Tag des offenen Denkmals in Schwenningen: In Schlenker-Villa und ins Pumpenhaus

Beim Tag des offenen Denkmals am 13. September kann man in Schwenningen auch Interessantes über die ehemaligen Uhrenfabriken Schlenker und Würthner erfahren, die im Gebäude an der Rottweiler Straße 27 produzierten.
Jochen Schwillo- Schwenningen öffnet zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September zwei Orte.
- Gezeigt werden die frühere Uhrenfabrik und Villa Schlenker an der Rottweiler Straße 27.
- Führungen thematisieren auch die Nutzung durch Würthner und die Zwangsarbeit Shcherbinas.
- Der „Charlottenbrunnen“ an der Villinger Straße erklärt die historische Wasserversorgung.
- Führungen: Uhrenfabrik 11, 12, 13 Uhr; Charlottenbrunnen 13, 15, 16 Uhr.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Unter dem Motto „Netzwerke: Denkmale und Infrastruktur“ öffnen in Schwenningen zwei Orte ihre Türen, die auf unterschiedliche Weise mit den Netzwerken der Stadtgeschichte verbunden sind: die ehemalige Uhrenfabrik und Villa von Erhard Robert Schlenker an der Rottweiler Straße 27 sowie der Tiefenbrunnen an der Villinger Straße, den die Stadt 1923 in Betrieb nahm.
Der Aktionstag, seit 1993 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert, stellt jene historischen Bauwerke in den Mittelpunkt, die seit Jahrhunderten Austausch, Versorgung und Bewegung ermöglichen.
Das Motto macht deutlich, dass Denkmale weit mehr sind als steinerne Zeugnisse vergangener Zeiten: Sie prägen Identität, stiften Orientierung, beeindrucken durch ihre Ästhetik und erfüllen vielerorts bis heute praktische Aufgaben. Ihr Erhalt bleibt damit eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung.
Schlenkers Fabrik und Villa
Erhard Robert Schlenker, der ab 1890 im Haus seines Großvaters in der Dauchinger Straße Uhren fertigte, errichtete 1904 auf den „Hohlehren“ zwischen Hohlehrenstraße und Rottweiler Straße sein erstes Fabrikationsgebäude. Noch im selben Jahr ließ er unmittelbar daneben ein Wohnhaus bauen, um nahe bei seinem Betrieb zu sein.
1929 übernahm die Uhrenfabrik Georg Würthner die Nutzung der Gebäude. Ab 1944 musste dort der aus der Ukraine verschleppte Wolodymyr Shcherbina Zwangsarbeit leisten. Heute befinden sich in dem historischen Fabrikbau Wohnungen sowie die Uhrmacherfirma Vector‑Technik, in der seit vier Generationen Uhren repariert, restauriert und entwickelt werden.
Während Florian Kemmelmeier und Valerij Cherniavskij über das Schicksal Shcherbinas berichten, führt Stadtführer Harald Maier durch die Architekturgeschichte des Ensembles.
Wo das Trinkwasser herkommt
Der zweite Schwenninger Denkmalschauplatz widmet sich der Trinkwasserversorgung des einst größten Dorfes Württembergs. Bereits 1894 begann man eine moderne Wasserversorgung zu planen, um die über 200 kleinen Brunnenanlagen abzulösen.

Das Pumpenhaus genannt „Charlottenbrunnen“, versorgte ab dem Jahr 1923 die Schwenninger mit Trinkwasser. Zu finden ist es auf dem Areal zwischen Charlottenstraße, Silcherstraße und Villinger Straße.
Jochen Schwillo1898 entstand nach Entwürfen des verstorbenen Oberbaurats Ehmann das neue Wasserwerk auf dem Hankenberg, das noch im selben Jahr in Betrieb ging. Das Wasser wurde aus den Keckquellen bei Deißlingen in den Hochbehälter gepumpt und gelangte über eine starke Fallrohrleitung in das Leitungsnetz.
Um zusätzliche Wassermengen einspeisen zu können, legte die Stadt drei Tiefenbrunnen an: 1922 im „Hälgle“, 1923 an der Villinger Straße und 1926 an der Rietenstraße. Aus rund 65 Metern Tiefe wurde das Wasser hochgepumpt.
Das Pumpenhaus des Tiefenbrunnens an der Villinger Straße, zwischen Silcher‑ und Charlottenstraße gelegen, bezog sein Wasser aus dem Muslenbach. Dessen Quellgebiet lag im Gewann „In Weiden“, das damals mehrere Ortsbrunnen versorgte und heute überbaut ist. Das Pumpenhaus selbst ist als Kulturdenkmal erhalten und wird seit einigen Jahren „Charlottenbrunnen“ genannt.
Bei der Führung mit Hans Martin Weber erkunden Besucher die ober‑ und unterirdischen Bereiche des Denkmals und erhalten Einblicke in die frühere Wasserversorgung Schwenningens sowie in die verschiedenen Quellen, die einst genutzt wurden.
Führungen am Sonntag, 13. September
Ehemalige Uhrenfabrik Würthner: Führungen um 11 Uhr, 12 Uhr und 13 Uhr. Treffpunkt Rottweiler Straße 27. Ehemalige Trinkwasseranlage „Charlottenbrunnen“: Führungen um 13 Uhr, 15 Uhr und 16 Uhr. Treffpunkt Silcherstraße 16.
