Schnuppertraining voller Erfolg: Wie der FC Pfaffenweiler den Mädchenfußball wieder stärker ins Bewusstsein rückt

Viele Mädchen folgten dem Aufruf zum Schnuppertraining beim FC Pfaffenweiler. Der Verein möchte den Mädchenfußball wieder aufleben lassen.
Marc Eich„Ich bin echt sprachlos, wie viele Mädels heute dabei sind!“ Organisator Tobias Hummler vom FC Pfaffenweiler – gleichzeitig Lehrer beim Kooperationspartner des Villinger Gymnasiums am Romäusring – zeigte sich überwältigt von der Resonanz, die der Aufruf des rührigen Vereins erzeugt hatte. Hummler hatte sich gemeinsam mit den Vereinsverantwortlichen auf die Fahne geschrieben, dass der Mädchenfußball in Pfaffenweiler wieder aufleben soll – dass das Vereinsgelände geradezu von begeisterten Kickerinnen gestürmt wurde, hatte er nicht erwartet.
Der Verein hatte sich für die Aktion neben der Schule mit dem Sportprofil auch den Südbadischen Fußballverband (SBFV) ins Boot geholt. Für die Frauen- und Mädchenfußballbeauftragte Natascha Böttcher war klar: Diese Beteiligung an einem Schnuppertraining ist absoluter Jahresrekord im Verband.
Spielerinnen sollen gehalten werden
Der Verein, der mit einer erfolgreichen Jugendarbeit glänzt, hatte das weitere Potenzial jüngst wieder in den Fokus genommen, nachdem es in Pfaffenweiler zuletzt keine spezifischen Angebote für Mädchen gegeben hatte. „Wir wollen die Potenziale vor Ort auch hier halten“, macht Hummler klar. Den Aufbau des Mädchenfußballs sieht er dabei als Teil der Weiterentwicklung des FC Pfaffenweiler als Breitensportverein, der sich in der Gesellschaft präsentieren soll. Zuletzt hatte man Walking Football ins Leben gerufen.

Tobias Hummler hat das Schnuppertraining organisiert.
Foto: Marc EichMit der Aktion wollte man zunächst „einfach mal schauen, wie das angenommen wird und was heute passiert“, so der Jugendtrainer und DFB-Junior-Coach-Ausbilder. Er hatte in den Aktionstag über 20 Helfer des Profilfaches Sport und Gesellschaft eingebunden, die im Rahmen ihrer DFB-Junior-Coach-Ausbildung sowohl auf als auch neben dem Platz ihre Lehrproben absolvierten. Sie zeichneten sich für den Ablauf verantwortlich – zudem unterstützte mit Armin Stoll ein weiterer DFB-Junior-Coach-Ausbilder.
Viele Stationen auf verschiedenen Plätzen
Für alle war klar: Der Spaß muss im Vordergrund stehen. Gleichzeitig wurden an verschiedenen Stationen auf den Rasen-, Kunstrasen- und Beachsoccerfeldern Aufgaben und Übungen bewältigt, um erste Fußball-Skills auszutesten. Spielen, lachen und gemeinsam Fußball erleben – genau so hatten es sich Tobias Hummler sowie die weiteren Verantwortlichen und Helfer des FC Pfaffenweiler vorgestellt.
Das sorgte dafür, dass auch der Verbandsjugendwart des Südbadischen Fußballverbandes, Armin Bader, das Engagement bei einem Vor-Ort-Besuch würdigte und die Bedeutung der Zielrichtung hervorhob: „Der FCP hat erkannt, dass Jugendarbeit breit gedacht werden muss, und hat hier vorbildliche Werbung für den Frauen- und Mädchenfußball gemacht. Jetzt muss es uns allen gelingen, die Mädchen weiter an den Fußball heranzuführen – über freie Angebote, Vereinstraining und später vielleicht auch den Vereinsspielbetrieb. Dafür wurde hier heute eine richtig gute Basis geschaffen.“
Ab 12. Juni regelmäßiges Angebot
Genau darin sehen die Verantwortlichen des FC Pfaffenweiler nun den nächsten Schritt. Nach dem erfolgreichen Aktionstag soll der Mädchenfußball vor Ort nachhaltig weiterentwickelt werden. Bereits ab dem 12. Juni startet deshalb ein regelmäßiges offenes Fußballangebot für Mädchen ab etwa zehn Jahren. Immer freitags von 15 bis 17 Uhr sind interessierte Mädchen eingeladen, gemeinsam Fußball zu spielen und Neues auszuprobieren, um vielleicht Teil einer neuen Fußballgemeinschaft beim FC Pfaffenweiler zu werden.

Auch Natascha Böttcher, Frauen- und Mädchenfußballbeauftragte beim SBFV, zeigte sich von der Resonanz überwältigt.
Foto: Marc Eich„Das soll kein Strohfeuer werden – wir möchten nachhaltig mit gutem Fundament arbeiten“, steckt Hummler die Ziele ab. Dafür stehen zukünftig sechs Trainerinnen und Trainer zur Verfügung. Erzwungen werden soll aber nichts, vielmehr möchte man in Pfaffenweiler einen eigenen Weg gehen, der den Verein weiter voranbringt. Der Organisator hofft aber, dass der Tag des Mädchenfußballs der Startschuss für eine langfristige Entwicklung des Mädchen- und Frauenfußballs in Pfaffenweiler war.
Mädchenfußball beim FC Pfaffenweiler
Mädchen ab etwa zehn Jahren sind ab dem 12. Juni eingeladen, auf dem Sportgelände des FC Pfaffenweiler immer freitags zwischen 15 und 17 Uhr reinzuschnuppern. Sowohl Anfängerinnen als auch Vereinsspielerinnen sind willkommen. Bei Fragen steht Tobias Hummler unter 0172/5914602 zur Verfügung.