Erfolgsgeschichten aus Trossingen
: Mehr als hundert Integrationen gelungen – Fremde kommen an

Im Begegnungscafé von TroAsyl entstehen in Trossingen Freundschaften, die halten. Die Geschichte von Abdol Habib ist nur eine von vielen Erfolgsgeschichten in der Stadt – inspirierend und hoffnungsvoll.
Von
red/pm
Trossingen
Jetzt in der App anhören
Zusammenhalt Symbol symbolisch Team Hände Arme Gemeinsam Zusammen Multiethnisch Multikulti Teamwork Diversität International

Gegenseitiges Kennenlernen, Austausch, Zusammenhalt, die Gelegenheit, hier anzukommen, all das kann das Begegnungscafé ermöglichen. (Symbolbild)

Igor Mojzes - Fotolia
  • Begegnungscafé von TroAsyl fördert Austausch, Orientierung und Kontakte in Trossingen.
  • Beim zweiten Treffen im Gemeindehaus entstand schnell eine offene, herzliche Atmosphäre.
  • Überraschendes Wiedersehen: Abdol Habib, seit 2017 beim selben Arbeitgeber, gilt als Erfolg.
  • Mehr als 100 Geflüchtete der Erstbelegung 2015 integrierten sich erfolgreich in Trossingen.
  • Sozialdienst und Ehrenamt begleiten Sprachprüfungen, Jobs, Familiennachzug und Staatsbürgerschaft.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ankommen in der Fremde, sich zurechtfinden, offene Fragen stellen und Freunde finden – wer als Asylsuchender oder Migrant nach Trossingen kommt, steht erst einmal vor vielen und gewaltigen Herausforderungen.

Doch dort wurde ein Angebot geschaffen, das aus Fremden Freunde machen kann. Und welches neben einer ersten Orientierung dem einen oder anderen auch dauerhaften Halt gibt.

Zum zweiten Mal fand das Begegnungscafé, organisiert von Gisela Forn von TroAsyl, in den Jugendräumen des katholischen Gemeindehauses statt – und wieder war die Resonanz groß. Unter den Gästen waren vertraute Gesichter, aber auch neue Besucher, die schnell ins Gespräch kamen.

Schon kurz nach Beginn herrschte eine offene, herzliche Atmosphäre. Bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen wurde gelacht, erzählt und aufmerksam zugehört. Es entstand ein lebendiger Austausch, der vielen sichtlich guttut, wie die Organisatoren berichten. Für einen besonders bewegenden Moment sorgte das überraschende Wiedersehen mit einem ehemaligen Asylbewerber, der unerwartet zur Tür hereinkam: Abdol Habib.

Das Schwarzwälder BAARometer
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis Montag bis Samstag im kompakten Überblick.

Abdol ist eine Erfolgsgeschichte

Sozialarbeiterin Tanja Herter war die Wiedersehensfreude deutlich anzumerken – ihr standen Tränen in den Augen. Auch Gisela Forn und Siegbert Fetzer begrüßten den Gast herzlich. Das Wiedersehen machte einmal mehr deutlich, welche vertrauensvollen Beziehungen während der Zeit in der Gemeinschaftsunterkunft gewachsen sind und bis heute bestehen.

Abdol Habib ist einer von den mehr als 100 Geflüchteten aus der Erstbelegung 2015 der Gemeinschaftsunterkunft in der Händelstraße, denen eine erfolgreiche Integration gelungen ist. Der 61-jährige Syrer lebt heute mit seiner Familie in Schwenningen und arbeitet seit 2017 bei demselben Arbeitgeber in der Nähe von Trossingen. Sein Lebensweg steht beispielhaft für viele gelungene Integrationsgeschichten in der Stadt.

Mehr als nur Sozialarbeit

„Es gibt viele tolle Beispiele gelungener Integration von Geflüchteten aus Trossingen“, berichten Tanja Herter und Siegbert Fetzer mit sichtbarer Freude. Für sie ist die Begleitung dieser Menschen weit mehr als reine Sozialarbeit. Sie unterstützen bei Fragen und Schwierigkeiten, freuen sich mit ihnen über bestandene Sprachprüfungen, über den Einstieg in sozialversicherungspflichtige Arbeit, über Familienzusammenführungen – und nicht zuletzt über den Erhalt der deutschen Staatsbürgerschaft.

Das Organisationsteam freut sich, das Begegnungscafé kommt offensichtlich an und erfüllt seinen Zweck.

Die Freude ist groß. Abdol Habib (links) besucht das Begegnungscafé. Tanja Herter (Mitte) und Siegbert Fetzer freuen sich riesig, denn Abdol ist eine der vielen Erfolgsgeschichten.

TroAsyl

„Das ist für mich keine bloße Aufgabe, sondern eine Herzensangelegenheit“, sagt Tanja Herter, die seit mehr als zehn Jahren im Sozialdienst für Flüchtlinge beim Landratsamt Tuttlingen arbeitet. Siegbert Fetzer ergänzt schmunzelnd: „Wenn uns jemand nach Erfolgserlebnissen bei der Integration in Trossingen fragen würde, müsste er oder sie viel Zeit mitbringen – es gäbe einiges zu erzählen.“

Das Begegnungscafé von TroAsyl ist ein Ort der Begegnung und des Miteinanders. Hier treffen sich derzeitige   Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft, ehemalige Bewohner, zugezogene  Migranten, Haupt- und Ehrenamtliche sowie interessierte Bürger. Es ist ein Raum, in dem aus Fremden Nachbarn werden können – und aus Begegnungen oft bleibende Verbindungen entstehen.