Nach über 30 Jahren in Villingen: Diakonin Christine Janke verabschiedet sich bald in den Ruhestand

Diakonin Christine Janke geht im Herbst dieses Jahres in den Ruhestand.
Simone NeßChristine Janke ist seit mehr als drei Jahrzehnten fester Bestandteil des evangelischen Kirchenbezirks Villingen. Mit ihrem ansteckenden Optimismus, ihrer positiven Art und ihrem Glauben hat die 65-Jährige die Gemeinde auf vielfältige Weise geprägt. Im Herbst dieses Jahres verabschiedet sich die Diakonin in den Ruhestand.
Ihre berufliche Laufbahn startete in Hannover. Dort schlug sie zunächst einen ganz anderen Weg ein. 1978 nahm sie ein Studium der Tiermedizin auf, das sie 1984 erfolgreich abschloss. Sie mochte Tiere und mag sie noch heute gerne – doch in der Praxis zeigte sich, dass dieser Beruf nicht dem entsprach, was sie sich dauerhaft vorstellen konnte. Über die Studierendengemeinde kam sie mit dem Beruf der Diakonin in Berührung – und fand darin ihre Berufung. 1988 begann sie deshalb das Studium der Religionspädagogik.
In dieser Zeit lernte sie auch ihren späteren Ehemann kennen, den sie 1990 heiratete. Nach dem Studium zog sie mit ihrem Mann in den Süden, zunächst nach Bad Krozingen. Dort absolvierte sie ihr Anerkennungsjahr als Diakonin. In dieser Zeit kamen ihre ersten beiden Kinder zur Welt.
Im August 1994 ging es für Christine Janke schließlich nach Villingen. Ihr Mann hatte eine Lehrstelle in Furtwangen angetreten, und sie suchte eine Anstellung in der Nähe. Diese fand sie zunächst in der Villinger Paulusgemeinde und gestaltete dort das Gemeindeleben maßgeblich mit.
Abwechslungsreicher Berufsalltag
Im Jahr 2000 zog Christine Janke mit ihrer Familie von Villingen nach Pfaffenweiler und bekam ihr drittes Kind. 2007 wechselte sie schließlich in die Markusgemeinde, wo sie bis heute tätig ist. „Das hat sich gut ergeben“, sagt die 65-Jährige, die wegen der Familie ohnehin im Ort bleiben wollte. Zu dieser Zeit arbeiteten die vier evangelischen Stadtpfarreien noch weitgehend unabhängig voneinander. Christine Janke jedoch erkannte früh die Chance, dass die Gemeinden näher zusammenrücken. Dass sich inzwischen in Form der evangelischen Stadtgemeinde eine große Einheit gebildet hat, erlebt die Diakonin als Bereicherung.
Nach 31 Jahren im evangelischen Kirchenbezirk Villingen blickt Christine Janke auf einen abwechslungsreichen und erfüllten Berufsalltag zurück. Stets geschätzt habe sie, dass sie Menschen in verschiedenen Lebensphasen begleiten durfte: bei Taufen, im Religionsunterricht an der Haslachschule, in der Konfi-Zeit mit Jugendlichen, bei Trauungen und Gottesdiensten.
Zu ihren Aufgaben gehörten zudem Mini-Gottesdienste für die jüngsten Gemeindemitglieder, Seniorenheimgottesdienste, die ökumenische Bibelwoche oder die Kinderbibelwoche, die früher in den Herbstferien stattfand, zählt sie auf. Ebenso war und ist ihr die Kirchenmusik seit jeher ein Herzensanliegen.
Engagiert ist sie auch in der ambulanten Hospizbewegung, die inzwischen zum Caritasverband Schwarzwald-Baar gehört. Daraus entstand eine Trauergruppe, in der die Diakonin den Menschen als Trauerbegleiterin zur Seite steht.
Gottesdienste bereiten ihr Freude
Am meisten Freude bereitete ihr in ihrem Berufsalltag jedoch die Gestaltung von Gottesdiensten, insbesondere Familiengottesdiensten. Und auch an die Zeit mit den Konfirmanden erinnert sie sich gerne zurück. Es sei immer toll gewesen, sich mit den Jugendlichen über den Glauben auszutauschen. Zu den Höhepunkten ihrer Tätigkeit zählt sie auch die ökumenischen Kirchentage, die 2007 und 2015 in Villingen stattfanden.
Unterstützung fand sie jederzeit im Team: Die Kolleginnen und Kollegen hätten stets ein gutes Miteinander gepflegt, auf Augenhöhe zusammengearbeitet und sich trotz aller Unterschiede gut ergänzt.
Auch deshalb schwingt etwas Wehmut in Christine Jankes Stimme mit, wenn sie über ihren Ruhestand spricht. Der Abschied fällt ihr nicht ganz leicht: Der tägliche Kontakt zu den Kollegen, das gute Miteinander, die Gemeindearbeit – all das wird Christine Janke in ihrem Ruhestand fehlen. Und trotzdem scheint die Freude darüber, für anderes künftig mehr Zeit zu haben, zu überwiegen – mehr Zeit vor allem für ihr Enkelkind, das erst vor wenigen Wochen zur Welt kam und mit der Familie in Norwegen lebt.
In Tannheim sozial engagiert
Künftig hat sie auch mehr Zeit für ihr Pferd und das Singen im Chor. Darüber hinaus ist die 65-Jährige in Tannheim – hier lebt sie seit zwei Jahren – im Nachbarschaftshilfeverein aktiv und möchte sich künftig auch in der Nachsorgeklinik engagieren.
Und wenn in der Stadtgemeinde doch mal Not am Mann ist – dann ist Christine Janke auch nicht abgeneigt, einzuspringen. „Dann darf man mich gerne ansprechen“, versichert sie und lacht.
Am Sonntag, 28. September, wird Christine Janke um 10.30 Uhr in einem Gottesdienst in der Markuskirche in Villingen verabschiedet.
