Innenhof-Festival in Villingen: Schwobarock sorgt für einen fulminanten Auftakt

Das Auftaktkonzert des Innenhof-Festivals geriet mit dem Auftritt von „The Franz Mayer Experience“ schon zu einem ersten Höhepunkt.
Sabine Krümmer- Auftakt des 36. Villinger Innenhof-Festivals: „The Franz Mayer Experience“ vor vollem Haus.
- Alex Köberlein, Gründer von Schwoißfuaß und Grachmusikoff, führt launig durch das Programm.
- Rock- und Popklassiker treffen auf oberschwäbische Texte mit Humor und Sozialkritik.
- Beispiele: „Aicha“ wird zu „Naischla“, „Hey little girl“ zu „Lidl-Girl“ – Publikum feiert mit.
- Höhepunkte: Querflötenpassagen à la Jethro Tull und Zugaben mit Schwoißfuaß-Songs.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das 36. Innenhof-Festival begann am Freitagabend mit einem Kracher: Alex Köberlein und seine Rottweiler rockten als „The Franz Mayer Experience“.
Eine lange Schlange bildete sich vor dem Konzert vor dem Eingang, weil nicht wenige im Vorverkauf keine Karte mehr bekommen hatten und auf den letzten Drücker auf ihr Glück an der Abendkasse oder noch nicht abgeholte Karten hofften. Dieser Andrang verwunderte auf den ersten Blick, denn die fünfköpfige Band „The Franz Mayer Experience“ trat erstmalig beim Innenhof-Festival auf. Doch Kenner der Szene wussten längst: Mit Alex Köberlein trat nicht weniger als der Gründer von „Schwoißfuaß“ und „Grachmusikoff“ auf. Es war also Schwobarock vom Feinsten angesagt.
Überpünktlich standen die Musiker auf der Bühne, wobei Frontmann Köberlein spontan selbst die Moderation übernahm und auf die Vertreter des Innenhof-Festivals wartete. Damit war von der ersten Sekunde an das Publikum im brechend vollen Innenhof auf seiner Seite und amüsierte sich köstlich.Und ja, auch im badischen Villingen versteht man Schwäbisch! Wunderbar launig erzählt der bald 75-jährige, wie er Kontakt zu seinen Rottweiler Musikern fand, die zum Beispiel mit einem Schlagzeug von Neckermann oder einem selbstgebastelten Bass antraten.
Bühnenpräsenz reißt sofort alle mit
Köberlein entschuldigt sich dafür, dass er öfter mal „nohogge“ muss, mit Krücken betrat der Sänger, Flötist und Saxophonist die Bühne. Trotz dieser Einschränkung glänzt der Vollblutmusiker und Sprachakrobat mit einer Bühnenpräsenz, die alle sofort mitreißt. Der rote Faden des Konzerts bildet die Behauptung, dass viele Klassiker der Rock- und Popgeschichte eigentlich in Schussenried entstanden und gestohlen seien. Welthits im Schwäbischen Original also.
So wird der Hit „Aicha“ von Chaled flugs zu „Naischla“, reinschlagen auf Hochdeutsch. „Mir hon als Kinder scho kämpfe miese“, so Köberlein. Hintergründig ist der schwäbische Text, aber mit Wortwitz und beschreibt den Alltag im Gefängnis und von Köberleins Vater, einem Wolgadeutschen. Dieser müsse „immer mal herhalten in den Liedern“. Aber auch Sozialkritik bauen die Musiker gekonnt ein, so beim Stück „Lidl-Girl“, natürlich geklaut von Ice House und dort zu „Hey little girl“ vertont.
Tiefgründige Texte auf Oberschwäbisch
Es entsteht ein mitreißender Spannungsbogen zwischen den sattsam bekannten Melodien beispielsweise von Ice House, ZZ Top, den Rolling Stones einerseits und den tiefgründigen Texten auf Oberschwäbisch andererseits. Dass das Ganze so gut rüberkommt, liegt sicherlich auch daran, dass das Quintett auf der Bühne sichtlich Spaß an der Sache hat. Ralf Trouilett, Bass und Gesang, Joo Aiple, Schlagzeug, Matze Reimann, Gitarre sowie Steff Hengstler am Keyboard ergänzen Köberlein perfekt. Ehrliche handgemachte Musik trifft auf ebenso ehrliche und teils autobiographische Texte.

Begeistert zeigte sich das Publikum vom Auftritt von Alex Köberlein im ausverkauften Innenhof.
Sabine KrümmerAls Köberlein schon zu Beginn des Konzerts zur Querflöte greift, entstehen sofort Assoziationen zu Jethro Thull und Ian Anderson. Und tatsächlich: Das letzte Stück des regulären Konzertprogramms entpuppt sich als „Locomotiv Breath“ auf Schwäbisch. Da ist längst das Publikum von den Socken, vorne an der Bühne wird ausgelassen getanzt. Natürlich gab es am Ende noch drei Schwoaßfuaß-Schmankerln als Zugabe. Und alle sangen mit: „Oiner isch emmer dr Orsch“.
Perfekter Auftakt bei lauen Sommertemperaturen
Der Auftakt des diesjährigen Innenhof-Festivals geriet also schon mal perfekt, was auch an den lauen Sommertemperaturen lag, den kühlen Getränken und den angebotenen Speisen. Traditionell leisten Ehrenamtliche die Arbeit bei der Scheuer in der Kalkofenstraße.
