Tipps zur Prävention: Zecken-Alarm im Schwarzwald-Baar-Kreis – hier steigt das Risiko jährlich

Zeckensprays bieten für wenige Stunden einen gewissen Schutz
AOKMit den steigenden Temperaturen im Frühling werden auch Zecken wieder vermehrt aktiv. Die Spinnentiere können Krankheiten wie Lyme-Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen – sofern die Zecke die entsprechenden Bakterien beziehungsweise Viren in sich trägt.
Wer durch hohes Gras oder Gebüsch läuft, trägt daher am besten geschlossene Schuhe und lange Kleidung, die möglichst viel Körperfläche bedeckt. Zeckensprays bieten für wenige Stunden einen gewissen Schutz. Lyme-Borreliose wird von Bakterien ausgelöst. Laut einer aktuellen Auswertung der Gesundheitskasse befanden sich im Jahr 2024 im Schwarzwald-Baar-Kreis 200 AOK-Versicherte wegen einer Lyme-Borreliose in ärztlicher Behandlung.
Immer mehr Fälle in der Region
Der Anteil der Betroffenen ist zwischen 2020 und 2024 im Mittel um 21 Prozent jährlich gestiegen, während er landesweit rückläufig war. Lyme-Borreliose kann unbehandelt verschiedene Organsysteme betreffen, insbesondere die Haut, das Nervensystem und die Gelenke. Borreliose wird in der Regel mit Antibiotika behandelt und heilt meist komplett aus.
Ohne Antibiotikabehandlung ist das Risiko für einen schweren Verlauf erhöht. Dann kann es in der Folge zu einer Neuroborreliose mit Lähmungserscheinungen, Nervenentzündungen odhttps://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.zecken-im-schwarzwald-baar-kreis-winzig-klein-und-hoch-gefaehrlich.85f72ab1-bc98-45d2-84ba-b42a31e63633.htmler einer Gehirnhautentzündung kommen.
FSME ist eine grippeähnliche Virusinfektion, die in einigen Fällen zu einer Hirnhautentzündung führen kann.
Stundenlang krabbeln sie herum
Der Schwarzwald-Baar-Kreis zählt zu den FSME-Risikogebieten. Zecken krabbeln manchmal mehrere Stunden am Körper herum und suchen eine Körperstelle mit weicher Haut. Deshalb findet man sie auch an Stellen wie dem Haaransatz, in Hautfalten oder hinter den Ohren.
Durch das Absuchen des Körpers nach einem Wald- oder Wiesenspaziergang kann man teilweise einem Stich vorbeugen, wenn die Zecke noch auf der Suche ist. Hat eine Zecke gestochen, sollte sie so schnell wie möglich mit einer Zeckenpinzette oder Zeckenkarte entfernt und die Wunde desinfiziert werden. Das ist wichtig, denn durch möglichst rasches Entfernen der Zecke sinkt das Risiko für Borreliose. Auch eine Pinzette mit nach innen gewinkelten Spitzen kommt infrage.
Wenn kein geeignetes Hilfsmittel zur Verfügung steht, kann man auch versuchen, die Zecke mit den Fingernägeln am Kopf zu fassen und herauszuziehen. Die Zecke sollte nicht gequetscht werden, weil dadurch Erreger in den Körper gepresst werden können. Sollte der Zeckenrüssel als kleiner schwarzer Punkt zurückbleiben, ist das in der Regel harmlos. Der Körper stößt den Rüssel häufig ab, manchmal kann es zu einer kleinen Entzündung führen.
Was nach der Entfernung wichtig ist
Nach der Entfernung einer Zecke ist es wichtig, die Einstichstelle für einige Wochen zu beobachten. Die Entwicklung einer ringförmigen Hautrötung – beginnend nach frühestens drei Tagen – kann auf eine Borreliose hinweisen. Manchmal kann diese Hautrötung auch an anderen Körperstellen auftreten. Bei Verdacht auf eine Borreliose sollte man den Arzt aufsuchen, auch wenn innerhalb von sechs Wochen grippeähnliche Symptome wie Fieber oder Gelenkschmerzen auftreten.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Menschen, die sich in einem FSME-Risikogebiet aufhalten und viel in der Natur unterwegs sind, sich gegen FSME impfen zu lassen. FSME-Risikogebiete sind Landkreise, in denen es häufiger als anderswo zu FSME-Erkrankungen kommt.