Elisabeth Opel aus Villingen
: Sie wird die Kinder vermissen

Die Arbeit mit den Kindern werde sie vermissen, sagt Elisabeth Opel, die am Dienstag aus dem Schuldienst verabschiedet wird. 20 Jahre lang leitete sie die Steppachschule.
Von
Birgit Heinig
Oberndorf
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Elisabeth Opel wird als Leiterin der Villinger Steppachschule verabschiedet.

Birgit Heinig

Nach einem Jahr Verlängerung tritt die 64-Jährige nach 35 Dienstjahren in den Ruhestand. Den werde sie mit Wandern und Radeln genießen, kündigt sie an und sie werde von Mönchweiler an den Bodensee ziehen.

Zuvor geht es an der Villinger Steppachschule aber noch hoch her – eigentlich wie vor jeden Sommerferien. Im nächsten Schuljahr hat man eine Klasse mehr, dafür muss Platz geschaffen werden.

Die Vorbereitungen auf die Verabschiedung von Elisabeth Opel und das Abschlussfest der Streicherklasse mit der Musikakademie am letzten Schultag laufen neben dem Unterricht auf Hochtouren. Es ist ganz normaler Alltag in einer Grundschule.

Ihre eigene Schulzeit

Elisabeth Opel kam in Donaueschingen zur Welt und wuchs in Blumberg auf. Sie erinnert sich gerne an ihre eigene Schulzeit, denn nach ihrer ersten Schulwoche bei „Fräulein Link“ stand ihr Berufswunsch schon fest und sollte sich nie mehr ändern: Sie wollte Lehrerin werden.

Nach dem Abitur 1980 studierte sie – damals noch das Lehramt für Grund- und Hauptschule – an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg und absolvierte danach ihr Referendariat in Alpirsbach. Mitte der 1980er-Jahre herrschte eine „Lehrerschwemme“, die erste Stelle ließ auf sich warten. Also zogen ihr damaliger Mann und sie die Familienplanung vor: Zwei Söhne wurden geboren und die Familie zog nach Villingen in die Nähe der Haslachschule. Dort zu unterrichten reizte Elisabeth Opel. 1992 bewarb sie sich und wurde genommen.

Von Pfohren nach Villingen

2001 lockte die Aufgabe der Schulleiterin an der Grundschule Pfohren/Aasen, wo sie wirkte, bis sie 2005 vom Schulamt gebeten wurde, sich für die Leitung der Steppachschule zu bewerben. „Ich habe die Schule in einem guten Zustand angetroffen“, lobt Elisabeth Opel die Arbeit ihres Vorgängers.

Das Kultusministerium in Stuttgart hatte 2004 einen neuen Bildungsplan aufgelegt, der erstmals die Kompetenzen der Schüler in den Fokus rückte. Elisabeth Opel und ihr Team von engagierten Lehrkräften legten den Schwerpunkt auf die Sprachförderung und weiteten diese auch auf die Musik aus. Es entstand ein Chor und eine Theater-AG, jeden Tag wird in jeder Klasse gesungen. Der Rotary-Club VS entsendet regelmäßig Lesepaten, pensionierte Lehrkräfte kümmern sich um einzelne Schüler. Ein eigenes Schulprogramm entstand und man unterzog sich als eine der ersten Schulen der Region einer freiwilligen Fremdevaluation.

„Vielfalt bereichert“

In einer Schule mit traditionell hohem Anteil an ausländischen Kindern erwies sich das Motto „Vielfalt bereichert“ als der richtige Weg. „Migration muss kein Problem sein“ – davon ist Elisabeth Opel überzeugt. Sie sieht, wie Kinder innerhalb eines Jahres die deutsche Sprache lernen, kennt Kinder, die drei Sprachen akzentfrei sprechen, erlebt aber auch Kinder aus Familien, die sich mit der deutschen Sprache schwertun. „ Das A und O ist das Elternhaus“, sagt sie bestimmt.

„Es ist unglaublich, was Schulkinder leisten können, wenn sie täglich zur Schule gehen, immer ihre Materialien dabei haben, in Vereinen aktiv sind und sich in der schulfreien Zeit mit Freunden auch außerhalb ihrer eigenen Blase treffen“. Da dafür auch Geld nötig ist, initiierte Elisabeth Opel 2007 die Gründung eines Fördervereines.

Viele Verwaltungsarbeiten

Die langjährige Pädagogin blickt auf Verwaltungsarbeiten zurück, die immer umfangreicher wurden. Die werde sie weniger vermissen, sagt sie und lacht. Haben in früheren Jahren die Daten aller Kinder einen Ordner gefüllt, so seien es inzwischen zwei pro Klasse. Darin werden Elterngespräche dokumentiert, individuelle Förderprogramme abgeheftet, unter Umständen Informationen von Schulpsychologen und Jugendamt verwahrt.

„Die Individualisierung ist gut und richtig“, sagt Elisabeth Opel. Sie begrüßt auch die anstehenden Einführungen neuer Schulprogramme im Rahmen der baden-württembergischen Bildungsoffensive wie das Schutzkonzept, „Bildung in Schrift und Sprache“, das Maßnahmenpaket Mathematik, „QuaMath“ und „Sprachfit“. Die Lehrkräfte seien allerdings sehr gefordert mit der Umsetzung. „Deshalb haben zwar die Kinder sechs Wochen Sommerferien, nicht aber die Lehrerinnen und Lehrer, was viele immer noch denken“.

Die kommissarische Leitung der Steppachschule übernimmt die bisherige Konrektorin Nadine Rasing. Für Elisabeth Opel endet am Donnerstag, ihrem letzten Arbeitstag, auch die Zeit, in der sie nach den Klängen der Lieder aus den offenen Klassenzimmern im Rektorat mit ihrer Sekretärin spontan tanzte.

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