Oberer Brühl in VS: Grünes Herz für neues Stadtquartier in Villingen-Schwenningen

Ein Blick aus der Vogelperspektive auf das Obere-Brühl-Gelände in Villingen: Noch sieht es hier nicht wirklich nach attraktiven Grünflächen aus – das soll sich aber bald ändern. Für die Planung hat der Gemeinderat nun grünes Licht gegeben.
Marc EichIm neuen Stadtquartier „Oberer Brühl“ in Villingen sollen die öffentlichen Grünflächen nun Gestalt annehmen.
Der Gemeinderat hat dazu den entsprechenden Projektbeschluss gefasst. Technischer Ausschuss und Verwaltungs- und Kulturausschuss hatten in der Vorwoche bereits entsprechende Empfehlungsbeschlüsse abgegeben.
„Die Planung schafft ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Aufenthaltsqualität, Natur- und Klimaschutz sowie Wirtschaftlichkeit“, hieß es in der Sitzungsvorlage der Stadtverwaltung.
Geplant ist für das wichtig städtebauliche Projekte in Villingen-Schwenningen, bei dem aus einer ehemals militärisch genutzten, versiegelten Fläche ein moderner Lebensraum für Wohnen und Verwaltung werden soll, ein umfassendes Freiraumkonzept mit drei zentralen Bereichen.
Ein „grünes Herzstück“ ist geplant
Zum einen wäre da der Ewald-Merkle-Platz als „grünes Herzstück“, außerdem ist ein Nord-Süd-Grünzug vorgesehen sowie der naturnah gestaltete Bereich am Sägebach. Ziel ist insgesamt eine hohe Aufenthaltsqualität und eine bessere Verbindung von Natur, Klima- und Stadtentwicklung.
Der Ewald-Merkle-Platz soll auf seiner Fläche, die fast so groß wie ein Fußballfeld ist, unter anderem Sitzbereiche, Spielflächen und ein Wasserspiel bereithalten. Zwischen dem neuen Stadtarchiv und dem neuen Bürgeramt soll ein multifunktionaler Freiraum geschaffen werden, der mit einem begehbaren Wasserspiel, Spiel- und Freizeiteinrichtungen sowie gemütlichen Sitzgelegenheiten zum Verweilen einladen.
Verbindung zur Geschichte
Ein lockerer Baumrahmen und historische Naturstein-Akzente sollen modernes Design mit der Geschichte des Ortes verbinden. So soll die Brücke zur Historie des ehemaligen Exerzierplatzes geschlagen werden.
Entlang der nördlichen Quartiersgrenze soll die Natur spürbar werden. Wer die Ruhe sucht, soll hier am Sägebach fündig werden. Die Böschungen werden abgeflacht, um das Wasser wieder erlebbar zu machen. Drei neue Zugangspunkte sollen dazu einladen, die Füße im Wasser baumeln zu lassen, während naturnahe Wiesen und Blühflächen den Lebensraum für Insekten und Vögel stärken sollen.
Der Nord-Süd-Grünzug soll die Kirnacher Straße mit dem Zentrum des Quartiers verbinden. Abwechslungsreiche Pflanzflächen und „Rasentaschen“ sollen für eine hohe Freiraumqualität entlang der Verkehrswege sorgen und eine angenehme, beruhigte Atmosphäre schaffen.
Kosten von 3,6 Millionen Euro prognostiziert
Die prognostizierten Gesamtkosten für das Projekt liegen bei rund 3,6 Millionen Euro. Ein Teil der Ausgaben – 1,95 Millionen Euro – könnte über Städtebauförderung refinanziert werden. Der Bau soll abschnittsweise erfolgen, beginnend mit dem zentralen Platz. Der Baustart soll zeitnah nach Abschluss der Hochbauarbeiten erfolgen.
Der entsprechende Projektbeschluss des Gemeinderats in der Sache, der das Ganze nun konkret auf den Weg bringt, fiel am Ende einstimmig aus.