Jazzfestival in Villingen: Von orientalischen bis zu experimentellen Klängen

Dieter Engesser, Georg Seiler und Simeon Disch (von links) blicken schon voller Vorfreude in das diesjährige Programm des Festivals vor der Bar im Villinger Jazzclub.
Merle GoschkowskiDass hinter der braunen Metalltür in der Webergasse in Villingen schon Berühmtheiten waren, ist nur schwer zu erahnen, doch beim Betreten des Jazzclubs in Villingen ist schon der Duft von Vorfreude auf die diesjährigen Konzerte zu riechen.
Deshalb wird es dieses Jahr wieder das „Jazzin‘ The Black Forest 8“ von Donnerstag, 18. September, bis Sonntag, 21. September, in Villingen geben. Acht, weil das Festival nun schon zum achten Mal auf die Beine gestellt wird, dieses Jahr aber eine Woche später, damit es nicht in den Sommerferien von Familien liege, erzählen die Organisatoren.
Die vergangenen Jahre wurde das Festival in Zusammenarbeit des Jazzclubs Villingen mit dem „Freundeskreis SABA MPS“ organisiert, allerdings wird der Jazzclub von nun an alleine den Besuchern die Weite des Jazz‘ präsentieren. Dennoch wäre dies ohne die gute Zusammenarbeit mit Stadt, Land und Bund kaum möglich.
Dass der Jazzclub, auch weit verbreitet als „Jazzkeller“, seine „Qualität und Kontinuität“ wie es Simeon Disch, einer der Organisatoren aus dem Jazzclub beschreibt, einmal mehr unter Beweis stellen möchte, ist nicht nur an dem breiten Angebot aus dem Jazz, sondern auch an den bekannten Namen erkennbar.
Sven Regener gastiert mit dem Trio „Regener Pappik Busch
Bei den vergangenen Festivals lockten die Veranstalter mit Berühmtheiten wie der Schauspielerin Adele Neuhauser und der Pianistin Aki Takase. Auch dieses Mal stehen bekannte Namen wie Sven Regener mit dem Trio „Regener Pappik Busch“ und „Ladwigs Hot Jazz Orchestra“ auf der Liste. Mit weiteren Acts von „Funky Voyage“ und „Crutches“ macht sich das Festival einen Namen. Einzigartige Klänge bietet dabei eine Kanun, eine griechisch-türkische Zither gespielt von Eleanna Pitsikaki in der Band EPI.
Damit ist alles abgedeckt, vom Großstadt-Jazz der Crutchers über die „Goldenen 20er“ mit dem Hot Jazz Orchestra bis hin zum Klang des östlichen Mittelmeerraums mit EPI. „Es ist für jeden was dabei“, verspricht Disch. Doch dass zwei Bands an einem Abend spielen, wird es erstmals nicht mehr geben, jedoch bleiben die Acts aufgeteilt auf den Jazzclub und das Theater am Ring.
Das Festival soll den Menschen die „Türen öffnen“, hin zur Welt des Jazz’ und „Lust auf mehr“ geben, wie es Simeon Disch formuliert. Das Festival bildet den Auftakt zum kommenden Herbstprogramm im „Jazzkeller“, in dem weitere Konzerte warten. Jedoch sei zu betonen, dass nicht nur große Stars, sondern auch regionale Musiker auf die Bühne des Jazzclubs geholt werden.
Sorgen um Finanzen
Inmitten all dieser Vorfreude auf die Musik, die Emotionen, die Lust und den Spaß gibt es trotzdem ein Problem: „Die Musikszene hat Angst“, so Disch. Clubs müssten sich Gelder erkämpfen, denn viele Geldtöpfe seien bereits leer. Sponsoren zu finden, werde schwieriger und auch die Künstler würden mit CDs oder Schallplatten kaum noch etwas verdienen. Trotzdem seien dafür die Preise im Jazzclub im Vergleich zu vielen anderen Clubs mit dem Niveau niedrig, Ermäßigungen gibt es auch.
Ehrenamtliches Engagement
Dies zeigt sich auch bei den Besuchern. Im Alter von fünf bis 92 Jahren sei wohl alles dabei, den Generationswechsel habe der Club daher hinbekommen, erzählt Simeon Disch und ist sichtlich stolz. Die viele Arbeit, auch getragen durch ehrenamtliches Engagement, zahle sich aus.
Nun heißt es: nicht mehr lange warten. Schon bald macht der Duft von Vorfreude der Lust auf ganz viel Spaß und einzigartigen Abenden mit vielen tollen Musikern Platz, viele neue Leute werden sich hinter der braunen Tür des Jazzkellers in der Webergasse bei dem Festival einen Namen machen – und das ermöglicht durch den Jazzclub Villingen.
Das Festival
Die Bands
Das Festival „Jazzin‘ the Black Forest“ startet am Donnerstag, 18. September, im Jazzkeller in der Webergasse mit der Gruppe EPI, die griechischen und orientalischen Jazz im Gepäck hat. Den Jazz der Goldenen 20er- und 30er-Jahre bringt Ladwigs Hot Jazz Orchestra am Freitag, 19. September, im Theater am Ring auf die Bühne. Sven Regener gastiert mit Richard Pappik und Ekki Busch als Trio „Regener Pappik Busch“ am Samstag, 20. September, im Theater am Ring. Danach steigt ab 22 Uhr eine Funky-Voyage-After-Show-Party im Jazzkeller. Zum Abschluss präsentiert die Formation Crutches experimentelle Klänge am Sonntag, 21. September, im Jazzkeller. Die Konzerte beginnen um 20 Uhr.
Vorverkauf
Wer sich jetzt schon Tickets sichern möchte, kann dies online über Vibus-Tickets oder an Vorverkaufsstellen wie im Franziskaner Kulturzentrum in Villingen oder im Bahnhof Schwenningen bei der Tourist-Info und dem Ticket-Service tun. Darüber hinaus stehen auch alle Vorverkaufsstellen im Verbund Kulturticket Schwarzwald-Baar-Heuberg zur Verfügung.