Katholische Jugend in Villingen
: Spaß und Abenteuer in Ferienlagern

Generationen von Kindern und Jugendlichen haben die Sommerferien in Freizeiten der Villinger Kirchengemeinden verbracht und erinnern sich an die gemeinsamen Erlebnisse.
Von
Martin Disch
Oberndorf
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Die Bernhardshütte auf der Friedrichshöhe bietet für Kinder- und Jugendgruppen beste Voraussetzungen für eine gelungene Ferienfreizeit und wird in den Sommerferien auch genutzt.

Martin Disch

Tradition haben die Ferienlager der katholischen Jugend aus Villingen seit Jahrzehnten. Auch in diesem Jahr sind die Gruppen der Seelsorgeeinheit unterwegs.

Die Münsterjugend war traditionell zum Ferienbeginn im Zeltlager in Sauldorf bei Meßkirch. Über 50 Jugendliche genossen das Zeltlager. Froh waren die Verantwortlichen, dass sich das Wetter nach heftigen Regenschauern besserte. Die Lagerleitung und die Mitverantwortlichen hatten ein abwechslungsreiches Programm angeboten und ließen sich die Laune nicht verderben.

Die Pfarrei St. Konrad hat zwei Hauslager. Die Jugendlichen ab der sechsten Klasse werden vom 25. August bis 4. September in Grafath bei München sein, die Kinder von der dritten bis fünften Klasse beziehen vom 6. bis 13. September die Bernhardshütte auf der Friedrichshöhe.

Ein Hauslager auf der Bernhardshütte für Kinder von neun bis 13 Jahren bietet auch die Fidelisgemeinde vom 31. August bis 6. September an. Das abseits liegende Haus auf der Friedrichshöhe mit den großen Spielflächen bietet sich für eine Freizeit seit mehreren Jahrzehnten an.

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Konfession spielt keine Rolle

Bei allen Freizeiten spielt es keine Rolle, ob die Kinder in der Pfarrgemeinde wohnen. Auch die Konfession spielt keine Rolle. Schon in den 1950er-Jahren fuhren Jugendliche aus der Stadt mit ihren Pfarrern per Zug oder mit dem Fahrrad in ein Ferienlager.

Ein Boom setzte in den 1960er-Jahren ein, als Vikar Otto Doll mit Pfarrer Karl-Johannes Heypeter 1965 in die Gemeinde St. Fidelis kam. Bei dem Wort Ferienlager bekommen viele der damaligen Teilnehmer noch glänzende Augen und geraten ins Schwärmen. Die Lager waren strikt nach Geschlechtern getrennt. Das änderte sich erst in den 1970er- und 1980er-Jahren.

Renate Kraus erinnerte sich noch an ein Ferienlager im Bregenzerwald, als man über einem Kuhstall auf dem Boden übernachtete. Die Kleider und der Schlafsack hätten noch Tage nach dem Lager nach Kuhmist gerochen. Und Eberhard Matt erwähnte, dass diese Freizeiten für die Jugend ein Inbegriff von Ferien, Sommer und Abenteuer war. Viele Familien hatten damals noch nicht die Möglichkeit, in den Urlaub zu fahren. Die Jugend der Fidelisgemeinde ging oft nach Schwanderberg im Kanton Glarus. Oberhalb des Ortes Schwanden gegenüber des Glärnisch lag die Hütte, die auf die Jugend eine besondere Faszination ausübte.

Am Brunnen gewaschen

Die Lebensmittel, die man mit dem Bus mitnahm, musste man weit den Berg hinauf transportieren, da die Hütte abseits jeglicher Straßen lag. Vom Dorf fuhr ein Bauer mit dem Traktor das Gepäck noch ein Stück bergauf, den Rest mussten die Jugendlichen tragen. Jeder musste ein Glas Marmelade, Hartwurst und ein Brot mitbringen. Koffer waren hinderlich, ein Rucksack praktisch.

Das Haus wirkte wie ein Schloss mit Türmchen. Über der Veranda betrat man das Haus, das keinen elektrischen Strom hatte. Erst Jahre später wurde ein Stromaggregat gekauft. Kerzen und Gaslampen dienten als Lichtquellen. Gewaschen hat man sich mit eiskaltem Gebirgswasser am Brunnen. Auf Schwanderberg gab es auch nur eine Toilette.

Die Hütte auf dem Schwanderberg im Kanton Glarus erweckt bei vielen Erinnerungen an Erlebnisse in der Kinder- und Jugendzeit, als sie viele Ferienfreizeiten in der Schweiz verbrachten.

Foto: Martin Disch

Das Leben war einfach. Die Milch wurde auf der Alm geholt. Das Küchenpersonal war erfinderisch. Wenn es warm war, gab es Himbeersaft mit Wasser. Das Lagerfeuer gehörte wie beim Lager der Münsterjugend bis dato zur Tradition.

Ehemaliger Dekan Kurt Müller besuchte die Pfarrjugend

Ein Höhepunkt waren die Besuche des Vikars, der zur Hütte oder zum Feldlager kam, um die heilige Messe mit den Kindern zu feiern. Auch der ehemalige Dekan Kurt Müller besuchte die Pfarrjugend und nahm seine Gitarre mit. Meist dauerten die Lager zwei Wochen. Am zweiten Sonntag wurde nach Schwanden zum Gottesdienst gewandert und vor Müdigkeit schliefen manche ein. Wanderungen standen immer auf dem Programm. Es wurde Fußball gespielt und unter der Veranda war eine holprige Kegelbahn, wobei man die Kugel oft suchen musste, da sie den Berg hinunter rollte. Am Abend sangen alle und spielten. Noch Jahre später fanden die Besucher in den Holzwänden die Namen der Mädchen und Jungen aus Villingen eingeritzt wieder.

Romantik und Abenteuer

Später zog es die Jugendlichen auch vermehrt nach Österreich, ins Allgäu oder sogar nach Frankreich. Es war immer kostengünstig. Mit den heutigen Freizeiten kann man das nicht mehr vergleichen, Brand- und Hausschutz sowie Hygienevorschriften änderten die Lokalitäten. Aber es geht auch heute um das Gemeinschaftserlebnis, Romantik, Abenteuer und Freiheit, und wer einmal dabei war, der wird diese Tage nicht vergessen.