Umweltzentrum Schwenningen
: Toto-Lotto-Geld fließt auf Möglingshöhe

Große Freude herrscht beim Umweltzentrum Schwarzwald-Baar-Neckar in Schwenningen.
Von
Jochen Schwillo
Oberndorf
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Das Umweltzentrum Schwarzwald-Baar-Neckar in Schwenningen profitiert künftig von Wettmittelfonds von Toto-Lotto. Hierüber freuen sich (von links), Manuel Straub von den Wolfbach-Rolli, Angie-Diane Manton Hausleitung Umweltzentrum, Cornelia Kunkis, Anita Sperle-Fleig, Armin Schott, vom Trägerverein Umweltzentrum, Markus Rösler der finanz- und naturschutzpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Michael Neuenhagen, Vorsitzender Trägerverein Umweltzentrum, Martina Braun, Grüne-Landtagsabgeordnete und Landrat Sven Hinterseh.

Jochen Schwillo

Die Einrichtung auf der Schwenninger Möglingshöhe erhält künftig eine jährliche Förderung von 125 000 Euro aus den Wettmittelfonds von Toto-Lotto Baden-Württemberg.

Rückwirkend für das Jahr 2025 kommen zusätzlich rund 117 000 Euro hinzu. Den Zuwendungsbescheid überbrachte Markus Rösler, finanz- und naturschutzpolitischer Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion.

Rösler betonte, dass es sich bei den Mitteln nicht um Steuergelder handle – daher sei die Förderung besonders stabil. Vielmehr sei ein langer politischer Prozess nötig gewesen, der sich über drei Legislaturperioden erstreckte und Änderungen im Glücksspielgesetz sowie im Staatshaushaltsgesetz erforderlich gemacht habe, um diese neue Förderlinie zu ermöglichen.

Insgesamt stellt Toto-Lotto Baden-Württemberg für zwei neue Destinatäre – den Naturschutz und den Katastrophenschutz – eine Summe von 28 Millionen Euro bereit. Bislang flossen die Gelder über Jahrzehnte hinweg vor allem in Sport, Kultur, Denkmalpflege sowie in den sozialen Bereich mit Schwerpunkt Suchtberatung, wie Rösler erläuterte.

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Von der neuen Gesamtsumme gehen fünf Millionen Euro dauerhaft und strukturell an die rund 70 Naturschutzzentren im Land. „Mir war wichtig, dass diese Gelder unkompliziert eingesetzt werden können“, sagte Rösler. Weitere zehn Millionen Euro stehen für das Programm „Natur erleben plus“ des Kultusministeriums zur Verfügung. Um eine Förderung zu erhalten, müssen die Zentren drei Kriterien erfüllen: Mindestens eine Dreiviertelstelle muss aus eigenen Mitteln finanziert sein, das Zentrum muss regelmäßig geöffnet haben und es muss eine bestimmte Mindestanzahl naturkundlicher Exkursionen, Wanderungen und Aktivitäten anbieten.

Dass nun auch das Umweltzentrum in Schwenningen von der landesweiten Förderung profitiert, sei insbesondere Armin Schott zu verdanken. Er habe Rösler über Jahre hinweg immer wieder überzeugt, dass auf der Möglingshöhe hervorragende Arbeit geleistet werde. „Andere haben ebenfalls angefragt – aber niemand war so beharrlich“, stellte Rösler fest.

„Wahnsinns-Neuigkeiten“

Michael Neuenhagen, der Vorsitzende des Trägervereins, sagte, es handle sich um das wichtigste Zusammentreffen seit der Eröffnung des Umweltzentrums im Jahr 2011. In den vergangenen 15 Jahren habe sich das Zentrum fest etabliert. Mit der Förderung werde die Arbeit für die kommenden Jahre auf ein solides Fundament gestellt. Für Neuenhagen waren es „Wahnsinns-Neuigkeiten“, die Rösler aus Stuttgart nach Schwenningen mitbrachte.

Die Förderung von 125 000 Euro mache das Umweltzentrum unabhängiger und entwicklungsfähiger. „Wir werden das Geld erst einmal dort investieren, wo es uns am wichtigsten ist – in der Umweltbildung“, kündigte Neuenhagen an. Denn diese sei der Kern des Umweltzentrums. „Wir haben im Jahr über 1000 Kinder, die wir hier beschulen. Außerdem gibt es viele Veranstaltungen in der Erwachsenenbildung – und das möchten wir alles noch weiter ausbauen“, so Neuenhagen mit Blick in die Zukunft.

Auf „sicheren Füßen“

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Martina Braun stellte fest, dass das Umweltzentrum nun auf sichere Füße gestellt werde. „Es wäre wirklich ein Riesenthema, wenn man es mangels Finanzierung stilllegen oder zurückdrehen müsste“, so die Politikerin. Die Themen rund um Umwelt und Klima, die hier vermittelt werden, müssten noch viel stärker in den Köpfen der Menschen ankommen – und über die Kinder sei das ein hervorragender Weg, „weil sie es oft viel besser aufnehmen als die Erwachsenen“.

Braun freute sich über die strukturelle Förderung und die Absicherung durch die beiden Gesetzesänderungen. „Ich bin froh, dass es in meinem Wahlkreis ein so herausragendes Projekt gibt, das jetzt langfristig gesichert ist“, sagte sie.

„Große Anerkennung“

Dass Markus Rösler im Endspurt seines hauptamtlichen Engagements nach Schwenningen kam, wertete Landrat Sven Hinterseh als große Anerkennung für das ehrenamtliche Wirken des Trägervereins Umweltzentrum. „Ich habe den Eindruck, dass das Umweltzentrum in der Raumschaft bei den Bürgerinnen und Bürgern gut verankert ist“, sagte Hinterseh. Es sei kein Zentrum, das nur ein bestimmtes Klientel anziehe, sondern breit in der Bevölkerung akzeptiert.

Wolfbach-Rolli dabei

Der Landrat freute sich darüber, dass die Unterstützung des Landes eine hohe Wertschätzung für die Arbeit des Umweltzentrums ausdrücke. Zudem hoffe er, weiterhin gute Projekte umsetzen zu können. Hinterseh erinnerte etwa an den 2013 gegründeten Landschaftserhaltungsverband oder daran, dass man hier das Naturschutzgroßprojekt auf den Weg gebracht habe.

„Alle haben sich dem Ziel verschrieben, die Themen Umweltbildung, Naturschutz und Artenschutz voranzubringen“, betonte er. Da Markus Rösler auch NABU-Wolfsbotschafter ist, hatte Armin Schott den Kontakt zum Narrenverein der Wolfbach-Rolli aus Pfaffenweiler gesucht.

Vorstandsmitglied Manuel Straub brachte neben der Vereinsgeschichte auch ein kleines Präsent mit.