Ein Niedereschacher erzählt: Wie ist es, wenn man Lukas Podolski heißt?

Zweimal Lukas Podolski – links der berühmte Fußballspieler, rechts der 20-jährige Niedereschacher.
dpa/Federico Gambarini/Marc EichHallo, mein Name ist Lukas Podolski. Ich bin 20 Jahre alt und komme aus Niedereschach im Schwarzwald. Mein Geld verdiene ich weder durch das Fußballspielen noch führe ich eine Döner-Kette in der Kölner Innenstadt. Da das die meistgestellte Frage ist, sobald ich meinen Namen auch nur erwähne, wollte ich das direkt zu Beginn klarstellen.
Doch wie lebt es sich mit einem Namen wie diesem? Durch ihn sind lustige und spannende Geschichten entstanden, von denen ich einige nachfolgend schildern möchte.
Wie es zu dem Namen kam
Was haben sich meine Eltern bei der Wahl dieses Namens gedacht? Das ist wohl die zweithäufigste Frage, die ich gestellt bekomme.
Die Antwort ist simpel: nicht besonders viel. Ich wurde 2005 geboren, wer sich mit Lukas Podolski und dem Fußball beschäftigt, weiß, dass er erst 2006 durch die Weltmeisterschaft im eigenen Land bekannt wurde.
Obwohl meine Eltern selbst den Fußball verfolgten, kannten sie den 19-jährigen Lukas Podolski damals nicht. Es war deshalb reiner Zufall, dass sie mich nach ihm benannten. Später erzählte mir mein Vater, dass der zuständige Arzt den Fußballer kannte und meinen Eltern zu diesem Namen riet. Das sei jedoch nicht der Grund für die Entscheidung gewesen.
Im Gegenteil – durch den Rat des Arztes zögerten meine Eltern sogar. Den Namen „Lukas“ hatten sie schon längere Zeit im Kopf, durch den Vergleich mit dem späteren Fußballstar wurden sie jedoch unsicher. So kam es, dass ich eine Nacht namenlos blieb.
Der Fußballalltag
Insbesondere in meiner eigenen Fußballkarriere war mein Name immer wieder ein Thema. Gestartet habe ich meine Fußballkarriere bei meinem Heimatverein, dem SV Niedereschach. Über Stationen beim SV Zimmern, dem FC 08 Villingen und der DJK Donaueschingen bin ich schließlich bei der DJK Villingen gelandet. Dort gehe ich nun in das erste Jahr in der Herrenmannschaft, nachdem ich ein Jahr verletzungsbedingt eine Pause einlegen musste.
An das Raunen und Kichern des Turnierleiters, während er meinen Namen vor Spielen extra erwähnte, hatte ich mich damals gewöhnt. Auch dass mich Trainer und Verantwortliche von gegnerischen Mannschaften meist schon vor der ersten Begegnung mit „Du musst Poldi sein“ begrüßten, fand ich bis zuletzt zwar speziell, aber nie störend.
Eine besonders positive Erinnerung in Bezug auf meinen Namen habe ich an ein Treffen mit Nils Petersen, damals Spieler des SC Freiburg und bei einem Sichtungslehrgang zuständig für mich. Dabei war er minutenlang damit beschäftigt, mit seinen Mitspielern und Trainern über mich und meinen Namen zu reden und zu diskutieren.
Gemeinsamkeiten
Ob Lukas Podolski und ich verwandt sind, ist ebenso eine sehr häufig gestellte Frage. Leider muss ich das verneinen, gewisse Parallelen gibt es trotzdem. Wir beide haben polnische Wurzeln. Der Fußballspieler ist gebürtiger Pole, ich habe durch meine Großeltern polnische Wurzeln.
Auch die Trikotnummer zehn war unser beider Markenzeichen, lediglich bei der Wahl des starken Fußes unterscheiden wir uns. Er bevorzugt den linken, ich den rechten Fuß.
Mein ungewöhnlicher Name hat mich allgemein jedoch nie negativ beeinflusst. Auf dem Platz war und bin ich wie jeder andere – ein Junge, der einfach nur Fußball spielt.