Förster gibt Einblicke
: „Bad Dürrheim blüht auf“ – großer Andrang bei Waldbegehung

Kleine Löcher im Waldboden geben den Teilnehmern ein Rätsel auf – was steckt dahinter? Förster Matthias Berger klärt bei einer Waldbegehung diese und viele weitere Fragen.
Von
Lukas Podolski
Oberndorf
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Bei der Waldbegehung führt der Weg der Teilnehmer tief hinein in den Wald.

Lukas Podolski

Mehr als 20 Teilnehmer sowie ein tapferer Vierbeiner machen sich mit Förster Matthias Berger auf den Weg in den Wald und erhalten bei angenehmen Temperaturen interessante Einblicke in die Natur.

Gegen 16 Uhr treffen sie am Treffpunkt ein, wo Berger die Tour mit einleitenden Worten eröffnet. „Ich will das hier nicht als Monolog halten“, erklärt er und appelliert somit an die Mitstreiter, Fragen zu stellen.

Gleich zu Beginn rücken die Altbuchen in den Fokus. Sie bieten dem Grauspecht sowie vielen weiteren Vogelarten im Wald einen wichtigen Lebensraum. Berger erklärt, dass der Grauspecht nicht mit dem häufiger vorkommenden Grünspecht verwechselt werden sollte. Ein entscheidendes Merkmal ist die schwarze Gesichtsmaske, die beim Grauspecht fehlt.

Märzenbecher blühen kürzer

Als nächstes stehen die Märzenbecher auf dem Weg der Gruppe. Berger bedauert, dass die Blüte in diesem Jahr bereits vorüber ist. Im Vorjahr waren die Pflanzen am 20. März in voller Blüte, dieses Jahr hatten sie ihre Hochphase bereits früher.

Förster Matthias Berger erklärt den Teilnehmern unterschiedliche Aspekte des Waldes.

Foto: Lukas Podolski

Berger zeigt sich stolz auf die Natur, die der Wald zu bieten hat. Besonders die Altbuchen begeistern ihn und die Teilnehmer. Für einen offenen Austausch lässt er die Gruppe das Alter der Bäume schätzen. „Ich würde sie auf rund 100 Jahre schätzen“, meint einer der Mitstreiter. Mit diesem Tipp liegt er nur knapp daneben: Berger erklärt, dass die Bäume ein mittleres Alter von etwa 140 Jahren aufweisen.

Vereinzelte Rodung

Auch wenn sich die Bäume in einem Naturschutzgebiet befinden, werden sie zum Teil genutzt. Berger macht jedoch deutlich, dass dabei keine großflächigen Rodungen erfolgen, sondern lediglich ausgewählte Einzelbäume gefällt werden.

Anschließend führt Berger die Gruppe abseits des offiziellen Weges. Er betont, dass dies nur dank einer Sondergenehmigung möglich ist, denn normalerweise sei das Verlassen des Weges verboten.

Berger klärt Fragen

Zunächst zeigt Berger den Teilnehmern den Unterschied zwischen trockenem und frischem Boden. Dabei kommen weitere Fragen zur Abholzung auf, insbesondere das Wie spielt eine große Rolle. Wie bei jeder Frage nimmt sich der Förster Zeit und erklärt die Details. Da im Naturschutzgebiet das Verschlechterungsverbot gilt, welches besagt, dass bei Fällarbeiten keine anderen Bereiche des Waldes beschädigt werden dürfen, werden Schlaglinien als sichere Fällmethode genutzt. Berger erklärt, dass für den Wald insgesamt vier Forstwirte im Einsatz sind, die die Arbeit erledigen. Das gefällte Holz wird anschließend mit einem Traktor aus dem Wald transportiert.

Auf dem Rückweg zum Treffpunkt entdecken die Teilnehmer ein Loch im Boden, das ein Rehbock als Reviermarkierung nutzt. Berger erklärt, dass die territoriale Zeit des Rehbocks begonnen hat und er sein Revier auf diese Weise abgrenzt. „Der Rehbock zeigt, bis hierhin bin ich der Chef,“ so Berger.

Lob von den Teilnehmern

Bevor die Teilnehmer sich am Ende der Tour nochmals ausdrücklich bei Berger bedanken, stellt er noch einmal klar: „Wir wollen den Wald als Lebensraum für die Tiere erhalten. Wir dürfen den Wald zwar nutzen, aber nur ökonomisch, schließlich sind wir hier nicht die einzigen.“

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