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Villingen-Schwenningen Ein wichtiges Stück Stadtgeschichte geschrieben

Von
Trauer um Ehrenbürger Ewald Merkle. Archiv-Foto: Heinig Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Birgit Krause-Sittnick

Villingen-Schwenningen. Ewald Merkle ist tot. Der Villinger Ehrenbürger und Träger des Bundesverdienstkreuzes und des päpstlichen Ordens starb gestern am frühen Morgen mit 88 Jahren im Schwenninger Krankenhaus. Zuletzt lebte er in "seinem" Altenheim St. Lioba.

Mit ihm verliert Villingen nicht nur einen beliebten und engagierten Bürger, sondern eine große Persönlichkeit, die Stadtgeschichte geschrieben und die Stadtentwicklung maßgeblich vorangetrieben hat. Dabei hat Ewald Merkle nicht nur Anstöße für wichtige Einrichtungen gegeben, sondern selbst tatkräftig angepackt. "Vom Nichtstun kann man nicht leben", lautete Merkles Devise ein Leben lang. Kein Wunder, dass er selbst für seine Trauerfeier Vorbereitungen getroffen hat. Auf seinen Wunsch hin findet diese im Münster statt.

Die politische Heimat Ewald Merkles war die CDU. Mehr als 40 Jahre lang war er Mitglied des Gemeinderates, 26 Jahre Bürgermeister-Stellvertreter und ebenso lange Zweitkandidat der CDU bei Landtagswahlen hinter Alt-Ministerpräsident Erwin Teufel, mit dem ihn eine tiefe Freundschaft verband. "Mensch sein heißt Mitmensch sein", so umschrieb Teufel Merkles Einsatz für andere anlässlich seines 85. Geburtstages. Und OB Rupert Kubon sprach von beispielhaftem "Bürgersinn aus christlicher Überzeugung".

Daher rührte auch Merkles Engagement im kirchlichen Bereich. Für die Münsterpfarrei, in der er selbst aufwuchs, engagierte er sich mehr als ein halbes Jahrhundert, unter anderem als Leiter des katholischen Volksbüros und Schlüsselverwalter des "Spechtlochs", eines Freizeitheimes zwischen Unterkirnach und St. Georgen. Zudem setzte er sich mit dem Bau des Münsterzentrums ein Denkmal. Über 50 Jahre gehörte er der Kolpingsfamilie an.

Am 21. September 1924 wurde Ewald Merkle am Romäusring 1 geboren, dort wo heute das Theater am Ring steht. Später zog die Familie in die Rietstraße 40, gleich neben das Riettor, um. Nach der Kaufmannslehre bei der Firma Wiebelt folgten Arbeits-, Kriegsdienst und drei Jahre Gefangenschaft.

1948 kehrte der junge Merkle nach Villingen zurück und kurbelte als Leiter des Volksbüros das Leben in den Villinger und den südbadischen Pfarreien an. 1949 gründete er aufgrund der gravierenden Wohnungsnot die Baugenossenschaft "Neue Heimat", heute Familienheim, und half dadurch vielen Familien aus großer Not. Unter seiner Regie entstanden Tausende Wohnungen. Bis zum Schluss habe er sich Protokolle zeigen lassen und noch heute gründe mancher Arbeitsablauf auf dem "Schema Ewald", erzählt sein Enkel Sebastian Merkle lächelnd. Er erinnert an seinen Großvater aber auch als absoluten Familienmenschen, dessen große Lieben seine Frau Gretel und "das Städtle" gewesen seien.

Trotz der schweren Schicksalsschläge durch den Tod seiner Frau sowie seiner Söhne Gerd und Klaus blickte Ewald Merkle auf ein erfülltes Leben zurück. Die Erweiterung des Altenheimes St. Lioba war eine seiner letzten Aufgaben als Geschäftsführer. Unzählige Ehrungen wurden ihm zuteil, so war der Ur-Villinger unter anderem 36 Jahre erster Präsident der Stadtharmonie und ebenso lange Präsident des Blasmusikverbandes Schwarzwald-Baar und Vize-Präsident des Bundes Deutscher Blasmusikverbände.

Die Trauerfeier mit anschließender Beisetzung findet am Freitag, 13 Uhr, im Villinger Münster statt.

 
 

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