Schwenninger Uhlandstraße: Wie lange steht die Sport Müller-Filiale noch leer?

Für die ehemalige Sport Müller-Filiale in der Schwenninger Uhlandstraße gibt es bereits ein neues Konzept.
Mareike KrattFast schon vergessen sind die Hochzeiten in Schwenningen, in denen das Sportfachgeschäft Müller mit seinen beiden Filialen in der Harzer Straße sowie in der Uhlandstraße, direkt in der Fußgängerzone, sport- und modebegeisterte Kunden angezogen hat. Ende 2022 hat sich Sport Müller komplett aus Schwenningen zurückgezogen.
Doch was ist mit den leeren Flächen und der Lücke, die der Sport-Experte in Sachen Innenstadtbelebung hinterlassen hat – und die schnellstmöglich wieder gefüllt werden sollte? Die Räumlichkeiten im Erdgeschoss in der Harzer Straße sind inzwischen wieder vermietet. Im März dieses Jahr ist der Lebensmitteldiscounter Norma von der Alleenstraße hierher gezogen.
Einiges im Gange
Im dreistöckigen Gebäude in der Uhlandstraße sind die Lichter hingegen noch nicht wieder angegangen – obwohl sich seit Bekanntgabe des Sport Müller-Weggangs einiges getan hat. Veräußern konnte es Eigentümer Jürgen Müller noch, als sich sein Sportgeschäft in den letzten Monaten des Räumungsverkaufs befand.
Hatte der neue Eigentümer ursprünglich eigene Zukunftspläne mit dem Haus, war für Passanten im Frühjahr vergangenen Jahres unübersehbar ein großer Banner eines Immobilienunternehmens mit der Aufschrift „Wohn- und Geschäftshaus im Herzen von Schwenningen zu verkaufen“ angebracht worden - der im Übrigen bis heute hängt.
Hat sich seither also nichts mehr getan beim Vorhaben, im Erdgeschoss Gewerbe, in den Obergeschossen Wohnungen entstehen zu lassen? Der zuständige Immobilienunternehmer Davide Rosato von der Schlatter Immobilien GmbH in Villingen hat keine allzu positive Antwort parat. „Es hat sich nicht viel geändert“, muss er zugeben. Wenngleich Eigentümer und Immobilienunternehmen aktiv an einem tragfähigen Konzept für den markanten Standort arbeiten würden, betont Rosato gleichzeitig. Das gemeinsame Ziel: zur Belebung der Innenstadt beizutragen.
Das Konzept
Und wie? Im Erdgeschoss soll die Ladenfläche erhalten bleiben und vermietet werden, um mit attraktiver Aus- und Umgestaltung die Passanten anzulocken. Eifrig sei der Immobilienunternehmer dabei, eine potenzielle Anmietung in Gang zu bringen. So stehe er, wie er sagt, mit verschiedenen Filialisten, Ketten und Modehäusern in Kontakt – bisher allerdings ohne den gewünschten Erfolg.

Rund 1400 Quadratmeter Fläche können in der Immobilie in der Schwenninger Fußgängerzone genutzt werden.
Foto: Mareike KrattIm ersten und zweiten Obergeschoss soll dann ein innerstädtisches Wohnraumkonzept greifen – mit der Möglichkeit, noch Penthouse-Wohnungen daraufzusetzen. Grundsätzlich sei die konkrete Ausgestaltung der Obergeschosse aber noch offen. Davide Rosato spricht zudem von der Möglichkeit, Kurzzeitwohnungen für Studenten einzurichten.
Viele Gründe
Gleichzeitig könne er sich aber für den Standort auch ein sogenanntes Self-Check-in-Fitnessstudio vorstellen, hierzu sei er bereits im Austausch. Ebenso gebe es für das Haus einige Mietinteressenten aus dem Dienstleistungsbereich. Dass sich dennoch bisher nichts Konkretes getan hat, dafür gebe es mehrere Gründe. Da ist allen voran die allgemeine Lage auf dem Immobilienmarkt, die Nachfrage und Risikobereitschaft potenzieller Käufer oder Investoren beeinflusse. „Das ist eine Thematik, die wir kaum ändern können, mit der wir aber sehr zu kämpfen haben“, erklärt Davide Rosato. Und der Druck auf den Markt werde stetig höher.
Dann ist da die Schwenninger Innenstadt – und deren Attraktivität, die eigentlich durch den bunten Branchenmix im geplanten Wohn- und Geschäftshaus wieder gesteigert werden soll. „Ich würde mir wünschen, dass jemand das tatsächlich vorhandene Potenzial erkennt“, sagt Rosato mit Blick auf Handelsriesen wie Footlocker oder New Yorker. Die immer noch nicht ganz klare Zukunft des ’s Rössle, und vielleicht sogar auch die Hiobsbotschaften rund ums City-Rondell, dessen Eigentümerin insolvent ist, hätten die Umstände außerdem zuletzt erschwert.
Viel Flexibilität
Dennoch ist der Unternehmer positiv gestimmt, dass sich bald etwas tun könnte. Auf verschiedenen Immobilien-Plattformen ist die Immobilie mit ihren rund 1400 Quadratmetern Fläche ebenso ausgeschrieben – sowohl zur Miete als auch zum Kauf. Flexibilität zu signalisieren, ist Davide Rosato dabei wichtig – auch, was das endgültige Konzept betrifft, und ob ein Käufer oder ein Investor zum Zuge kommen wird.