Solostück im Villinger Theater am Turm: Ihr Schicksal berührt das Publikum

Doris alias Marnie Schulz berichtet mal nachdenklich mal sinnierend von ihren Erlebnissen in Berlin.
Rainer Bombardi- Villingen: TaT zeigte das Solostück „Das kunstseidene Mädchen“ mit Marnie Schulz.
- Schulz verkörperte Doris, ein Landmädchen im Berlin der 1930er-Jahre.
- Themen waren Abhängigkeit, Massenarbeitslosigkeit und Glanz der Stars.
- Regie führte Maxi Fleig – Pianist Christian Groß steigerte die Intensität.
- Weitere Termine: 23., 25., 26., 30. Sept. sowie 7., 9., 10., 14., 16., 17. Okt., 20 Uhr.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es war gleichzeitig die Eröffnung der zweiten Spielzeit-Hälfte 2026 und forderte während 90 Minuten vom Publikum die gesamte Aufmerksamkeit.
Darstellerin Marnie Schulz hatte sich der Herausforderung gestellt, die das Schicksal einer Frau namens Doris wiedergab, die in den 1930er-Jahren auf der Suche nach den richtigen Männern und einem Job selten Fortune hatte.
Geschickt setzt die Akteurin die Lebenssituationen um, die ihr als Mädchen vom Land im Berlin der damaligen Zeit begegneten. Einer Großstadt, in der sie ihre Vorhaben stets mit großen Hoffnungen antrat, sich aber danach oft am Abgrund wiederfand. Schulz gab ihre Begegnungen mit falschen Arbeitgebern und belästigenden Chefs ebenso authentisch wieder wie ihre Abhängigkeit, mit einem ausreichenden Einkommen den Alltag bestreiten zu können.
Intensiv und ausdrucksstark gab sie den Alltag der damaligen Zeit wieder, der von den Gegensätzen zwischen Massenarbeitslosigkeit, Abhängigkeit und der glamourösen Welt der Stars und Sternchen geprägt war.
Pianist fügt sich ein
Kongenial zu der von Regisseurin Maxi Fleig inszenierten Aufführung fügte sich Pianist Christian Groß ein, der mit seinen seltenen, aber passend eingefügten Liveauftritten am Piano die Intensität des Ablaufs der Handlung weiter steigerte.
Faszinierend war es, wie es Schulz gelang, das einst von Irmgard Keun geschriebene Stück ins Heute zu übertragen, sei es, was die sozialkritischen Aspekte wie auch die Abhängigkeit der Frauen von Arbeitgebern oder den Konflikt zwischen Arm und Reich betraf. Vielfach fühlte sich das Publikum an die Jetztzeit erinnert, die zwar anders, aber im Kern vielfach noch immer ähnlich verläuft.
Das Stück endete, wie es begonnen hatte. Einst war Doris mit einem Koffer in Berlin angekommen. Zum Schluss kehrte sie um einige Lebenserfahrungen reicher der Großstadt wieder den Rücken zu.
Vorsitzender Leslie Ade war im Anschluss begeistert über eine Vorstellung, deren Atmosphäre und Ausdrucksstärke nur in einem Theater und mit einem Live-Erlebnis richtig zur Geltung kommen.
Termine
Zu sehen ist „Das kunstseidene Mädchen“ das nächste Mal an diesem Mittwoch, 23. September, im Theater am Turm an der Schaffneigasse in Villingen. Weitere Aufführungen folgen am 25., 26., 30. September, 7., 9., 10., 14., 16. und 17. Oktober, Beginn jeweils um 20 Uhr.