Hallenbad in Unterkirnach: Wie es mit dem Aqualino weitergeht

In einem dritten Workshop im Aqualino wurden Ideen für eine Nachnutzung des ehemaligen Hallenbads gesucht.
Hella SchimkatDer dritte Workshop fand am Samstag im Bad statt, vielleicht ergibt sich daraus eine Entscheidung über die Nachnutzung des Bads, Fördermittel wurden längst im Aussicht gestellt.
Ein erster Vorschlag, der im Gemeinderat vorgestellt wurde, war ein Funpark mit einer modular aufgebauten Anlage, ein zweiter Vorschlag war ein Trampolinpark. Das Springen auf 14 großen Trampolinen könnte mit interaktiven digitalen Elementen verbunden werden, hieß es.
In einem zweiten Workshop, zu dem wieder Jugendliche eingeladen wurden, stellten John Mohr, neuer Tourismusbüroleiter, und Bianca Schweiger, Mitarbeiterin in der Tourist-Information Unterkirnach den Jugendlichen mittels Virtual-Reality-Brille eine mögliche Gestaltung der Räume im ehemaligen Bad dreidimensional erlebbar vor.
Im Herbst 2024 informierte Bürgermeister Andreas Braun den Gemeinderat, dass das Land Baden-Württemberg 536 000 Euro in das ehemalige Hallenbad für eine mögliche Umnutzung in ein Jugend- und Begegnungszentrum investieren würde.
Hoffen auf den großen Wurf
Am vergangenen Samstag trafen sich rund 15 Gemeinderäte und Vereinsvorsitzende auf Einladung von John Mohr zum dritten Workshop im Aqualino in der Hoffnung, dass sich der große Wurf in Sachen Nachnutzung herauskristallisieren würde.
Die Teilnehmer erhielten Blätter mit Fragen, wie zum Beispiel „Was braucht ein Raum, damit Jugendliche und junge Erwachsene gerne freiwillig kommen?“ oder „Wie kann dieser Ort zur echten Begegnung führen, nicht nur zum Konsum von Angeboten?“
Moderiert wurde der Vormittag von John Mohr und Architekt Akyldiz Kuberczyk.
Bei dem Resümee meldete sich Cornelia Ries, langjährige Jugendleiterin des FC Alemannia und Gemeinderätin zu Wort: „Wir mussten eure Fragen beantworten. Das fand ich nicht gut“, bemängelte sie. Sie sei der Meinung gewesen, dass alle Teilnehmer ihre eigenen Vorschläge unterbreiten könnten, betonte sie.
Rolf Weißer betonte, dass Jugendliche angeleitet werden müssten und in Gruppen zusammengeführt werden sollten, anders gehe es nicht. Als Idee wurde vorgeschlagen, das Orchestrion per Rechner zu planen, oder Pflanzen mit Hilfe von Software zu bewässern und zu düngen, man habe ja auch noch die Hochschule in Furtwangen, die eingebunden werden könne. Ein weiterer Vorschlag war der Bau eines durchsichtigen Glasbaus, in den sich Eltern hineinsetzen können, um zuzuschauen.
Den Hubboden erhalten
Uwe Kreuzpointner, Vorstand des Kieschtock-Zunft wünschte, dass der Hubboden auf jeden Fall erhalten bleibe, einen Kraftraum könne er sich zum Beispiel vorstellen. Kinoabende und Spieleabende für Senioren wurden vorgeschlagen, es sollte auf keinen Falle eine Konkurrenz zur Gastronomie entstehen, wurde gewarnt.
Angebote wie Gymnastik oder Sitzungen für Vereine wurden angeregt, die Eintrittspreise sollten human sein. Dabei stellte sich die Frage, wie hoch ein Eintrittspreis sein könnte, damit sich die Investition rechne? Weitere Vorschläge waren, das Untergeschoss für Jugendliche anzubieten, die Sauna sollte man belassen und eventuell einen kleinen Spabereich einrichten. „Einerseits einen Spabereich einrichten und andererseits das Schwimmbad schließen, das sei ja wohl ein Witz“, wurden Stimmen laut.
Zu einem Spabereich würden auch die Wohnmobilisten kommen, hieß es. Doch die Barrierefreiheit sei ein Problem, der Eingangsbereich müsse geändert werden.
Große Zielgruppe
Die Zielgruppe müsste so breit wie möglich sein, viel Werbung wäre notwendig, hieß es weiter.
John Mohr erklärte abschließend, dass er die Ergebnisse einsammle. Im November/Dezember müsse über die Kosten gesprochen werden, im Januar 2026 müsse dann die Richtung beschlossen werden.
Bürgermeister Andreas Braun schaute vorbei und betonte, er finde es toll, wenn sich Menschen am Wochenende die Zeit nehmen, um sich einzubringen und Ideen zu sammeln.