Gewerbeschule VS
: Wasserschaden liefert Idee für Technikerarbeit

Die angehenden Techniker der Gewerbeschule VS präsentieren ihre Projekte. Sein Projekt stellte Sören Wiethe, der bei der St. Georgener Firma Gerland beschäftigt ist, vor.
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(red/pm)
Villingen-Schwenningen/St. Georgen
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Sören Wiethe zeigt dem Publikum bei seiner Technikerpräsentation, wie sich die Visualisierung von Beleuchtung, Toren, Fenstern und Luken sowie Wasserleitungen in der dritten Produktionshalle der Gerland KG in der implementierten Software darstellt.

Sören Wiethe zeigt dem Publikum bei seiner Technikerpräsentation, wie sich die Visualisierung von Beleuchtung, Toren, Fenstern und Luken sowie Wasserleitungen in der dritten Produktionshalle der Gerland KG in der implementierten Software darstellt.

Gewerbeschule VS
  • Gewerbeschule VS: Techniker-Schüler der FTA stellten zum Abschluss ihre Projekte vor.
  • Sören Wiethe digitalisierte bei Gerland KG das Facility Management auf KNX-Basis.
  • Auslöser war ein zufällig entdeckter Wasserschaden nahe der Stromeinspeisung.
  • Implementiert wurde „Gira Facility“, nach Vergleich dreier Programme für Dauerbetrieb geeignet.
  • Sensoren melden Zustände, Visualisierung warnt bei Lecks, Licht an oder offenen Toren – Kostenersparnis möglich.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

An der Gewerbeschule Villingen-Schwenningen haben die Techniker-Schüler der Fachschule für Technik Fachrichtung Automatisierungstechnik/ Mechatronik (FTA) zum Abschluss ihres Bildungsgangs ihre Projekte vorgestellt.

„Es ist ein wichtiger Meilenstein in der Techniker-Werdung, dass man an einem eigenen Projekt zeigt, wie die Theorie in die Praxis mündet und dass man es umsetzen kann, was man in der Schule lernt“, teilt die Schule mit.

Dabei setzt ein Aspirant zum „Staatlich geprüften Techniker“ eine Idee um, wie er etwas Neues in einem Industriebetrieb der Region erschaffen oder etwas Bestehendes verbessern will. Auf dem Weg dorthin dokumentiert und bewertet er seine Vorgehensweise, der ein Plan zugrunde liegt, in regelmäßigen Abständen und auch abschließend im Ergebnis.

Mit der Präsentation dessen, was er sich erdacht und wie er es umgesetzt hat, schließt ein Technikerschüler das zweite Jahr der FTA-Technikerschule ab und empfiehlt sich damit auch bei der ihn und sein Projekt betreuenden Firma für eine Übernahme in die Ebene zwischen den Ingenieuren und der Produktion.

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Seine Idee

Die Idee für Sören Wiethes Projekt bei der Firma Gerland KG in St. Georgen, einem mittelständischen Familienunternehmen für Präzisions- und Façondrehteile in der vierten Generation, entstand, als ein Wasserschaden in der Nähe der Stromeinspeisung zur Produktionshalle nur zufällig bemerkt wurde, bevor es zu einem wirtschaftlichen Schaden durch den Ausfall von Maschinen und Produktionsstillstand gekommen wäre.

Was könnte man tun, um etwaige Leckagen rechtzeitig zu entdecken, bevor sie offensichtlich sind und der Schaden da ist? Und wenn man schon dabei ist, was könnte man tun, damit nicht ungewollt durch offenstehende Tore und Dachluken „die Gasse geheizt wird“ oder durch unnötig angeschaltete Beleuchtung Strom und somit Geld verbraucht wird?

Zentrale Überwachung

Wiethe beschloss, die Gebäudewirtschaft (Facility Management) auf aktuelle Überwachungstechnik auf KNX-Basis umzustellen, die die Versorgungssysteme des Gebäudes zentral überwacht, visuell darstellt und Alarm schlägt, wenn Leitungen lecken, Lichter anbleiben oder Luken und Tore offenstehen, zeigt die Gewerbeschule auf.

Dafür erfasste und dokumentierte Wiethe als ersten Schritt den Bestand der Versorgungssysteme, suchte und verglich Software, die für die Gebäudewirtschaft gedacht ist, nahm schließlich das alte System zur Gebäudeüberwachung komplett herunter und implementierte stattdessen die Software „Gira Facility“, die er mit den Gegebenheiten vor Ort gefüttert hat.

„Gira Facility“ ging aus Wiethes Vergleich dreier Programme zum Facility Management als erste Wahl hervor, da diese Software nicht auf Microsoft basiert, sondern an einem deutschen Serversystem hängt und weniger Updates benötigt. Der industrielle Dauerbetrieb war nämlich die erste Maßgabe bei dem Software-Vergleich und die Möglichkeit einer unkomplizierten Erweiterung des Systems die zweite.

Monatelange Arbeit

Hinter dem anwenderfreundlichen Projektergebnis steht monatelange Arbeit. Nun, da das Projekt abgeschlossen ist, nehmen Sensoren fortwährend Messungen vor und melden die Ergebnisse in Form von BUS-Telegrammen an den Server. Die Auswertung der Daten wird dann für den Anwender der Software mit Symbolen wie einer Glühbirne oder einem Wassertropfen in den Ampelfarben Grün, Gelb und Rot bei Alarm auf einem internetfähigen Endgerät sichtbar gemacht: In der Visualisierung des Werksgebäudes wird dem Anwender genau gezeigt, welches Licht an oder aus ist oder wo die Leitungen Wasser verlieren.

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Da ein Mensch im Falle eines Alarms diesen zwingenderweise „quittieren“ muss, damit er wieder aus dem System verschwindet, müsste zu einem etwaigen zukünftigen Problem in der Gebäudeversorgungstechnik der Gerland KG schon noch der menschliche Faktor hinzukommen, damit sich ein anfänglich kleines Problem wirklich zu einem großen auswüchse.

Strom sparen

Dauerhaft unnötige Heizkosten, eine Gefährdung der Sicherheit durch offene Tore oder im schlimmsten Fall ein Produktionsstillstand aufgrund einer Leckage sind durch das andauernde Monitoring des Gebäudes durch die Software bei gleichzeitiger menschlicher Aufmerksamkeit weitestgehend ausgeschlossen.

In seiner Präsentation legte Wiethe dem Publikum auch dar, dass sich die Kosten des Projekts im oberen vierstelligen Bereich schon beim ersten durch einen Alarm verhinderten Produktionsausfall wegen einer Leckage amortisiert haben würden und ebenso, wie viele Kilowattstunden Strom im Jahresverlauf gespart werden können, wenn man dem System Folge leistet.

Was dem Publikum und der Prüfkommission der Gewerbeschule von Wiethe in einer knapp halbstündigen Präsentation zusammengefasst werden konnte, hatte zuvor mehrere Monate der Arbeit an dem Projekt bedeutet und war in der Anforderung mehr als würdig für eine Technikerabschlussarbeit.