Schwarzwald-Baar-Landratsamt
: Seit 1991 in Betrieb – deshalb muss die Kantinenküche aufgefrischt werden

Nach der Kündigung des bisherigen Pächters sucht das Landratsamt in Villingen eine Lösung für seine Kantine. Eine Modernisierung der Küche soll den Betrieb sichern.
Von
Daniela Schneider
Oberndorf
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In der Kantine im Landratsamt – im Gebäudeteil hier hinten rechts – wird die Küche modernisiert.

Daniela Schneider

Die Kantine im Landratsamt in Villingen ist in die Jahre gekommen. Ihr Küchenbereich bekommt eine Modernisierung. Der zuständige Kreistagsausschuss hat diese trotz der aktuellen Finanznöte auf den Weg gebracht – nicht ganz ohne Diskussion, aber am Ende doch recht einhellig bei lediglich zwei Enthaltungen.

Die Kantine des Landratsamtes am Hoptbühl wurde 1991 in Betrieb genommen. In den 35 Jahren, die seither vergangen sind, gab es keine nennenswerten Investitionen in ihren Küchenbereich, der ursprünglich als reine Ausgabeküche konzipiert war. Die Gerätschaften und die Aufteilung sind ergo in die Jahre gekommen.

Handlungsbedarf besteht jetzt zudem, weil der bisherige Pächter – die Villinger Firma Tellerrand – zum Ende des vergangenen Jahres gekündigt hat.

Und auf die neue öffentliche Ausschreibung meldete sich kein einziger Bewerber.

Bestimmte Bedingungen bestehen

Die Verwaltung versuchte daraufhin ihr Glück bei dem Caterer, der auch schon die Kantine am Landratsamt-Standort in Donaueschingen betreibt. Er signalisierte sehr zur Erleichterung des zuständigen Amtsleiters Stefan Löffler unter bestimmten Bedingungen seine Bereitschaft, auch diesen Standort künftig zu betreiben, inklusive Catering für interne Veranstaltungen.

Voraussetzung dafür ist, dass der Küchenbereich modernisiert wird. So könnten hier künftig auch warme Speisen zubereitet werden. Was die Modernisierung kosten würde, darüber konnte in der Sitzung des Kreistagsausschusses für Verwaltung, Wirtschaft und Gesundheit Jens Johannisson, Mitarbeiter der Donaueschinger Firma Franz Großküchentechnik GKT Auskunft geben. Er schlägt eine Gliederung in die drei Bereiche Vorbereitung, Spülküche und Ausgabetheke vor. Die voraussichtlichen Kosten für den Landkreis werden auf rund 128 000 Euro netto beziffert.

„Großer Investitionsrückstau“

Der Fachmann sprach von einem „großen Investitionsrückstau”. Zwölf bis 16 Wochen dauere es ab Auftragserteilung, bis die Küche modernisiert sei, stellte er in Aussicht.

Nicht ganz überzeugt war Michael Schmitt (CDU): Bei zuletzt zwischen 100 und 150 Mittagessen pro Tag, die in der Kantine bestellt wurden (bei rund 350 Beschäftigten am Standort), müsse man auch die Frage stellen dürfen, ob man sich das Essen nicht auch anliefern und einfach ausgeben lassen könnte – ohne den Kostenaufwand für eine Modernisierung.

Amtsleiter Löffler nannte hierauf allerdings Gegenargumente: Bei einer Ausgabeküche entstünden Personalkosten, anders als bei einer Verpachtung, die man ja auch genau deswegen anstrebe. Zudem müsste auch eine reine Ausgabeküche modernisiert werden, denn hier gelte es, Warmhaltemöglichkeiten bereitzustellen. Gar ganz auf die Kantine verzichten? Keine Option für Löffler, schließlich sei sie gleichzeitig auch „ein sozialer Raum, der einen Austausch innerhalb und außerhalb des Landratsamtes auf verschiedenen Ebenen fördert und bei der Personalgewinnung eine Rolle spielen kann.“

Die meisten sind dafür

Jörg Frey (Freie Wähler) erläuterte, warum seine Fraktion für die Modernisierung ist: „Wir glauben, dass ein Arbeitgeber in einer solchen Größenordnung so etwas für seine Mitarbeiter stellen muss.” Das sahen auch Annie Bronner (Grüne) und Oliver Freischlader (SPD) so. Vera Buddeberg erklärte für die AfD, dass man sich leider nicht so ganz einig in der Fraktion sei. Sie selbst empfand die Kosten als sehr hoch. „Dafür kann ich mir fast ein Tiny House kaufen”, meinte sie. Michael Steiger (FDP), selbst Gastronom, machte derweil deutlich, dass die Küche so eingerichtet sein müsse, damit man in Zeiten des Fachkräftemangels mit möglichst wenig Personal arbeiten könne. Zudem gelte es, Hygienestandards zu beachten.

Finanzierung

Restmittel
Weil im laufenden Haushalt 2026 ist für dieses Projekt kein Ansatz eingeplant ist, schlägt die Verwaltung vor, die Maßnahme über Restmittel im Bereich der Gebäudeunterhaltung aus dem Haushaltsjahr 2025 zu finanzieren.

Nicht begeistert
Michael Schmitt (CDU) war nicht begeistert von dieser haushalterischen Lösung, denn dadurch schiebe man faktisch an anderer Stelle etwas auf, gab er zu bedenken.

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