Die Trockenlegung des Kellers des Heimatmuseums in Überauchen steht an erster Stelle weiterer Maßnahmen. Foto: Schimkat

Das Heimatmuseum im Ortskern von Überauchen ist in die Jahre gekommen. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Für einen möglichen Verkauf fand sich kein Interessent.

Brigachtal - In der Gemeinderatsitzung stellten die Architekten Christian Kuberczyk und Siyami Akyildiz mögliche Sanierungskonzepte vor – von der Basis- bis zur Maxi-Variante. Die geplante Sanierung stellt die letzte große kommunale Hochbaumaßnahme in der Ortsmitte von Überauchen im Zuge des laufenden Ortskernsanierungsprogrammes dar.

 

Keller bereits im Vorgriff

Der Gemeinderat beschloss, als Vorgriff zur eigentlichen Sanierung den Keller im Laufe des Jahres 2022 trockenzulegen. Die Maxi-Variante sehe viele Eingriffe im Dachbereich mit einem zusätzlichen Treppenhaus im Bereich Milchhäusle und dessen Teilabbruch vor, so Kuberczyk. Im Obergeschoss wären mehrere Wohnungen geplant, im Dachgeschoss Maisonette-Wohnungen, barrierefrei wäre alles durch einen Treppenturm mit Aufzug. Die Gesamtkosten würden sich auf 4,19 Millionen Euro belaufen.

Die Midi-Variante wäre für rund 3,7 Millionen Euro machbar. Es gäbe weniger Eingriffe im Dach, im Obergeschoss würden sich mehrere Wohnungen befinden, im Erdgeschoss sei eine Mischnutzung für Jung und Alt möglich, im Untergeschoss gäbe es Abstellmöglichkeiten, so die Architekten.

Basisvariante sieht das Instandhalten vor

Die dritte und kleinste Variante würde insgesamt 2,55 Millionen Euro kosten. Das Museum bleibe im Erdgeschoss bestehen, im Untergeschoss bleiben die Vereine, im Dachgeschoss würde das Dach erneuert. Die Basisvariante sieht das Instandhalten des Gebäudes vor. Im Dachgeschoss würde nur die Dachhaut erneuert, die Wohnungen im Obergeschoss würden bleiben, das Erdgeschoss mit Museum und das Untergeschoss für die Vereine bliebe erhalten. Hier liegen die Kosten bei 1,4 Millionen Euro.

Ein Abbruch steht nicht zur Debatte

Bürgermeister Michael Schmitt fasste zusammen: Abbruch stehe nicht zur Debatte. Einen Investor habe man nicht gefunden. Die ganz große Variante sei zu viel, die Basisversion alleine zuwenig, befand er. Mit zu vielen Wohnungen in diesem Gebäude werde man eventuell ein Konfliktpotenzial herausfordern. Man habe mit der Altertumsgesellschaft diskutiert, die ungern das Museum verlassen würde, eine Modernisierung aber mittragen würde, so Schmitt. Die vorgelegten Kosten seien eine erste Schätzung, bei einem denkmalgeschützten Gebäude müsse man mit Überraschungen rechnen, unterstrich er. Als dringende Maßnahme sehe er die Abdichtung des Kellers, um weiterer Feuchtigkeit entgegen zu wirken.

Die Diskussion

Josef Vogt hätte zu diesem Thema gerne mehr Bürger in der Halle gesehen. Er gab zu bedenken, dass man eventuell aus der Förderung herausfalle, wenn man nur einen halben oder viertel Schritt mache, aber die Basis-Variante sei erst einmal vorrangig. Jürgen Kaltenbach hatte gerechnet und legte die Kosten, die die Gemeinde bei jeder Variante drauflege vor. "Muss das sein?" fragte er, so groß sei der historische Wert des Gebäudes doch nicht, hier handele es sich um ein Fass ohne Boden, er sei dagegen. Joachim Eichkorn hatte auch etwas Bauchweh, man sollte mal klären, was man mit dem Gebäude vorhabe, eine Trockenlegung sei erst einmal in Ordnung. "Trockenlegung ja, Heizung (Nahwärme vom Dorfhaus) ja", dann sollte man ein richtiges Konzept entwickeln und darüber beraten, äußerte sich Theo Effinger. Jens Löw erklärte, wenn man das denkmalgeschützte Gebäude einfach so stehen lasse, verrotte es, das sei kein angenehmer Anblick inmitten des neuen Ensembles, das ringsherum entstehe. Er sprach sich für die Basisvariante aus, dann müsse man abwarten, welche Fördermittel zu erwarten seien. Markus Rist war auch für die Trockenlegung, dann sollte man Stück für Stück weitermachen.

Nahwärme für dieses Gebäude vorgesehen

Ortsbaumeister Patrick Lutz sah eher die Mini-Variante momentan im Vordergrund, denn das Dach müsse richtig gemacht werden. Vorrang habe jedoch der Keller, außerdem habe man die Nahwärme ja auch für dieses Gebäude vorgesehen. Zum Schluss erklärte Schmitt, dass mit der Basis begonnen werde, ein Vollausbau sei nicht denkbar, auch ein Förderrahmen habe seine Grenzen.