Hofflohmarkt in Villingen: Menschen flanieren durch die Südstadt

In 100 Vorgärten oder Garageneinfahrten waren am Samstag in der Villinger Südstadt private Flohmarktstände aufgebaut worden
Birgit HeinigWas die Lehrerin Sabine Bonath vor einigen Jahren einfach einmal ausprobieren wollte, hat fast Kultstatus erreicht. Wie auf einer Flaniermeile spazierten die Menschen am Samstag durch die Straßen und Sträßchen der Villinger Südstadt zwischen Walkebuk und Bleichestraße, Kalkofen- und Weiherstraße.
Was seinerzeit mit auf Anhieb unglaublichen 60 Haushalten begann, die für Besucher ihr Innerstes nach außen kehrten, sprich im eigenen Garten oder dem Hof Gebrauchtes, Abgeliebtes, Zu-klein-Gewordenes und Vergessenes zum Kauf anboten, begeisterte diesmal schon 100 Familien.
Dabei ging es nicht nur um den Umweltgedanken, Dinge einer neuen Bestimmung zuzuführen und sie damit nicht zu Müll werden zu lassen, sondern auch um Begegnungen und Gespräche, einfach ein Miteinander. Vor dem Haus der Bonaths war das mit am deutlichsten zu sehen, hatte die Familie doch zusammen mit ihren Nachbarn und Mitorganisatoren, den Uhings, neben ihrem Angebot von Gebrauchtwaren in der Garageneinfahrt auch Stehtische aufgestellt, an denen man die Crêpes genießen konnte, die eigens für die kleinen und großen Besucher gebacken und gegen eine Spende abgegeben wurden. Um die Ecke hatten die Ketterers gar ihr Wohnmobil vor dem Haus geparkt und die Markise herausgerollt, um davor Vasen, Gläser, Geschirr und Dekoartikel feilzubieten.
Luftballons weisen den Weg
Bunte Luftballons wiesen den Weg zu den Hausnummern, unter denen die Marktbeschicker hinter liebevoll dekorierten Tischen und Bänken zu finden waren. Insbesondere die Kinder hatten ihren Spaß, sowohl beim Ein-, als auch beim Verkaufen. Hier wurde ein neues, aufregendes Spielzeug für wenig Geld erstanden, dort nahmen kleine Hände ein Zwei-Euro-Stück entgegen, das mit ehrfürchtiger Miene in die Kinderkasse wanderte. Omas und Opas waren bei der Suche nach kleinen Schätzen für die Enkelkinder erfolgreich.

Die Familie Ketterer funktionierte beim Garten- und Hofflohmarkt kurzerhand ihr Wohnmobil zum Verkaufsstand um.
Foto: Birgit HeinigEltern interessierten sich hauptsächlich für Kleidung für den schnell wachsenden Nachwuchs. Ganz im Sinne von „Bares für Rares“ waren mit Kennermienen aber auch die Sammelnden unterwegs und hielten Ausschau nach Kuriosi- und Antiquitäten. Das Wetter spielte seine für einen Erfolg des Flohmarktes ausschlaggebende Rolle gut, der befürchtete Regen blieb aus.

Joel, Romy und Aaron Bonath (von links) buken Crêpes.
Foto: Birgit Heinig„Wir haben den Markt extra jahreszeitlich nach vorne verschoben,“ sagt Sabine Bonath und erinnert sich an einen viel zu heißen Sommertag vor zwei Jahren, als die Menschen dem Besuch des Südstadtflohmarktes schattige Plätzchen oder das Freibad vorzogen.