Für verwaiste Eltern in VS-Tannheim: Ein neuer Ort für Erinnerung, Begegnung und Hoffnung

Ein Ort der Erinnerung ist geschaffen an der Nachsorgeklinik in Tannheim.
Klinik Tannheim- In VS-Tannheim ist der Denkmal-Platz der Nachsorgeklinik neu gestaltet worden.
- Der Ort dient Eltern verstorbener kranker Kinder als Raum für Erinnerung und Abschied.
- Finanziert wurden rund 75.000 Euro vom Förderverein der Deutschen Kinderkrebsnachsorge.
- Entwurf von SWR-Gartenexperte Volker Kugel: Mondtor, Cortenstahl-Herz, Sitzsteine und Bepflanzung.
- Pro Jahr finden zwölf Rehas mit je acht Familien statt – Familiensteine erinnern an die Kinder.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit in der Nachsorgeklinik Tannheim liegt auf der Begleitung von Familien, die den Verlust ihres Kindes verarbeiten müssen. Jährlich finden dort zwölf Rehabilitationsmaßnahmen mit jeweils acht Familien statt.
Ein wichtiger Bestandteil dieser Trauerarbeit ist die gemeinsame Gestaltung von Erinnerungsstücken und Symbolen. So entsteht in jeder Reha unter anderem ein individuell gestalteter Familienstein, der auf dem Denkmal-Platz seinen Platz findet und die Erinnerung an das verstorbene Kind bewahrt.
Ein besonderer Ort bekommt ein neues Gesicht
Der Denkmal-Platz wurde nun umfassend neu gestaltet. Die Kosten von rund 75.000 Euro für die Neugestaltung übernahm laut Mitteilung der Förderverein der Deutschen Kinderkrebsnachsorge. Damit entstand ein besonderer Ort der Begegnung, Erinnerung, Besinnung und Ruhe – ein Ort, an dem Trauer ihren Raum bekommt und zugleich neue Kraft entstehen kann.
Der Förderverein, die Stiftung und die Nachsorgeklinik sind stolz auf das beeindruckende Ergebnis. Die Neugestaltung hat Volker Kugel, bekannt als SWR-Gartenexperte, vor gut drei Monaten entworfen und anschließend nahezu vollständig nach seinen Plänen umgesetzt. Entstanden ist ein harmonisch gestalteter Platz, der die Bedeutung dieses besonderen Ortes aufgreift und neu interpretiert.
Ein markantes neues Element ist das imposante Mondtor. Es steht dauerhaft am Eingang des Denkmal-Platzes und wird künftig alle Besucherinnen und Besucher willkommen heißen – auch jene Familien, die Tannheim nach ihrer Reha immer wieder aufsuchen. Der Kreis des Mondtores steht für Vollkommenheit, Unendlichkeit und Einheit. In der asiatischen Philosophie symbolisiert er zudem den Kreislauf des Lebens.
Auf dem Gelände bildet das Tor einen bewusst gestalteten Übergang zwischen dem weltlichen und dem spirituellen Raum. Für die betroffenen Familien ist der Weg zum Denkmal-Platz mit tiefen Emotionen verbunden. Die Niederlegung des individuell gestalteten Familiensteins auf dem Cortenstahl-Herz markiert einen der schwersten und zugleich wichtigsten Momente der Reha: den bewussten Abschied vom verstorbenen Kind und den Schritt zurück in den Alltag.
Loszulassen bedeutet dabei nicht, zu vergessen. Im Gegenteil: Der neu gestaltete Denkmal-Platz schafft einen würdevollen Rahmen, in dem Erinnerungen ihren festen Platz behalten. Das Cortenstahl-Herz, die Sitzsteine, die neuen Gabionen und die sorgfältig ausgewählte Bepflanzung sollen dem Platz eine besondere Atmosphäre verleihen und ihn zu einem Ort des Innehaltens und der Begegnung machen.
Die zahlreichen Familiensteine, die im Laufe der Jahre in Tannheim entstanden sind, erhalten damit eine besondere Würdigung. Sie erzählen von geliebten Kindern, von Familien, von Verlust und von der Kraft, trotz der Trauer wieder nach vorn zu schauen.

Roland Wehrle und Thomas Müller (rechts) eröffnen den neu gestalteten Denkmal-Platz mit dem Weg der Erinnerung.
Klinik TannheimDer neue Denkmal-Platz ist damit weit mehr als eine Neugestaltung. Er ist ein Ort, an dem Erinnerung bleiben darf, Trauer Raum bekommt und Begegnung möglich wird – und an dem der Kreislauf von Abschied, Erinnerung und neuem Lebensmut sichtbar und spürbar wird.
Vor 25 Jahren hat die Stiftung gemeinsam mit der Nachsorgeklinik ein, in Absprache mit der DRV Baden-Württemberg und der AOK Baden-Württemberg ein Behandlungskonzept entwickelt, das die ganze Familie in der Trauerarbeit unterstützt. Das bis heute in Deutschland einmalige Behandlungskonzept hat dazu geführt, dass die Nachfrage nach einem Rehabilitationsplatz laut der Klinik stetig ansteigt.
Knapp zwei Jahre warten die Familien derzeit auf einen Behandlungsplatz. Die Deutsche Kinderkrebsnachsorge – Stiftung für das chronisch kranke Kind hat es sich zur Aufgabe gemacht, Möglichkeiten zu suchen, um der großen Nachfrage gerecht zu werden und neue Behandlungsplätze zu schaffen.
Das ist die Stiftung
Die Deutsche Kinderkrebsnachsorge – Stiftung für das chronisch kranke Kind (DKKN) wurde vor mehr als 35 Jahren mit dem Ziel gegründet, die Nachsorgeklinik Tannheim aufzubauen, zu realisieren und nachhaltig finanziell sowie konzeptionell zu unterstützen. Ferner engagiert sich die Stiftung gemeinsam mit ihren Partnern seit fast 30 Jahren für die Entwicklung neuer Angebote, zukunftsweisender Konzepte und die Schaffung neuer Behandlungsplätze.
