Nach Großbrand: Teeladen „TeeMa“ findet in der Villinger Innenstadt eine neue Heimat

Freuen sich, dass TeeMa eine neue Heimat gefunden hat: Die Citymanager Simone Mader und Thomas Herr (von links) , WIR-Geschäftsführer Matthias Jendryschik, Eigentümer Daniel Fehrenbach, Inhaberin Marga Grießhaber und OB Jürgen Roth.
Marc EichMarga Grießhaber überkommen immer wieder die Emotionen, wenn es um ihren Teeladen in der Gerberstraße geht. Der Großbrand in der Villinger Innenstadt und die Auswirkungen auf ihr Fachgeschäft für Tee, Geschenke und Accessoires sorgten zunächst für einen Schock.
„Mir war zum Heulen zumute“, sagt sie. Ein einziges Mal durfte sie ihr Geschäft seit dem Brand betreten und zumindest noch Porzellan und Teekannen einpacken, die eventuell wieder genutzt werden können. Die restlichen Produkte und auch ein Großteil der Einrichtungsgegenstände fielen dem Wasserschaden zum Opfer. Schnell wurde vor Ort klar: Hier kann es für TeeMa nicht weitergehen.
Was dann folgte, berührte sie im Herzen. „Die Anteilnahme der Kunden und die aufmunternden Worte haben mich tief berührt – da kullerten die Tränen über die Backen“, gibt sie zu. Für sie war damit dann auch klar, dass sie ihr Herzensprojekt so nicht zu Ende gehen lassen möchte. Vielfach ist ihr Hilfe angeboten worden, damit der Teeladen weiterhin eine Zukunft hat. „Das hat mir gezeigt, dass TeeMa mehr als ein Laden, sondern viel mehr ein Ort der Begegnung und Gemeinschaft ist.“
Citymanager Thomas Herr: „Genau solche Läden machen die Innenstadt aus.“ Und genau deshalb war es für Herr und seine Kollegin Simone Mader klar, dass für TeeMa eine neue Zukunft gefunden werden muss. Was dann folgte, nennen nicht nur die Citymanager, sondern auch Grießhaber Fügung.
Citymanagement stellt schnell Kontakt her
Denn innerhalb kürzester Zeit konnte über das Citymanagement einen Kontakt zum Eigentümer eines Geschäfts in der Rietstraße aufgebaut werden – dem ehemaligen Porzellanladen. Genau in diesem Laden wollte Grießhaber vor 19 Jahren, als sie TeeMa aus der Taufe hob, eigentlich ihre Neueröffnung feiern. Die Pläne damals zerschlugen sich – dass nun ausgerechnet ein Brand dazu führt, dass sie nun endlich in ihren „Traumladen“ darf, hätte sie nicht für möglich gehalten.
Doch auch die Eigentümer Johannes Auberle und Daniel Fehrenbach – sie besitzen die Immobilie seit zwei Jahren – halten diese Lösung für einen Idealfall. „Wir könnten uns nichts Besseres vorstellen – weder, was das Produkt, noch was die Mieterin betrifft“, so Fehrenbach. Für das 90 Quadratmeter große Ladenlokal gab es zwar bereits Pläne, man hat jedoch auf den richtigen Mieter gewartet – und nun gefunden.
TeeMa wagt nun den Neustart
Das entzückt auch Oberbürgermeister Jürgen Roth: „Ich habe mich sehr gefreut, dass Sie nach diesem schrecklichen Ereignis nicht gesagt haben, dass Sie den Schlüssel umdrehen werden.“ Für das Stadtoberhaupt handelt es sich um „einen der schönsten Läden in der Rietstraße“ – und damit auch um einen perfekten Standort für TeeMa.

Marga Grießhaber erklärt WIR-Geschäftsführer Matthias Jendryschik ihre Pläne für den neuen Laden in Villingen.
Foto: Marc EichDennoch muss Grießhaber nun einen Neustart wagen. Sie braucht neue Möbel, neue Ausstattung, neue Produkte. „Deshalb wird das auch erstmal improvisiert sein“, erklärt sie. Kein Schreiner könnte so kurzfristig ihr neues Geschäft ausstatten. Zwar handelt es sich vorerst um eine Pop-up-Lösung – doch vielleicht auch etwas Dauerhaftes? Wer weiß. Denn für Grießhaber ist nach mehreren Bränden in der Gerberstraße klar, dass sie nicht mehr dorthin zurückkehren möchte.
Ihre Pläne sehen zunächst jedenfalls vor, dass sie im August eröffnet, um weiterhin für ihre Kunden da zu sein. „In einem anderen Laden, aber mit vertrautem Duft“, sagt Grießhaber mit einem Lächeln. Und freut sie auf ihren Neustart im Herzen der Villinger Innenstadt.