Gemeinsam stark und laut: Warum beim Kinder-Lebens-Lauf in VS ein Traktor zum Einsatz kam

Mit Fackel, Traktor und viel guter Laune: Der Kinder-Lebens-Lauf macht Station auf dem Marktplatz vor dem Rathaus in VS-Schwenningen – ganz nach dem Motto „Gemeinsam laut und stark“.
Daniela Schneider- Kinder-Lebens-Lauf macht Station in VS-Schwenningen – Motto: „Gemeinsam stark und laut“.
- Die „Engels-Fackel“ geht von Lea Maria Rentschler an OB Jürgen Roth und dann an Moki weiter.
- Zwei Pfleger fahren mit einem Traktor vor, um Aufmerksamkeit zu schaffen, und kehren später zurück.
- Ziel der Aktion ist mehr Bewusstsein für Kinderhospizarbeit und Inklusion in der Öffentlichkeit.
- Die Fackel wird seit 2018 weitergereicht und verbindet über viele Stationen Einrichtungen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Lea Maria Rentschler hält die „Engels-Fackel“ fest in der Hand. Die 15-Jährige lächelt vergnügt und wartet gespannt auf Oberbürgermeister Jürgen Roth. Ihm wird sie die Fackel gleich weiterreichen – ein Symbol für Hoffnung, Leben, Zusammenhalt und Inklusion.
Lea gehört zur Schwenninger Sternschnuppenbande, einem Wohnbereich des Hospiz-Fördervereins Villingen-Schwenningen für Kinder und Jugendliche. Mit diesem eng verbunden ist wiederum der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst des Vereins. Dieser begleitet Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern und Jugendlichen ab der Diagnosestellung.
Gemeinsam mit weiteren Kindern und Jugendlichen, ihren Betreuenden und Familien ist die junge Fackelträgerin an diesem Nachmittag vom Virchowweg zum Schwenninger Marktplatz heruntergekommen.
Die „Engels-Fackel“ wandert weiter
Immer mit dabei: die „Engels-Fackel“. Sie war der Schwenninger Gruppe bereits am Vormittag übergeben worden. Vertreter des Palliativnetzes Lörrach waren nach VS gekommen – die letzte Wegstrecke legten sie sogar hoch zu Pferde zurück. Denn der Kinder-Lebens-Lauf soll Aufmerksamkeit schaffen und die Botschaft der Kinderhospizarbeit möglichst weit tragen.

Vertreterinnen des Palliativnetzes Lörrach brachten die Fackeln auf dem Rücken von Pferden nach Villingen-Schwenningen.
Laila MuharemovicNun ist Lea an der Reihe. Auf dem Marktplatz übergibt sie die Fackel an Oberbürgermeister Jürgen Roth. Der reicht sie anschließend an Sebastian Pietsch und Maximilian Kolk von der Mobilen Kinderkrankenpflege Moki aus Villingen weiter.

Lea Maria Rentschler hat die Fackel im Griff - und Cornelia Suhm (hinter ihr), die spontan als freiwillige Helferin zu der Aktion dazukam, freut sich sehr mit ihr und hat sie gerne zu der Aktion auf den Marktplatz begleitet.
Daniela SchneiderFür Aufmerksamkeit ist damit ebenfalls gesorgt: Die beiden sind mit einem Traktor von Villingen nach Schwenningen gefahren und haben ihn direkt vor dem Rathaus abgestellt. „Das Motto heißt ja: ,Gemeinsam stark und laut‘. Da haben wir uns gesagt: Da nehmen wir den Traktor“, sagt Pietsch mit einem Lächeln.

Oberbürgermeister Jürgen Roth übergibt die Fackel an Maximilian Kolk von der Mobilen Kinderkrankenpflege. Deren Geschäftsführer Sebastian Pietsch ist auch mit dabei und unterstützt die Aktion.
Daniela SchneiderNach der Fackelübergabe und einem gemeinsamen Abstecher in die Eisdiele geht es für die beiden mit ihrem knatternden Gefährt wieder zurück nach Villingen. Am nächsten Tag wandert die Fackel weiter zum ambulanten Kinderhospizdienst Kuckucksnest aus Neustadt. So bleibt sie in Bewegung – und verbindet die verschiedenen Stationen miteinander.
Für die Schwenninger Gruppe ist es nicht die erste Teilnahme am Kinder-Lebens-Lauf. Maria Noce, Vorsitzende der Hospiz-Stiftung Villingen-Schwenningen und Initiatorin des Projekts Kinder- und Jugendhospiz Sternschnuppe, setzt sich seit Langem für die Aktion ein.
Ihr Anliegen: Für einige Zeit soll die Kinderhospizarbeit stärker in den Mittelpunkt rücken. „Das geht jeden von uns etwas an“, lautet ihr Credo.

"Leben misst man nicht in Schritten" - da sind sich Maria Noce und ihre Begleiter einig. Die Hospiz-Fachfrau aus Villingen-Schwenningen, hier auf dem Weg mit den Kindern nach der Lebens-Lauf-Aktion, betont, dass von den acht Bewohnern der Sternschnuppenbande nur ein Kind selbstständig laufen kann und deshalb der Rollstuhl der tägliche Begleiter ist. Mit ihrem Transparent machen sie darauf aufmerksam.
Daniela SchneiderAuch Oberbürgermeister Jürgen Roth betont die Bedeutung der Arbeit. „Ich bin sehr dankbar“, sagt er in Richtung Noce. Sie und ihr Team machten sich mit großem Engagement für die Angebote in VS stark. „So traurig es ist“, dass Kinder so schwer erkrankten, so froh sei er über die vorhandenen Angebote, sagt Roth.
Was ist der Kinder-Lebens-Lauf?
- Der Kinder-Lebens-Lauf ist eine bundesweite Inklusionskampagne des Bundesverbands Kinderhospiz. Er findet alle zwei Jahre statt. Ziel ist es, Kinderhospizarbeit und die Situation von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit lebensverkürzenden Erkrankungen und ihren Familien stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.
- Namensgeberin der „Engels-Fackel“ ist ein Mädchen namens Angelina. Mit zwölf Jahren wurde bei ihr ein Gehirntumor diagnostiziert, 2013 verstarb sie. Ihr Vater entwarf danach einen Engel in Herzform, das Angel-Symbol, als Zeichen der Liebe und des Gedenkens. Seit 2018 wird dieses als Fackel beim Kinder-Lebens-Lauf weitergetragen.
- Die Route führt in diesem Jahr nicht nur durch ganz Deutschland, sondern erstmals auch durch Österreich, die Schweiz und Luxemburg. Insgesamt sind es mehr als 7000 Kilometer und mehr als 130 Stationen. Mit Start in Berlin und über insgesamt 130 Stationen wird die Fackel bis in den Europapark getragen. Bis dahin wird sie von Einrichtung zu Einrichtung weitergereicht.
- Weitere Informationen: www.kinder-lebens-lauf.de

