Wald in Bad Dürrheim
: Auf Entdeckungstour mit Förster Matthias Berger

Die Projektgruppe „Bad Dürrheim blüht auf“ lud zu einer öffentlichen Waldbegehung mit Förster Matthias Berger ein.
Von
Emelie-Doreen Baisch
Oberndorf
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Förster Matthias Berger erklärt den Teilnehmenden der Waldbegehung anschaulich, wie Wildtiere den Bad Dürrheimer Wald prägen und welche Rolle die natürliche Verjüngung für die Zukunft des Waldes spielt.

Emelie Baisch

Am Freitag, 27. Juni, machten sich rund 20 naturbegeisterte Teilnehmende im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Bad Dürrheim blüht auf“ auf den Weg zu einer besonderen Waldbegehung. Mit Wanderschuhen und jeder Menge Neugier folgten sie dem erfahrenen Förster Matthias Berger in das grüne Herz Bad Dürrheims.

Es war ein spannender Einblick in das Zusammenspiel von Wildtieren, Bäumen und dem sensiblen Gleichgewicht des Waldes.

„Der Waldbestand sollte verjüngt werden“, betonte Matthias Berger gleich zu Beginn. Junge Bäume sind die Zukunft – sie sichern die Stabilität und Vielfalt des Waldes. Dafür braucht es vor allem eines: Licht auf dem Waldboden. Förster schaffen gezielt Freiräume, damit neue Setzlinge die Chance bekommen, zu wachsen. Doch wer denkt, der Mensch habe hier das Sagen, irrt gewaltig.

„Wir Förster entscheiden vielleicht zu zehn bis 20 Prozent darüber, wie sich der Wald verjüngt, 80 Prozent entscheidet der Wildbestand“, erklärte Berger. Das nennt sich natürliche Verjüngung.

Der heimliche Hauptakteur im Wald

Besonders großen Einfluss auf das Waldwachstum hat das Rehwild – das wohl häufigste Tier in unseren Wäldern. „Ich würde sagen, dass es heute mehr Rehwild gibt als vor 60 Jahren“, schätzt Matthias Berger. Die Population hat sich stetig vergrößert, was direkte Auswirkungen auf die Zusammensetzung des Waldes hat.

„Je jünger der Rehbock, desto wilder die Markierung“, erzählte der Förster schmunzelnd und zeigte den Teilnehmenden die typischen Spuren, die Rehe hinterlassen. Wenn der Wildbestand zu hoch ist, haben junge Bäume kaum eine Chance, da ihre Triebe oft gefressen werden, bevor sie zu starken Bäumen heranwachsen können.

Fichten, Tannen und der Klimawandel

Im Bad Dürrheimer Wald sind besonders viele Fichten und Tannen zu finden – wobei sich Tannen als relativ klimawandelresistent erwiesen haben. Diese spielen eine wichtige Rolle für die Zukunft des Waldes: Sie sind robust, vertragen längere Trockenzeiten besser als viele andere Baumarten und bieten wertvollen Lebensraum für zahlreiche Tierarten.

Doch ohne Verjüngung auch dieser Baumarten droht der Wald langfristig zu vergreisen. Förster Berger und sein Team arbeiten daher daran, den Bestand zu verjüngen – im Einklang mit der Natur und unter Berücksichtigung des Wilddrucks.

Rückkehrer und Neubürger

Neben dem Rehwild faszinierte die Teilnehmenden vor allem der Einzug einiger Wildtiere. „Wir haben derzeit vier nachgewiesene Wölfe in Baden-Württemberg – einer davon lebt im Raum Bad Dürrheim“, berichtete Förster Matthias Berger. Der Wolf liebt offene Felder und wird daher im Wald eher selten gesehen. Seine Rückkehr ist dennoch ein bedeutendes Signal für das sich verändernde Ökosystem.

Auch Goldschakale breiten sich langsam aus. Sie gehören zu den sogenannten „Neubürgern“ – Tierarten, die sich aufgrund des Klimawandels und veränderter Lebensräume neue Regionen erschließen.

Förster Matthias Berger zeigt Bilder von verschiedenen Waldbewohnern.

Foto: Emelie Baisch

Ein weiterer Landschaftsgestalter ist der Biber. Mit beeindruckender Ausdauer baut er Dämme und schafft so Lebensräume für viele andere Tiere: Frösche, Enten, Libellen und Fische profitieren von den kleinen Seen und Wasserläufen, die der Biber gestaltet. Diese Vielfalt an Tierarten zeigt, wie dynamisch der Bad Dürrheimer Wald ist.

Auch Wildschweine sind zahlreich vertreten – sie durchwühlen den Waldboden auf der Suche nach Nahrung und spielen damit eine wichtige Rolle im Nährstoffkreislauf des Waldes.

Die Begeisterung unter den Teilnehmenden war spürbar. Matthias Berger verstand es, die komplexen ökologischen Zusammenhänge verständlich und mit praktischen Beispielen zu vermitteln.

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