Typisierungsaktion in VS
: Jugendliche lassen sich als Stammzellenspender registrieren

Mit einer Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei setzte die Gewerbeschule Villingen-Schwenningen ein Zeichen der Solidarität. 78 Jugendliche ließen sich typisieren.
Von
red/pm
Villingen-Schwenningen
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Die zwei Mechatronikerlehrlinge Leandro Blattert (links) und Julian Rekla sind vor der Abgabe ihrer Speichelprobe bei der Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) guter Dinge.

Die zwei Mechatronikerlehrlinge Leandro Blattert (links) und Julian Rekla sind vor der Abgabe ihrer Speichelprobe bei der Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) guter Dinge.

Gewerbeschule
  • Gewerbeschule VS organisierte mit der DKMS eine Typisierungsaktion vor den Sommerferien.
  • 78 Jugendliche ließen sich registrieren, per Speichelprobe mit Wattestäbchen.
  • Ziel ist, passende Stammzellenspender für Blutkrebspatienten zu finden.
  • Die meisten Spenden erfolgen laut DKMS per Apherese – der Spender bleibt wach.
  • Die SMV entschied sich schnell für die Aktion, nachdem die DKMS angefragt hatte.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

An der Gewerbeschule Villingen-Schwenningen hat es eine Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) gegeben, bei der sich fast 80 potentielle Stammzellenspender haben finden lassen. Die Schülermitverwaltung (SMV) der Gewerbeschule hatte sich für die Organisation der Typisierungsaktion kurz vor den Sommerferien entschieden, nachdem die Deutsche Knochenmarkspenderdatei mit einer Anfrage an die Schule herangetreten war.

Für die jungen Leute in der SMV war es keine große Frage, ob sie dieser Anfrage nachkommen wollten oder nicht: Sie wollten helfen. Denn jeder Mensch, der bei einer solchen Typisierungsaktion als potentieller Stammzellenspender erfasst wird, kann zum Lebensretter eines an Blutkrebs erkrankten Mitmenschen werden, gegebenenfalls sogar zum zweifachen Lebensretter.

Da im Knochenmark eines Menschen die Stammzellen dafür sorgen, dass neue Blutzellen gebildet werden, kann ein Blutkrebspatient durch die Transplantation des Knochenmarks beziehungsweise der Stammzellen eines Spenders genesen und weiterleben. Bevor dem Krebspatienten das Knochenmark eines Spenders transplantiert wird, erfolgt durch Chemotherapie oder Bestrahlung die Abtötung des Immunsystems und der eigenen Stammzellen des Patienten, die offenbar fehlerhafte oder mutierte Blutkörperchen produzieren. Bei der Spende wird  eine Teilmenge des Knochenmarks entnommen, die sich dann im Körper des Empfängers vermehrt und die Aufgaben übernimmt, die zuvor vom Mark des Spenders nicht mehr im gesunden Rahmen ausgeführt wurden, wenn alles klappt.

Jede Typisierungsaktion erhöht Überlebenschance

Die Spende von Stammzellen erfolgt entweder über die Entnahme eines Blut-Mark-Gemisches aus dem Beckenkamm des Spenders in Vollnarkose oder vermittels einer Art von Herausfilterung von Stammzellen aus dem Blut. Laut DKMS erfolgen 90 Prozent aller Spenden über das zweitgenannte Verfahren, die sogenannte „Apherese“, wobei der Spender wach bleibt.

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Am Tag der Typisierungsaktion erfuhren die jungen Leute von Volontären der DKMS auch, warum man nicht einfach irgendwelche Stammzellen für eine Transplantation nehmen könne, sondern dass es Stammzellen sein müssen, die denen des Empfängers so ähnlich wie möglich sein müssen. Jede Typisierungsaktion erhöht also für Blutkrebspatienten die Chance, dass man jemanden mit ähnlichen, möglichst zwillingsähnlichen Merkmalen findet.

Speichelprobe mit Wattestäbchen entnommen

Diese gedankliche Exkursion in die Welt der Biologie und auch der Ethik gefiel den Schülern, sodass sich am Ende 78 grundsätzlich zu einer Spende bereit erklärt hatten und sich über eine mit einem Wattestäbchen entnommene Speichelprobe typisieren ließen. Wenn einer von ihnen dann  tatsächlich von der DKMS angefragt werden sollte, ob er zu einer Spende bereit wäre, weil ein Mensch mit ähnlichen Gewebemerkmalen dadurch die Chance auf ein Weiterleben hätte, dann wird man es an der Gewerbeschule sicherlich erfahren.