Schluss mit Stolperfallen
: Freie Wähler fordern neues Konzept für Villinger Innenstadt

Ein herausgebrochenes Pflaster hier, eine Stolperfalle dort und unschöne Ausbesserungen mit Asphalt an anderen Stellen – der Flickenteppich in der Villinger Innenstadt nervt die Freien Wählern. Sie bringen nun ein Sanierungskonzept ins Spiel.
Von
Marc Eich
Oberndorf
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Den Freien Wählern sind die vielen Stolperfallen in der Villinger Innenstadt ein Dorn im Auge.

Marc Eich

„Villinger Innenstadt – 20 000“ – mit diesem Arbeitstitel tritt die Fraktion der Freien Wähler an die Stadtverwaltung heran. 20 000 steht dabei für die Quadratmeter Wege- und Straßenflächen, die innerhalb der Villinger Stadtmauer saniert werden sollen. Klingt zunächst nach einem Großprojekt und einem ambitionierten Plan, Fraktionssprecher Andreas Flöß klärt aber auch, wie diese Sanierung vonstatten gehen soll.

Ins Feld führt er dabei die noch laufenden Großprojekte zur Sanierung der Stadtmauer sowie der Ringanlage. Und zwar als schlüssiges Vorgehen. „Weil man in Etappen vorgegangen ist, konnten irreparable Schäden vermieden werden“, ist sich der Architekt sicher. Jedes Jahr ist für den Erhalt und die Sanierung von Mauer und Ringanlage Geld in den Haushalt eingestellt worden – die Ringanlage ist mittlerweile fast komplett saniert, bei der Stadtmauer soll dies in einigen Jahren sein. „Dann ist das aber auch komplett kernsaniert, und man hat Ruhe“, so Flöß.

Aus seiner Sicht sei dies eine Erfolgsgeschichte und am Ende zielführender, als das „Gießkannenprinzip“ – „hier mal bisschen was, dann da ein bisschen was – das bringt nichts. Wir sollten uns konzentrieren“.

Zahlreiche Stolperfallen in der Stadt

Und genau da spannt er den Bogen von außerhalb der Stadtmauer in den Kern der Innenstadt, wo die letzte große Sanierung – die der Rietstraße – im November 2019 abgeschlossen wurde. Hier nennt der Fraktionssprecher zahlreiche marode und schadhafte Stellen in den Wegen und Straßen, die zu Stolperfallen werden oder die mit Asphalt ausgebessert wurden und so unschöne Hingucker wurden.

Ein Dorn im Auge ist den Freien Wählern beispielsweise der Bereich zwischen den bereits sanierten Abschnitten der Färberstraße von der Webergasse bis zur Rietstraße. Ähnlich sieht es im Bereich vor dem Riettor innerhalb der Stadtmauer oder auch in der Kanzlei- oder Rathausgasse aus.

Sieben Millionen Euro in fünf Jahren

Die Freien Wähler haben nun den Plan, dass diese Probleme im historischen Zentrum mit regelmäßigen Sanierungen angegangen werden können. Der Fraktion schwebt ein Betrag von sieben Millionen Euro vor, verteilt auf fünf Jahre. Mit einem errechneten Betrag von 350 Euro pro Quadratmeter für den Tausch des Belags und der Unterbauverbesserung kommt man auf die anvisierten 20 000 Quadratmeter – damit wäre die Sanierung des Wegenetzes in der Innenstadt quasi erledigt. Jährlich sollen 1,4 Millionen im Haushalt eingestellt werden, um die priorisierten Abschnitte Stück für Stück anzugehen und nach fünf Jahren die Innenstadt hergerichtet zu haben.

Andreas Flöß hat die Idee der Freien Wähler vorgestellt.

Foto: Marc Eich

Dieser Antrag fällt zwar in eine Zeit, in der die Kassen klamm sind, Flöß sieht aber dennoch Möglichkeiten in der mittelfristigen Finanzplanung. „Wir stellen hier keine Luftnummer vor“, stellt der Fraktionssprecher klar. Zumal den Freien Wählern wichtig sei, im Zentrum zu reagieren, „damit es nicht noch schlechter wird“. Schließlich sei die historische Innenstadt ein Aushängeschild. Flöß: „Der Erfolg wäre dann permanent und immer wieder sichtbar. Außerdem ist es ein Zeichen für die Händler, die sich immer wieder bemühen.“

Der Antrag muss nun von der Verwaltung aufgearbeitet und im Gemeinderat vorgestellt werden. Die Freien Wähler sehen aber gute Chancen, dass er eine Mehrheit bei den Stadträten erhält.

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