Thorsten Frei in Nachsorgeklinik Tannheim
: Klinik macht auf Probleme aufmerksam

Minister Thorsten Frei war zu Gast in der Nachsorgeklinik Tannheim. Die Klinik fordert die gesetzliche Anerkennung der Reha für verwaiste Familien.
Von
Uwe Klausner
VS-Tannheim
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Thorsten Frei (vorne) war zu Gast an der Nachsorgeklinik Tannheim. Mit dabei waren (von links) Nicolas Mayer (Volksbank), Landrat Sven Hinterseh, Geschäftsführer Thomas Müller, Ärztlicher Direktor Tilman Eberle, Ortsvorsteherin Anja Keller, OB Jürgen Roth, Florian Klausmann (Sparkasse) und Zahra Rezaie, Leiterin der psychosozial-pädagogischen Abteilung.

Thorsten Frei (vorne) war zu Gast an der Nachsorgeklinik Tannheim. Mit dabei waren (von links) Nicolas Mayer (Volksbank), Landrat Sven Hinterseh, Geschäftsführer Thomas Müller, Ärztlicher Direktor Tilman Eberle, Ortsvorsteherin Anja Keller, OB Jürgen Roth, Florian Klausmann (Sparkasse) und Zahra Rezaie, Leiterin der psychosozial-pädagogischen Abteilung.

Wilfried Dold
  • Minister Thorsten Frei besucht die Nachsorgeklinik Tannheim und zeigt sich beeindruckt.
  • Klinik fordert: gesetzliche Anerkennung der Reha für verwaiste Familien.
  • Sorge vor Kürzungen bei Betreuung schwer chronisch kranker Kinder – Familien berichten.
  • Höhere Pflegesätze für familienorientierte Reha bewilligt, Kleingruppenangebote bleiben knapp.
  • Frei betont offene Lage: Es ist noch keine Entscheidung in die eine oder andere Richtung gefallen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Mit Thorsten Frei (CDU), Chef des Bundeskanzleramts und Bundesminister für besondere Aufgaben, war einer der führenden Bundespolitiker in der Nachsorgeklinik Tannheim zu Gast.

Im Mittelpunkt des eineinhalbstündigen Besuchs standen die besondere Bedeutung der familienorientierten Rehabilitation, die Forderung nach einer gesetzlichen Anerkennung der Reha für verwaiste Familien sowie auskömmliche Pflegesätze bei kleingruppenorientierten Behandlungsangeboten wie der jungen Reha (Patienten zwischen 16 und 26 Jahren) und der Reha 27 plus (Patienten älter als 27 Jahre). Die Familien äußerten im Gespräch mit Thorsten Frei ihre Sorge vor Leistungskürzungen bei der Betreuung schwer chronisch kranker Kinder, heißt es in einer Pressemitteilung der Klinik.

Begleitet wurde Thorsten Frei von Landrat Sven Hinterseh, Oberbürgermeister Jürgen Roth und der  Tannheimer Ortsvorsteherin Anja Keller. Bei einem Rundgang sowie in Gesprächen mit Ärzten, Therapeuten und betroffenen Familien zeigte sich der Minister beeindruckt von der Arbeit der Nachsorgeklinik. „Das Geld ist hier sehr gut angelegt. Rehabilitation kommt schließlich unserer gesamten Gesellschaft zugute“, so Thorsten Frei. Was Tannheim leiste, sei geradezu vorbildlich.

„Wir arbeiten mit Menschen“

Tannheim-Geschäftsführer Thomas Müller machte deutlich, dass die vierwöchigen Reha-Aufenthalte für Familien mit krebs-, herz- oder mukoviszidosekranken Kindern sowie für Familien, die ein Kind verloren haben, eine intensive und individuelle Therapiearbeit erfordern. Gerade diese Individualität dürfe durch die aktuellen Spar- und Reformdebatten im Gesundheitswesen nicht unter Druck geraten. „Wir arbeiten mit Menschen und müssen auf ihre speziellen Bedürfnisse eingehen. Zur Sicherstellung der Wirtschaftlichkeit können wir nicht wie ein Industriebetrieb einfach immer noch schnellere Maschinen in Betrieb nehmen. Wo also sollen wir einsparen?“, warf Thomas Müller ein.

Der Geschäftsführer verwies darauf, dass der laufende Betrieb der Nachsorgeklinik ohne regelmäßige Spendeneinnahmen defizitär ist. Gleichzeitig müsse Tannheim konkurrenzfähige Gehälter bezahlen, um qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht zu verlieren. Positiv bewertete Thomas Müller, dass für die familienorientierte Reha höhere Pflegesätze bewilligt wurden. Diese Anpassung sei dringend erforderlich gewesen.

Problematisch bleibe jedoch die Situation bei kleingruppenorientierten Angeboten wie der Jungen Reha und der Reha27Plus, die aufgrund gekürzter Leistungen zunehmend spendenfinanziert werden. Sorgen bereiten der Nachsorgeklinik zudem mögliche Belastungen für mitbehandelte Familienangehörige, etwa durch eine höhere Selbstbeteiligung an den Kosten der Reha.

Besonderer Appell

Einen besonderen Appell richtete der Tannheim-Geschäftsführer an Thorsten Frei mit Blick auf die Situation von verwaisten Familien. Auch Familien, die ein Kind verloren haben, müssten einen gesetzlich verankerten Anspruch auf Rehabilitation erhalten. Diese Forderung unterstützten die Tannheim-Aufsichtsräte Nicolas Mayer, Vorstand der Volksbank eG, und Florian Klausmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Schwarzwald-Baar. Letzterer ist zugleich stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Nachsorgeklinik Tannheim.

Frei: noch nichts entschieden

Der Ärztliche Direktor Tilman Eberle sowie Zahra Rezaie, Leiterin der psychosozial-pädagogischen Abteilung, erläuterten Thorsten Frei die besonderen Anforderungen der medizinisch-therapeutischen Behandlung.

Bei Gesprächen mit dem Minister machten betroffene Familien deutlich, dass gerade Angebote wie die in Tannheim nicht den gegenwärtigen Einsparbemühungen im Gesundheitswesen zum Opfer fallen dürften. Hinzu komme: Wer ein schwer chronisch krankes Kind versorge, könne nicht zusätzlich berufstätig sein und sei deshalb auf verlässliche finanzielle Hilfen angewiesen.

Thorsten Frei betonte, dass bislang keine Entscheidung in die eine oder andere Richtung getroffen wurde.

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