ihr eigenes Vesper und Getränke mitbringen und es sich im Strandkorb gemütlich machen. „Wir wollen Anreize schaffen, und die Besucher dürfen es nach ihrem eigenen Bedarf nutzen – oder auch nicht.“
Was ist mit einer Neuauflage 2027?
Noch zehn Tage lockt der Stadtstrand mit Internationaler Woche sowie Streetfood Festival auf den Muslenplatz – aber was ist danach? Wird's im nächsten Jahr eine Fortsetzung geben? Erstmal bleibe abzuwarten, was mit der nächsten Haushaltsrunde ist, blickt Cinja Schwer mit etwas bangem Blick voraus. Wenn die WIR wiederum die Möglichkeit bekomme, werde es auf jeden Fall wieder einen Stadtstrand geben.
„Wir hoffen, dass auch 2027 wieder soviel Lebensfreude nach Schwenningen kommen darf“, sagt derweil Anna-Maria Schafbuch, die gleichzeitig auf die Banner mit QR-Code am Rand des Muslenplatzes verweist, über den Besucher ihr Feedback abgeben können. Darauf seien die Veranstalter angewiesen – damit die Entscheidungsträger sehen, „dass der Stadtstrand gelebt wird und den Besuchern ganz viel zurückgibt“.
Allmählich geht's in den Stadtstrand-Schlussspurt
Der Stadtsstrand lockt noch bis Sonntag, 30. August, auf den Schwenninger Muslenplatz. Genaue Infos zur anstehenden Internationalen Woche und dem Streetfood Festival gibt's unter www.villingen-schwenningen.de/wirtschaft-investieren/standort-vs/stadtstrand.

