Höhentraining für die Psyche?
: So hilft eine junge Forscherin aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis der Sportwelt

Sie testete: Kann Höhenluft das Stressempfinden senken? Cora Galm von der HFU Furtwangen fand überraschende Antworten – und wurde dafür bundesweit mit Preisen belohnt. Ein Durchbruch für die Rehabilitation?
Von
red/pm
Schwarzwald-Baar-Kreis
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So oder so ähnlich könnte das Training aussehen.

So oder so ähnlich sieht das Trainingsumfeld aus, wenn man herausfinden will, was Höhenluft mit Sportlern macht, man aber im „flachen“ Schwarzwald-Baar-Kreis forscht.

HFU Furtwangen
  • HFU-Forscherin Cora Galm prüft: Senkt Höhenluft das psychische Stressempfinden?
  • Fünf Wochen Hypoxietraining bei simulierten 3000 Metern mit Rad, Ruder und Laufband.
  • Ergebnis: Subjektiver Stress sank vor allem durch Sport, nicht klar durch Höhe.
  • Die Herzratenvariabilität verbesserte sich signifikant in der Hypoxiegruppe.
  • Für ihre Studie erhielt Galm Preise und Vortragseinladungen, sie plant die Promotion.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es ist kein alltägliches Thema, dessen sich eine Nachwuchswissenschaftlerin der Hochschule in Furtwangen verschrieben hat: Es geht um Stressreduzierung durch Höhenluft. Aber ist das überhaupt möglich?

Cora Galm jedenfalls forscht an der Hochschule Furtwangen zu den Auswirkungen von Höhentraining. Und wenn sie an ihrem Forschungsthema arbeitet, schwingt sie sich dafür auch mal auf den Fahrradsattel – und zwar in einer ganz besonderen Umgebung. Statt Ausfahrt im Grünen absolvierte sie für ihre Masterarbeit regelmäßige Trainingseinheiten im Hypoxiezentrum Villingen-Schwenningen, neben rund 60 Probanden.

Wie Sportler davon profitieren

Dort wurde in simulierter Höhe von 3000 Metern in speziellen Räumlichkeiten geradelt, gerudert und gelaufen, um herauszufinden, inwieweit sich das psychische Stressempfinden durch Höhenluft verändert.

Die Nachwuchswissenschaftlerin arbeitet an der Fakultät II: Engineering & Technology der Hochschule Furtwangen (HFU) und wurde auf das Thema aufmerksam, als ein Dozent vom Aufbau des Höhenzentrums berichtete. „Es gibt schon sehr viel Forschung dazu, wie positiv sich Hypoxietraining auf den Körper auswirkt und wie Sportlerinnen und Sportler sich diesen Effekt zunutze machen können“, erklärt sie. „Aber die psychologischen Auswirkungen, inwieweit Höhentraining einen Einfluss auf Stressparameter hat, das hat bislang noch niemand getestet.“

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Forscherin kommt zu großen Ehren

Hierfür untersuchte sie während eines fünfwöchigen Trainingsprogramms verschiedene Parameter wie die Herzratenvariabilität, die Mikrozirkulation oder das subjektive Stressempfinden. Dabei erhielt sie auch Unterstützung vom Team des Hypoxiezentrums Altimed und ihren beiden Betreuern an der HFU,  den Professoren Folker Wenzel und Thomas Schiepp. Auf welch großes Interesse ihr Forschungsansatz in der Fachwelt stieß, überraschte sie selbst.

„Ich wurde etwas ins kalte Wasser geworfen und sollte das Thema direkt auf Fachkongressen vortragen und mit einem Poster vorstellen“, berichtet sie. Und das mit Erfolg: Für ihre Arbeit erhielt sie ein Kongressstipendium für das Rehabilitationswissenschaftliche Kolloquium in Leipzig inklusive eines eigenen Vortrags im Nachwuchsforum. Bereits vergangenen Herbst wurde ihr zudem der erste Posterpreis der Deutschen Gesellschaft für klinische Mikrozirkulation und Hämorheologie verliehen.

„So aufgeregt war ich noch nie“

Besonders lebendig bleibt ihr der Reha-Kongress im März in Erinnerung: „So aufgeregt war ich noch nie in meinem Leben“, erzählt sie lachend. Die Kongressteilnehmenden hatten viele Fragen – zu Messungen, Vorgehen und Resultaten ihrer Studie.

„Die Ergebnisse haben zwar gezeigt, dass das subjektive Stressempfinden nicht stark mit der Höhe, sondern vor allem mit sportlicher Betätigung zusammenzuhängen scheint. Vor allem die Herzratenvariabilität zeigte jedoch signifikante Verbesserungen in der Hypoxiegruppe“, berichtet Cora Galm. „Das möchte ich aber möglichst noch differenzierter betrachten.“

Cora Galm forscht an der HFU am Thema Hypoxie

Cora Galm forscht an der HFU am Thema Hypoxie.

HFU Furtwangen

Cora Galm könnte sich vorstellen, das Thema Hypoxieforschung in Bezug auf verschiedene Bereiche in der Rehabilitation weiter zu vertiefen.

Und wozu das alles?

Nachdem sie an der HFU bereits ihre Studienabschlüsse Medical Engineering und Technical Physician erreicht hat, strebt sie dafür nun die Promotion an

Ihre Ergebnisse könnten helfen, Höhentraining künftig nicht nur als Instrument zur Leistungssteigerung zu sehen, sondern auch als Möglichkeit im Bereich der Rehabilitation.