Heimatmuseum in Brigachtal: Sanierung könnte deutlich teurer werden

Die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes an der Bondelstaße 25 in Überauchen stellt sich kostenintensiver als geplant heraus. Vor allem die Kosten für das angrenzende ehemalige Milchhäuschen (rechts) beschäftigen den Gemeinderat.
Rainer BombardiDie geplante Gebäudesanierung des ehemaligen Heimatmuseums an der Bondelstraße 25 im Ortskern von Überauchen inklusive dem angrenzenden ehemaligen Milchhäuschen läuft nicht wie erhofft.
Die zur Vergabe der Gewerke Abbruch/Rückbau, Rohbau und Zimmermannsarbeiten eingegangenen Submissionsergebnisse liegen teilweise massiv über den Kostenberechnungen.
Der Gemeinderat stimmte deshalb dem Vorschlag der Verwaltung zu, die Submission für den Rohbau aufzuheben und bezüglich des Angebots in Nachverhandlungen zu gehen.
Bauamtsleiter Patrick Lutz informierte, dass gegenüber der Kostenberechnung in Bezug auf den Rohbau die Preisdifferenz von 70 Prozent Mehrkosten die Verwaltung zu diesem Schritt veranlasst haben. Auch die Submissionsergebnisse für die Gewerke Abbruch und Zimmermann landeten über der Kostenberechnung, doch die Preisdifferenz war bei weitem nicht so groß. Deshalb stimmte der Gemeinderat mehrheitlich der Vergabe dieser Gewerke zu.
„Die eingegangenen Angebote brachten nicht das erhoffte Ergebnis“, berichtete Lutz von einem geringen Interesse an der Ausschreibung für die denkmalgeschützte und baurechtliche Nutzungsänderung im Erdgeschoss. „Alle, die ein Angebot abgaben, haben unter diesen Bedingungen entsprechend kalkuliert“.
Erhöhte Anforderungen
Co-Geschäftsführer des beauftragten Architekturbüros Akku Siyami Akyildiz verwies auf die erhöhten Anforderungen die eine Sanierung an einem Gebäude mit sich bringen, das gesamthaft unter Denkmalschutz steht. „Wir suchen demnächst in Gesprächen nach Lösungen, die zu einer Minderung der Angebotskosten führen sollen,“ ergänzte Akyildiz.
Joachim Eichkorn (CDU) war überzeugt, dass bei einem denkmalgeschützten Gebäude jeder in die vollen gehen kann. Albrecht Sieber (Pro Brigachtal) war vor allem die seiner Meinung nach zu geringe Unterfangung des Fundaments des Milchhäuschens ein Dorn im Auge. Er appellierte während der Ausführung der Sanierung die mögliche aufsteigende Feuchtigkeit von unten zu beachten. Zudem forderte er einen Kostenvergleich gegenüber einem Normalbau ein.
Gute Erfahrungen
„Wir sind Eigentümer und verpflichtet, das Gebäude instand zu halten. Benötigen wir tatsächlich eine vergleichende Berechnung der Quadratmeterpreise die uns nicht weiterbringt?“, widersprach Brita Krebs (Bürgerinitiative Brigachtal). Theo Effinger (CDU) merkte an, dass die Sanierung des Milchhäuschens zwar überproportionale Kosten verursachen mag. „Wir können das denkmalgeschützte Gebäude aber nicht so stehen lassen“.
Olaf Faller (Bürgerinitiative Brigachtal) hegte Bedenken bezüglich eines erfolgreichen Ausgangs der geplanten Nachverhandlungen. Erfreut nahm er davon Kenntnis, dass die Verwaltung in Bezug auf die Arbeiten an der Kindertagesstätte Bondelbach gute Erfahrungen mit dem günstigsten Anbieter für die deutlich über der Kostenberechnung liegenden Rohbaukosten sammelte.
Deadline im November
Einstimmig beschloss der Gemeinderat die nach den Förderrichtlinien der Gemeinde bezuschussten privaten Sanierungsmaßnahmen im Ortskern von Überauchen auf den 31. Dezember 2025 zu begrenzen. Stand heute sind acht private Sanierungsmaßnahmen eingegangen, deren Förderung mit weniger als 1000 bis maximal 35 000 Euro betrug. Die gesamte Fördersumme liegt bei mit 142 000 Euro.
„Die Abschlussrechnungen weiterer privater Maßnahmen müssen bis spätestens Ende November 2025 auf der Verwaltung eingegangen sein“, erläuterte Bürgermeister Michael Schmitt, dass die Fördergelder aufgrund der benötigten Bearbeitungszeit nur noch bis zu diesem Datum gesichert sind.