Flashmob in Schwenningen: Kein Platz für Gewalt gegen Frauen

18 Menschen, darunter zwei Männer, sind beim Flashmob auf dem Muslenplatz in Schwenningen dabei. Die Gruppe will auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen – am Internationalen Tag gegen Menschenhandel.
Aleksandar Mitrevski- Flashmob in VS-Schwenningen macht am Internationalen Tag gegen Menschenhandel aufmerksam.
- 18 Personen tanzen auf dem Muslenplatz, eine rote Bank „Kein Platz für Gewalt gegen Frauen“ steht dort.
- Organisiert von Stadt, Diakonischem Werk, IG Metall, B9 und Frauenforum, initiiert von One Billion Rising.
- Ziel ist ein Zeichen gegen Menschenhandel, Gewalt und Ausbeutung – für Würde, Freiheit, Gleichberechtigung.
- Wenige Passanten wegen Hitze; ein Schweizer Ehepaar schließt sich an und unterstützt das Anliegen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein Zeichen setzen gegen die Gewalt an Frauen: Das haben sich 18 Menschen am 30. Juli – dem internationalen Tag gegen Menschenhandel – auf dem Muslenplatz in Schwenningen zum Ziel gesetzt. Mit einem Flashmob wollten sie zur Mittagszeit auf die Lage vieler Frauen aufmerksam machen.
Melanie Pees, Beauftragte für Chancengleichheit bei der Stadt Villingen-Schwenningen, hat die Aktion gemeinsam mit dem Diakonischen Werk, der IG Metall, dem Nachhaltigkeits- und Begegnungszentrum B9 und dem Frauenforum auf die Beine gestellt.
Initiiert wurde die Aktion von „One Billion Rising Deutschland“ – eine weltweite Kampagne für ein Ende von Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Das Motto in Deutschland: „Women on fire – ni una menos“, also Frauen in Flammen – nicht eine weniger.
„Damit keine Frau mehr in Angst leben muss“
„Mit dem gemeinsamen Tanz soll ein sichtbares Zeichen gegen Menschenhandel, Gewalt und Ausbeutung sowie Menschenwürde, Freiheit und Gleichberechtigung gesetzt werden“, sagt Pees. Laut Daten der UN seien rund 90 Prozent der Opfer sexueller Ausbeutung Frauen und Mädchen, führt sie weiter aus.

Sofie Schilow von der Stadtgalerie, Melanie Pees, Anita Munz von der IG Metall und Elke Armbruster haben den Flashmob in Schwenningen organisiert.
Anita Neidhardt-MärzElke Armbruster, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks, spricht nach der ersten Tanzrunde auf der Bühne. Gewalt gegen Frauen beginne nicht mit dem ersten Schlag, beklagt sie, es beginne mit Kontrolle, Beschimpfung, Isolation. „Das nimmt Frauen ihre Selbstverantwortung, Würde und Zukunftsaussichten.“ Sowas hinterlasse Spuren.
Die Botschaft sei klar: „Die Verantwortung liegt niemals bei den Betroffenen, sie liegt bei den Tätern. Lasst uns laut sein, für diejenigen, die nicht gehört werden“, sagt sie entschlossen. „Damit keine Frau mehr in Angst leben muss.“
Schweizer Touristen schließen sich an
Viele Passanten sind aber nicht zu der Aktion hinzugestoßen – vielleicht auch wegen der drückenden Hitze. Hin und wieder bleibt jemand stehen, aber ins Gespräch kommt niemand. Nur ein älteres Ehepaar aus der Schweiz gesellt sich zu der tanzenden Truppe.
Über die Aktion hätten sie im Internet erfahren, erzählt der Mann. Für die beiden, die ihren Urlaub in Unterkirnach verbringen, sei es wichtig, das Anliegen zu unterstützen. Vor allem, da in der Schweiz ein schockierender Fall eines ehemaligen Politikers, der ein junges Mädchen vergewaltigt haben soll, die Öffentlichkeit beschäftigt.
Von der knallenden Sonne lässt sich die Gruppe auf jeden Fall nicht abschrecken. Sie tanzen prompt eine zweite Runde. Zwischen ihnen eine rote Sitzbank mit der Aufschrift: „Kein Platz für Gewalt gegen Frauen“.
