Feintechnikschule Schwenningen
: Wie Technikideen der Region Millionen bringen

Technikerarbeiten bringen jedes Jahr einen wirtschaftlichen Mehrwert in Millionenhöhe – und stärken den Innovationsgeist kleiner und mittlerer Unternehmen in der Region.
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(red/pm)
Oberndorf
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Die Feintechnikschule spielt eine wichtige Rolle in Sachen Innovation und Wirtschaft in der Region.

Mareike Kratt

Sie arbeiten oft im Hintergrund, liefern Lösungen für handfeste Probleme und bereichern heimische Unternehmen mit wertvollen Ideen: Die Absolventen der Feintechnikschule Schwenningen leisten weit mehr als schulische Projektarbeit.

Eine neue Untersuchung des Steinbeis-Transferzentrums Infothek zeigt nun, welchen konkreten wirtschaftlichen Nutzen diese Arbeiten für die regionale Wirtschaft bringen – und der ist beachtlich. Rund 65 Technikerinnen und Techniker schließen jährlich ihre Weiterbildung an der renommierten Schule ab, heißt es in der Pressemitteilung.

Jede Technikerarbeit umfasst im Schnitt 360 Stunden – praxisnah, an realen Fragestellungen lokaler Betriebe orientiert. Rechnet man diesen Arbeitsaufwand mit einem branchenüblichen internen Stundensatz von 45 Euro auf, ergibt sich ein jährlicher Mehrwert von mehr als einer Million Euro, der direkt in die regionale Wirtschaft fließt.

„Viele dieser Unternehmen haben keine eigene Forschungsabteilung. Für sie sind die Technikerarbeiten echte Innovationsimpulse“, sagt Wolfgang Müller vom Steinbeis-Transferzentrum. Die Projekte reichen von Prozessoptimierungen über Produktideen bis hin zu Digitalisierungslösungen – zugeschnitten auf die typischen Branchen der Region, zum Beispiel Maschinenbau, Elektro- und Medizintechnik.

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Eine geografische Analyse zeigt, dass rund 90 Prozent der Unternehmen, die mit den angehenden Technikern kooperieren, in der unmittelbaren Umgebung der Schwenninger Schule liegen. „Die Feintechnikschule wirkt wie ein Innovationsmotor mitten im Herzen der Region“, betont Schulleiter Thomas Ettwein.

Frische Ideen für Betriebe

Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Projektarbeit von Christian Storz. Er setzte in seiner Abschlussarbeit eine ausfahrbare Lautsprecher- und Lichtsäule für den Außenbereich technisch durchdacht um. Zusammengearbeitet hat er mit WHD in Deißlingen. Als mittelständisches Familienunternehmen entwickelt WHD seit über 90 Jahre innovative Audiolösungen. „Technikerschüler und Studenten bringen frische, unvoreingenommene Ideen in unser Unternehmen. Gemeinsam mit ihnen können wir Themen angehen, die wir ohne ihre Unterstützung oft nicht realisieren würden – weil sie innovativ, experimentell und mitunter risikoreich sind“, sagt Geschäftsführer Stefan Huber über die Zusammenarbeit. „Christian Storz hat ein seit längerem ruhendes Projekt nicht nur wiederbelebt, sondern so weiterentwickelt, dass wir es nun in die Serienfertigung bringen können.“

Nicht messbar, aber mindestens ebenso wichtig: die Kreativität der angehenden Techniker sowie die intensive Betreuung durch die Fachlehrkräfte. Diese seien, so formuliert es ein Dozent, „Geburtshelfer für Ideen, die in Unternehmen oft jahrelang unbemerkt schlummern“.

Fachkräfte bleiben vor Ort

Dass die Absolventen später zu Fachkräften genau da werden, wo sie ihre Technikerarbeit geschrieben haben, ist ein weiterer Bonus: „Die meisten bleiben in der Region – ein echter Gewinn angesichts des Fachkräftemangels“,sagt Müller. So existiert ein „stilles“, nachhaltiges Modell regionaler Wirtschaftsförderung – ganz ohne Fördergelder, aber mit Know-how, Motivation und handfesten Ergebnissen.

Die Feintechnikschule

Ausbildung
Die Fachschule für Technik, die später der Feintechnikschule angegliedert wurde, entstand 1957. Seit diesem Jahr wird die Ausbildung zum staatlich geprüften Techniker angeboten. Schwerpunkt ist Technikerausbildung in Maschinenbau, Elektrotechnik und Mechatronik. Pro Jahr gibt es rund 65 Absolventen. Der wirtschaftlicher Nutzen der Technikerarbeiten liegt jährlich bei 1 bis 1,4 Millionen Euro. Die Zahl der Projektunternehmen beträgt mehr als 90 Prozent aus der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg.