Reise in die Vergangenheit
: Geschichtspfad in Brigachtal lädt zum Entdecken ein

Der neue Geschichtspfad lädt mit zwölf Tafeln dazu ein, bei einem Spaziergang in die spannende Vergangenheit der Gemeinde Brigachtal einzutauchen.
Von
Hella Schimkat
Oberndorf
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Josef Vogt an der Informationstafel vor Beckhofen: Am Tag des offenen Denkmals wird der neue Geschichtspfad in Brigachtal offiziell eröffnet.

Hella Schimkat

Endlich ist es soweit: Am Sonntag, 14. September, am Tag des offenen Denkmals, wird in Brigachtal der Geschichtspfad von Landrat Sven Hinterseh, Bürgermeister Michael Schmitt und Bürgern unweit der Alten Mühle in Klengen eröffnet.

Josef Vogt, der schon immer in die Geschichte der Gemeinde Brigachtal involviert war und viele Schriften und auch Bildbände erstellt hat, zeigt sich sehr zufrieden, dass der Geschichtspfad jetzt eröffnet wird.

Bei einem Rundgang macht er Halt vor einer großen Tafel, die vor Beckhofen am Fahrradweg aufgestellt ist und erklärt im Gespräch mit unserer Redaktion: „Hier ist alles über den Weiler Beckhofen, der schon im Jahr 752 im Urkundsbuch von St. Gallen schriftlich festgehalten wurde, aufgeschrieben“.

Das Weiler Beckhofen lag bedeutsam, da es die einzige Brücke zwischen Villingen und Donaueschingen über die Brigach hatte, steht dort geschrieben. 700 Jahre gehörte Beckhofen dem Kloster St. Gallen an und wurde 1803 ein gemeindefreier Ort. Es ranken sich viele Geschichten um Beckhofen und das Gasthaus Ochsen, denn der Weiler hatte keine Ortspolizei. Dort konnte bis spät in die Nacht gefeiert werden. 1924 wurde Beckhofen von der Gemeinde Klengen, jetzt Ortsteil von Brigachtal, eingemeindet.

Erste Idee von der Gruppe Bundschuh

Die erste Idee, einen Geschichtspfad einzurichten, habe Lucian Huber von der Gruppe Bundschuh vor Jahren gehabt, so Vogt. Der Bundschuh habe den Grundstein für den Pfad gelegt, als entlang des Radwegs von der Alten Mühle in Klengen bis nach Beckhofen an drei Stellen Findlinge mit Bronzetafel aufgestellt wurden, so Vogt. Auf den Bronzetafeln steht der Bauernkrieg um 1524, der Brand von Klengen 1893 und die Gründung der Gemeinde Brigachtal 1974.

Im Rahmen der Flurbereinigung von Überauchen sei die Idee entstanden, Wege zu verschönern, auf Tafeln den Hintergrund über die nähere Umgebung festzuhalten und die Ortsgeschichte zusammenzufassen.

Zwölf Tafeln mit Infos

Zwölf Tafeln seien nun aufgestellt und rechtzeitig vor der Eröffnung des Geschichtspfades fertig geworden, so Vogt. Jemand von der Flurbereinigung habe ihn angerufen und erklärt, dass er diese Tafeln erstellen wolle und dass er Informationen benötige, berichtet Vogt. Vogt und Annette Hengstler, Assistenz des Bürgermeisters Michael Schmitt, hätten die Informationen zusammengestellt und geliefert, fährt Vogt fort.

Der Geschichtspfad mit den Tafeln stehe unter dem Motto „Komm mit und wandere und studiere die Geschichte“, betont er. Er selbst werde bei der Eröffnung dabei sein und dann schnell zu der ehemaligen Tongrube fahren, wo er einiges vorbereitet habe. In der Tongrube wurde von 1838 bis 1916 Weißton für die Majolikafabrik in Schramberg abgebaut. Hier hatten mehrere Generationen von Überauchener Familien einen Ort für ihren Broterwerb und aus dem notwendigen Fuhrgeschäft wurde im Laufe der Zeit ein ordentliches Fuhrunternehmen. Diese Tongrube übermittelt den Eindruck eines „Lost Places“, den die meisten Bürger vergessen hätten, erklärt Vogt.

Die Tongrube: Hier wurden früher unter der Erde die Loren mit Ton angefahren. (Archivfoto)

Foto: Hella Schimkat

Das sind die Themen und Standorte der zwölf Tafeln: Mühle Bauernkrieg (1), Geschichte der Orte (2), Brand von Klengen (3), Martinskirche (4), Weiler Beckhofen (5), Kapelle Beckhofen (6), Tongrube (7), Kelten und Römer (8), Plattenmoos (9), Ententurm (10), Schanze (11), Übersichtstafel (12).

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