Innenhof-Festival in Villingen: La Nefera bringt Publikum zum Toben

Mit ihrer temporeichen Show und der mitreißenden Musik begeistern La Nefera und ihre Band beim Innenhof-Festival.
Martina ZieglwalnerSie tanzt und hüpft über die Bühne, singt und rappt in einem irrwitzigen Tempo los, sofort springt die Energie auf das Publikum über: die Künstlerin La Nefera, die mit ihrer Band beim 35. Innenhof-Festival in Villingen für brodelnde Stimmung sorgte.
Im Vorfeld habe mancher Bedenken geäußert, ob bei der Altersstruktur des Publikums überhaupt jemand zum Hip-Hop-Konzert kommt, gab Festivalsprecher Richard „Richie“ Hehn zu, doch er und seine Mitstreier seien sich sicher gewesen, mit den Musikern genau die Richtigen für den Innenhof engagiert zu haben. Die Besucher stimmten ihm nicht nur mit Jubel zu, sondern ließen sich von den ersten Takten an mitreißen.
Voller Drive legt die in der Dominikanischen Republik geborene Jennifer Perez los, die mit zehn Jahren nach Basel kam und sich inzwischen als La Nefera einen Namen weit über die Schweiz hinaus gemacht hat. Auch in Villingen begeistert sie das Publikum, kaum auf der Bühne, zieht es die ersten auf die Tanzfläche, die sich mit jedem Song weiter füllt – immer wieder auch angefeuert von der Sängerin und ihren Musikern, nach vorne zu kommen.
Dass die Texte von La Nefera ausschließlich auf Spanisch sind, stört keinen, schnell sind zumindest die Refrains intus, um lauthals mitzusingen. Und La Nefera pusht nicht nur die Zuhörer, sondern lässt sich auch von ihnen antreiben.
„Das war das Warm-up, bevor wir zum Partyblock kommen“, verspricht sie nach den ersten Liedern, und tatsächlich kocht der Innenhof. „Meine Hauptmessage ist es, das Leben zu genießen“, ruft sie in die Menge, wirbelt los, und alle stimmen mit ihr „A vivir“ an.
Sängerin trauert im Lied „Ay amor“ einer verlorenen Liebe hinterher
Ihr gelingt es, diese Lebensfreude mit ihrer Musik zu vermitteln, sie mischt Hip-Hop und Rap mit Elektrobeats und feurigen Latin-Elementen oder rockt mal zu Metal-Klängen ab und trauert in dem balladenhaften Lied „Ay amor“ einer verlorenen Liebe hinterher.
Überhaupt steckt sie voller Emotionen und Power, aber selbst wenn sie auf der Bühne ausgelassen feiert, macht sie immer wieder deutlich, dass sie mit ihrer Musik nicht nur Spaß haben will, sondern zudem Botschaften hat, sich gegen Intoleranz und für die Rechte aller Menschen einsetzt.
Energiegeladener Sound bringt alle ins Schwitzen
Mit diesem energiegeladenen Sound, der jedem Musiker seinen Raum gibt und alle ins Schwitzen bringt, schlägt sie das Publikum den ganzen Abend in Bann. Da will es keiner glauben, dass schon anderthalb Stunden vergangen sind und die Show vorbei ist.
Lauter Applaus schallt über den Hof, La Nefera und ihre Band legen nochmals los, und sie lassen sich nach den lauten Rufen der Zuschauer nach den ersten Zugaben auch noch ein zweites Mal zurück auf die Bühne bitten – zum Ende eines Abends, bei dem die heißen Rhythmen perfekt zu der sommerlichen Hitze passten.