Tag des offenen Denkmals in VS: Diese sechs Adressen sind besonders

Am Tag des offenen Denkmals werden in Villingen-Schwenningen sechs Denkmale dabei sein. Jetzt fand im Schwenninger Rathaus die Programmvorstellung statt. Anschließend kamen die maßgeblich Beteiligten mit Bürgermeister Detlev Bührer (vorne) zum Gruppenbild zusammen.
Jochen SchwilloSechs unterschiedliche Denkmals-Adressen können an diesem Tag in VS aufgesucht werden.
In Schwenningen steht hierbei unter anderem die Gartenschule auf dem Plan. Hier sind die Sanierungsarbeiten im Großen und Ganzen abgeschlossen.
Die Gartenschule
Christine Blessing, die als Bauleiterin im Amt für Gebäudewirtschaft und Hochbau (GHO) für das Projekt zuständig ist, sagte jetzt bei der Programm-Vorstellung des Tages des offenen Denkmals, dass bis zum Sonntag der größte Teil des Gerüstes an der Gartenschul-Fassade abgebaut werden soll.
Schulleiterin Katya Cankovski hörte diese Nachricht gerne. Schließlich handele es sich um ein sehr schönes Gebäude mit einer gelebten Geschichte.
Lehrerin Katja Doser berichtete, dass man gerne der Gartenschule einen Besuch abstatten könne. Denn während eines Projekts haben sich die Schüler Gedanken darüber gemacht und von ihren wertvollsten Orten an der Schule Bilder gemalt. Außerdem würde ein Kuchenverkauf angeboten. Besonders freut man sich in der Gartenschule auf die besondere Führung mit den künftigen Erstklässlern um 14 Uhr. Lisa Schmied wird auf die Entstehungsgeschichte der Gartenschule eingehen, die 1907/08 nach Plänen des Ortsbaumeisters Julius Feucht als evangelische Volksschule errichtet wurde. Der dreigeschossige Bau mit Jugendstilornamenten, Toilettenhaus und hölzernem Laubengang ist äußerlich fast unverändert. Entstanden war das Schulhaus aus einer Notwendigkeit: Die Bevölkerung Schwenningens um 1900 war explodiert – und mit ihnen die Schülerzahlen. Heute ist die Gartenschule die größte Grundschule in Schwenningen mit steigenden Schülerzahlen.
Der Kiosk
Neben der Schule, hinter dem sogenannten Burenhaus, ist der 1934 gebaute Kiosk mit Bedürfnisanstalt. Hierüber wird Peter Grassmann berichten. Denn die Kombination der beiden Funktionen ist nicht nur selten, sondern hier auch besonders schön ausgeführt. Der Kiosk erzählt von der Zeit der aufstrebenden Uhrenmetropole in den 1930er-Jahren, als selbst die Sanitäranlagen vom Aufbruch in die Zukunft kündeten.
Die Hammerstatt-Siedlung
Kunsthistoriker Ralf Beer und die Restauratorin Maria Grünbaum werden über die Hammerstatt-Siedlung führen, die vor 100 Jahren entstanden ist. Beer wird über die Geschichte, über die Planung und weitere Besonderheiten informieren und Maria Grünbaum beispielsweise über die Farbgebung der Häuserfassaden berichten. Durch die Gruppierung der fünf verschiedenen Typenhäuser mit farbiger Fassadengestaltung im Straßennetz werden Außenräume erzeugt und gestaltet, so dass durch Verbindungen untereinander, etwa Torbögen und Abgrenzungen der Gärten, ein bemerkenswert fein ausdifferenzierter Straßen- und Platzraum entsteht. Hintergrund der Siedlung war die rasante Bevölkerungsentwicklung der jungen Stadt Schwenningen vor dem Ersten Weltkrieg sowie das Ausbleiben der Bautätigkeit während des Krieges und die lähmenden Inflationsjahre der Nachkriegszeit.
Das Gymnasium am Romäusring
Der ehemalige stellvertretende Schulleiter des Villinger Romäus-Gymnasiums, Friedemann Schmidt, wird zusammen mit Schulleiter Jochen von der Hardt die Führungen des ehemaligen Realgymnasiums und der Oberrealschule übernehmen. „Wenn ich ans Romäusring komme, denke ich jedes Mal, hier ist doch 365 Tage im Jahr Tag des offenen Denkmals“, so Schmidt und fügte an, dass das Denkmal Schule etwas zu erzählen habe. Bei dem Schulgebäude habe man es nicht nur mit einem Kultur- oder architekturgeschichtlichen Denkmal mit großer Aussagekraft zu tun, sondern mit einer Schule, die auf der Höhe der Zeit ist, die täglich von 800 Personen besucht wird und die das Gebäude erleben.
Die St. Ursula-Schulen
1909 wurde in Villingen am südwestlichen Ende der Stadt ein prachtvolles und repräsentatives Schulgebäude errichtet, das man vor rund hundert Jahren als „wertvoll“ erachtete. Wer die Führungen in den St. Ursula-Schulen mitmachen will, sollte sich vorher anmelden. Da es hier relativ kleine Unterrichtsräume gibt, könne man aus Platzgründen nur 20 Personen zulassen, hieß es beim Pressegespräch. Es gibt noch wenige kostenfreie Tickets, die man unter der Adresse www.villingen-schwenningen.de/tickets erhält. Bei den Rundgängen mit der Architektin Martina Münster, Schulleiter Christoph Käfer und dessen Vorgänger Johannes Kaiser wird man unter anderem auf die Veränderungen des Gebäudes eingehen. 1990 übergaben die Ursulinen die Schulen in die Trägerschaft der Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg. Auf diese Weise erfreut sich die Schule auch nach Schließung des Klosters 2015 großer Beliebtheit. Die Gebäude wurden seit den 1990er-Jahren umfassend saniert und nach dem Auszug der letzten Ursulinenschwestern weiter umgebaut.
Die Wendelinskapelle
Am Rande Weigheims, an der Wegkreuzung Richtung Schura und Tuningen, steht die Wendelinskapelle, die sich bei näherem Hinsehen als geschichtsträchtiger Ort – mit bewegtem Schicksal und tief verwurzelter Bedeutung für das Dorfleben entpuppt. Erbaut in den Jahren 1860 bis 1862 wurde die Kapelle als Zeichen der Dankbarkeit nach einer verheerenden Viehseuche und ist dem heiligen Wendelin geweiht, dem Schutzpatron der Bauern und Hirten. Ortsvorsteher Holger Fetzer kündigte an, dass man sich an der Mehrzweckhalle in Weigheim treffen würde. Auf dem Weg in die Kapelle gibt es noch Anekdoten über Weigheim. Auch würde für Bewirtung gesorgt.
Führungen
In Schwenningen und Weigheim
Hammerstatt-Siedlung: 12.30, 14.15 und 15.30 Uhr mit Maria Grünbaum und Ralf Beer, Treffpunkt Lichtensteinstraße 2. Gartenschule: 11 und 12.30 Uhr mit Lisa Schmied. Um 14 Uhr zusätzlich eine Kinderführung, Treffpunkt Bildackerstraße 4. Kiosk: 12 und 13.30 Uhr mit Peter Graßmann, Treffpunkt Marktplatz 7, Rückgebäude. St. Wendelinskapelle in Weigheim: 11, 13 und 15 Uhr, mit Holger Fetzer, Treffpunkt Mehrzweckhalle, Trossinger Straße 40.
In Villingen
Romäusgymnasium: 12.30, 14 und 15.30 Uhr, mit Jochen von der Hardt und Friedemann Schmidt, Treffpunkt Romäusring 17, Schulhof.