Innenhoffestival VS: Schweißtreibend und voller Energie

Voll in Aktion: die Musikerinnen und Musiker von Skyline Green aus Nürnberg.
Cornelia HellwegHalbzeit beim Innenhoffestival in Villingen am Dienstagabend, den die Nürnberger Band Skyline Green gestaltete.
Den fünften Abend nutzten Festivalmacher Richard Hehn und Jürgen Kern für eine Dank ans Publikum. „Wir sind schon richtig Teil des Hofes“, so Hehn und wies auch den Charakter der neuntägigen Veranstaltung hin. „Wir sind ein Festival der Kontraste und bieten jeden Abend ein anderes Genre.“ Statt KI-generierter Titel gebe es hier richtige Musik auf die Ohren und Liede, die nicht in jeder Playlist zu finden sind.
Mittels der sechs Musikerinnen und Musiker von Skyline Green gab es am Dienstagabend auf jeden Fall was auf die Ohren. Denn mit drei Saxofonspielern, Schlagzeug, zwei Gitarren und einem Keyboard war für Rhythmus gesorgt, der ganz offenbar zum Tanzen animierte. Bei Temperaturen von noch nahe der 30 Grad um 20 Uhr Abends nicht selbstverständlich.

Mitten durchs Publikum zur Bühne.
Foto: Cornelia HellwegMittendrin von Anfang an – Publikum und Band verschmolzen schnell zu einer Einheit. Einige der Musiker kamen ihre Instrument spielend von hinten quer durch das Publikum zur Bühne, bildeten davor einen Reigen und nahmen dann ihre Plätze auf der Bühne ein. Skyline Green bringen eine Mischung aus Ska, Balkan, Reggae, Funk und Salsa zu Gehör. Die Texte sind spanisch, englisch und deutsch. Los ging’s mit Gitarrenriffs und dem noch neuen Song „Querido“. Außerdem präsentierte die Band Stücke aus dem 2024er-Album Cobra Libre. In den Innenhof der Villinger Scheuer fehlten zwei der Musiker. Eine Saxofonistin war kurzfristig eingesprungen und sorgte dafür, wie Sänger Luca Wecera erzählte, dass der Auftritt stattfinden konnte.
Energie der Band färbt ab
Von den ersten Tönen an zog es das zahlreiche Publikum auf die Tanzfläche vor der Bühne. Bald war es richtig voll, und die Energie der Band färbte offensichtlich auf die Zuhörer ab.
Neben Gute-Laune-Songs spielten sie Stücke mit klaren Botschaften. „Egal, ob Wasserschutz oder Klimastreik – wir sind dabei, damit die Skyline green bleibt“, intonierte der Sänger. Tenorsaxofonistin Anna Brand erläuterte ein Lied, das sich mit dem Thema Femizide (Morde von Frauen aufgrund des Geschlechtes) beschäftigt, und sie lieferten ihre Version des bekannten Liedes „Bella Ciao“. Dies als Reaktion „auf rechte Hetze und die AfD“.
Zum Schluss wurde nicht nur getanzt, sondern auch zusammen gesungen. Nach so guter Unterhaltung kam die Band um Zugaben nicht herum, die auch gerne gewährt wurden. Nach Einbruch der Dunkelheit war es dann auch nicht mehr ganz so heiß, so dass das aktive Mitgehen leichter viel. Und die Band aus Nürnberg weiß jetzt, wie man Villingen-Schwenningen richtig ausspricht. Auch das ein Grund, wiederzukommen.
