Gastronomie in Mönchweiler: Nach Beanstandungen: Bacco-Betreiber verteidigt seine Küche

Mitarbeiter Mario Rosamilia wehrt sich gegen die Vorwürfe.
Eva-Maria Huber- Kontrolle in Mönchweiler: Lebensmittelaufsicht fand Mängel im Lokal Bacco.
- Beanstandet wurden u. a. Spaghetti mit Geruch und Belag sowie offener Lagerbestand.
- Ein Kilogramm Räucherlachs war am Kontrolltag seit 24 Stunden abgelaufen.
- Betroffene Speisen wurden entsorgt – das Lüftergitter im Kühlraum wurde gereinigt.
- Mitarbeiter Mario Rosamilia widerspricht: Verdorbenes komme nicht zum Gast.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Gäste kommen um die Mittagszeit in das Lokal Bacco in Mönchweiler, ordern Pizza und Pasta. Vor gut einem Monat bekam Mario Rosamilia auch Besuch, allerdings nicht zum Essen. Mitarbeiter der unteren Lebensmittelüberwachungsbehörde des Landratsamtes Schwarzwald-Baar suchten Anfang Juli das Lokal zur Kontrolle auf.
Und sie wurden auch fündig, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Ein kleiner Auszug aus der Beanstandungsliste: Im Kühlraum seien leicht verderbliche Lebensmittel gefunden worden, ein gutes Kilogramm Räucherlachs in Scheiben. Das Verbrauchsdatum sei am Tag der Kontrolle bereits 24 Stunden abgelaufen gewesen.
Zudem haben die Lebensmittelkontrolleure im Kühlraum einen halb voll gefüllten Zehn-Kilogramm-Eimer entdeckt mit vorgekochten Spaghetti, der zur „Abgabe an den Endverbraucher“ bereitgehalten worden sei. Für den menschlichen Verzehr seien die Spaghetti nicht mehr geeignet gewesen.
Vorgekochte Spaghetti
Zum einen sei ein schmieriger Belag, zum anderen ein säuerlicher Geruch festgestellt worden. Zudem seien die Gitter vor dem Verdampfer im Kühlraum erheblich verschmutzt und mit Schimmel bedeckt gewesen. Ebenfalls auf der Mängelliste der Behörde standen zahlreiche Lebensmittel wie Spinat oder geschälte Zwiebeln, die im Kühlraum offen gelagert worden waren.
Nicht zum ersten Mal bekam das Lokal nach einem Kontrollbesuch Probleme. Bereits im August 2024 beanstandeten die Prüfer Hackfleisch, dessen Verbrauchsdatum abgelaufen war. Ein Bußgeldbescheid war damals die Folge. Für die Lebensmittelkontrolleure ist der Mönchweiler Fall erst einmal abgehakt: Die betroffenen Speisen wurden während der Kontrolle entsorgt und das Lüftergitter im Kühlraum gereinigt, für den Mitarbeiter ist die Sache nicht vom Tisch.
Die Vorwürfe und Beanstandungen möchte er „so nicht im Raum stehen lassen“. Seine Erklärung für säuerlich riechende, schmierige Spaghetti, die in einem Eimer im Kühlraum entdeckt worden seien? Im Gespräch mit unserer Redaktion bekräftigt er, dass verdorbene Lebensmittel niemals in der Küche verarbeitet worden wären. Alles, was in Topf, Backofen oder Pfanne lande, werde auf Frische geprüft.
„Alles wird auf Frische geprüft“
„Was glauben Sie, was ich schon alles wegwerfen musste. Kein Gast bekommt hier verdorbene Lebensmittel zu essen.“ Und das seit bald 26 Jahren. Seit November 2000 steht er hier im Bacco auch hinter der Theke. Und die vorgekochten Spaghetti, hakt unsere Redaktion nach? Rosamilia gibt zwar zu, dass angesichts der Pastamenge, die man in der Küche benötige, Nudeln vorgekocht werden, aber „alles wird geprüft, bevor es zum Gast kommt“.
Und der Räucherlachs in Scheiben, der bereits einen Tag über dem Verfallsdatum gelegen habe? Ein Tag, ja ein Tag, so Mario Rosamilia. Was das Hackfleisch anbelangt, das vor zwei Jahren aus dem Verkehr gezogen wurde: Damals habe er nicht gewusst, dass er das Fleisch am gleichen Tag noch hätte verbrauchen müssen und nicht im Kühlschrank einen Tag aufbewahren dürfen. Das Gespräch mit unserer Redaktion endet, weitere Gäste kommen. Rosamilia verabschiedet mich mit den Worten: „Ich habe niemals meinen Gästen schlechte Ware aufgetischt.“ Pause. „Was verdorben ist, kam und kommt weg.“