Großübung der Feuerwehr VS
: Ein Zugunglück fordert Rettungskräfte bei Übung heraus

Ein ICE, ein quer auf den Gleisen liegendes Auto und ein Linienbus bildeten die Kulisse einer groß angelegten Rettungsübung in Villingen. 188 Beteiligte trainierten am Bahnübergang West die Menschenrettung, die Versorgung Verletzter und das Zusammenspiel der Hilfsorganisationen.
Von
Jochen Schwillo
Villingen-Schwenningen
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Am Bahnübergang West an der Villinger Mühlenstraße fand am Samstag eine groß angelegte Übung der Feuerwehr mit Unterstützung der Deutschen Bahn und des Roten Kreuzes, sowie weiterer Organisationen statt.

Am Bahnübergang West an der Villinger Mühlenstraße fand am Samstag eine groß angelegte Übung der Feuerwehr mit Unterstützung der Deutschen Bahn und des Roten Kreuzes, sowie weiterer Organisationen statt.

Jochen Schwillo
  • Großübung in Villingen-Schwenningen: Komplexes Bahnunfall-Szenario am Bahnübergang West.
  • ICE, Linienbus und Auto auf den Gleisen – 188 Kräfte trainierten Rettung und Zusammenarbeit.
  • Beteiligte: Feuerwehr Villingen und Rietheim, Deutsche Bahn, DRK, THW sowie Bundespolizei.
  • Realistische Bedingungen mit Nebel, geschminkten Verletzungen und Notarztseminar im Einsatz.
  • Ziele waren Menschenrettung, Triage, technische Hilfe und abgestimmte Abläufe zwischen Behörden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am Samstagmorgen lag über dem Bahnübergang West an der Villinger Mühlenstraße eine ruhige, fast unscheinbare Stimmung. Doch schon der erste Blick zeigte: Es war alles vorbereitet für eine groß angelegte Übung.

Ein verkürzter ICE – zwei Triebköpfe, vier Mittelwagen, rund 146 Meter lang – war zuvor mit einer Diesellok an den Übungsort geschoben worden. Dann stand schräg ein roter Linienbus der Südbadenbus-Gesellschaft auf den Gleisen bereit, und ebenso lag ein Auto auf dem Dach mitten auf den Schienen. Die Szenerie wirkte nüchtern, aber eindeutig: Ein komplexer Bahnunfall sollte möglichst realistisch nachgestellt werden.

Stadtsprecherin Madlen Falke ordnete die Bedeutung der Übung ein: „Solche groß angelegten Einsatztrainings sind wichtig, um Abläufe zu festigen und die Zusammenarbeit über Organisationsgrenzen hinweg zu stärken.“ Besonders bemerkenswert sei, so Falke, dass es sich um die erste gemeinsame Übung dieser Art mit allen beteiligten Einrichtungen und Behörden in Villingen-Schwenningen überhaupt handelte. „Die Vorbereitung war intensiv, und wir sehen heute, wie gut die Organisationen zusammenarbeiten. Im Ernstfall muss alles schnell, strukturiert und koordiniert ablaufen.“

Zuvor waren die Statisten realistisch geschminkt worden – Platzwunden, Verbrennungen, Schockzustände –, Notärzte überprüften ihre Ausrüstung, und Einsatzkräfte positionierten sich. Alles war darauf ausgelegt, den Rettungskräften eine Lage zu bieten, die einem Ernstfall so nahe wie möglich kommt.

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Kurz nach 11 Uhr begann die Großübung der Feuerwehr Villingen-Schwenningen mit den Abteilungen Villingen und Rietheim, gemeinsam mit der Deutschen Bahn und zahlreichen weiteren Organisationen dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und dem Technischen Hilfswerk (THW). Insgesamt waren 188 Personen beteiligt. Gegenüber der Kutmühle wurde ein großer Verletzten-Sammelplatz eingerichtet, an dem die Betroffenen registriert, triagiert und versorgt wurden.

Statisten spielen Rollen mit großer Authentizität

Das angenommene Szenario war anspruchsvoll: Ein ICE kollidiert am Bahnübergang mit einem Auto und einem Linienbus. Der Lokführer ist bewusstlos und kann die Türen nicht öffnen. Im Privatwagen befinden sich zwei Personen, im Bus zwölf, im Zug 25. Der Busfahrer steht zunächst unter Schock, reagiert nicht auf Ansprache, öffnet später aber die Türen. Nebelmaschinen sorgen für eingeschränkte Sicht, ein demoliertes Auto liegt quer über den Schienen, und die Statisten spielen ihre Rollen mit großer Authentizität.

„Wir haben vor sechs Wochen angefangen, das Szenario zu entwickeln“, erklärte Stephan Groß vom städtischen Amt für Feuerwehr und Bevölkerungsschutz, der gemeinsam mit Nadja Will die Übungsleitung übernahm. „Die Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn war intensiv, aber sehr gut. Heute Vormittag lief alles reibungslos.“ Will ergänzte: „Unter möglichst realistischen Bedingungen zu üben, ist entscheidend. Nur so können wir im Ernstfall schnell und koordiniert handeln.“

Feuerwehrleute setzen schwere Geräte ein

Als die ersten Feuerwehrfahrzeuge eintrafen, wurde der Platz schnell eng. „Bitte die Straße freimachen“, rief ein Einsatzleiter den Zuschauern zu. „Die Kräfte müssen hier gleich durch.“ Kurz darauf liefen Feuerwehrleute mit schwerem Gerät zum Auto, während DRK-Teams ihre Tragen bereitstellten. Die Bundespolizei sicherte den Bereich, das THW bereitete technische Unterstützung vor.

Ein Bahnmitarbeiter betonte die Bedeutung solcher Übungen: „Eigentlich könnten solche Trainings viel häufiger stattfinden. Aber die Rahmenbedingungen sind selten so günstig wie heute. Die Kooperation mit der Stadt Villingen-Schwenningen war hervorragend.“ Besonders die Frage der Oberleitung – in einem echten Unfall ein kritischer Faktor – wurde intensiv besprochen.

Notarztseminar bettet Abschluss in Szenario ein

Parallel dazu nutzte ein Notarztseminar die Gelegenheit, seine Abschlussübung direkt in das Szenario einzubetten. „Das ist eine einmalige Chance“, sagte ein Teilnehmer. „Wir können hier unter echten Bedingungen entscheiden, wer zuerst behandelt werden muss.“ Die realistisch geschminkten Verletzungsmuster zwangen die angehenden Notärzte zu schnellen Entscheidungen – ein Training, das näher an der Realität kaum sein könnte.

Während die Einsatzkräfte arbeiteten, beobachteten zahlreiche Fachleute den Ablauf. Sie notierten Zeiten, dokumentierten Entscheidungen und achteten auf Schnittstellen zwischen den Organisationen. „Wir wollen wissen, was gut funktioniert hat und wo es Probleme gab“, erklärte Übungsleiter Groß. „Das wird später detailliert ausgewertet.“ Die Übung bildete ein komplexes Einsatzgeschehen ab, bei dem unterschiedliche Aufgaben gleichzeitig bewältigt werden mussten – Menschenrettung, technische Hilfeleistung, Betreuung von Betroffenen, Absperrungen, Kommunikation zwischen Feuerwehr, Bahn, Rettungsdienst und Polizei.

Abgestimmte Abläufe und gute Zusammenarbeit

Am frühen Nachmittag klang die Übung langsam aus. Die letzten Statisten wurden versorgt, Einsatzfahrzeuge rückten ab, die Beobachter sammelten ihre Notizen. Was blieb, war der Eindruck eines hochprofessionellen Einsatzes, der unter realistischen Bedingungen zeigte, wie wichtig abgestimmte Abläufe und gute Zusammenarbeit sind. Die Großübung am Bahnübergang West war nicht nur ein Training, sondern ein Blick in eine mögliche Realität, die man sich nicht wünscht – aber auf die man vorbereitet sein muss.