Ehrenamtliches Engagement
: Diese Männer sanieren eine wichtige Unterkinacher Treppe

Die lange gesperrte Treppe, die den Eichhaldenweg mit der Talstraße in Unterkirnach verbindet, wurde eingeweiht.
Von
Hella Schimkat
Unterkirnach
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Die Treppe wird freigegeben von Helfertrupp Berthold Hettich (von links), Fritz ayer, Bürgermeister Felix Kuentz, Richard Löffler und Bernhard Uhl.

Die Treppe wird freigegeben von Helfertrupp Berthold Hettich (von links), Fritz Mayer, Bürgermeister Felix Kuentz, Richard Löffler und Bernhard Uhl.

Hella Schimkat
  • In Unterkirnach wurde die lange gesperrte Treppe zwischen Eichhaldenweg und Talstraße eröffnet.
  • Vier Rentner sanierten die Treppe in Eigenleistung, der Gemeinderat gab dafür grünes Licht.
  • Zuschuss bis zu 7000 Euro zugesagt, die Umsetzung gelang mit nur 2000 Euro Materialkosten.
  • Spedition Hettich half als Hauptsponsor, alle Steine wurden gereinigt und wiederverwendet.
  • Bürgermeister Felix Kuentz dankte den Helfern – danach folgte ein Fest mit Essen und Gesprächen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Sechs Jahre war die Treppe tabu, dann schlug die Bautrupp-Connection zu. Das war ein Freudentag am Sonntag bei herrlichstem Spätsommer-Wetter, als die lange gesperrte Treppe, die den Eichhaldenweg mit der Talstraße verbindet, feierlich, mit einer Prise Humor, für Fußgänger freigegeben wurde.

Schon am Samstag war die Straße gesperrt, Tische und Bänke und Zelt wurden aufgebaut, ein Küchenwagen von Berthold Hettich eingerichtet. In ihm wirbelte und bewirtete die Kieschzock-Zunft.

Die steile Treppe war blitzblank geputzt, und ein Arbeitstisch mit Handwerksgerät für Bürgermeister Felix Kuentz gerichtet.

Das Flatterband durchzuschneiden, bedürfe schon zünftiger Arbeitskleidung, wusste Berthold Hettich. So wurde Kuentz ein Helm übergestülpt, Arbeitshandschuhe wurden ihm gereicht, Schere, Handwerkskoffer und Wundpflaster lagen bereit, sodass es dem Bürgermeister gelang, das Band unter großem Beifall zu durchtrennen.

Leidensgeschichte der maroden Treppe

Doch zuerst hielt Hettich eine Ansprache, in der er die Leidensgeschichte der maroden Treppe erzählte, die lange Jahre gesperrt war, was Fußgänger nicht daran hinderte, die Absperrung zu umkraxeln.

Ein „Stückle Dorfstruktur“ und immer wieder aus Gründen von Sparsamkeit abgelehnt, bis es vier rüstigen Rentnern zu bunt wurde und sie durchsetzten, die Treppe in Eigenarbeit zu sanieren und neu anzulegen.

Da konnte auch der Gemeinderat nicht mehr nein sagen. Bis zu 7000 Euro versprach der damalige Bürgermeister Andreas Braun als Zuschuss, und die ehrenamtlichen Bauarbeiter schafften das Alt-Neubauwerk mit nur 2000 Euro zu realisieren.

Ein Andenken gab es für jeden der vier Bautraupp-Helfer.

Ein Andenken gab es für jeden der vier Bautrupp-Helfer.

Hella Schimkat

Die Spedition Hettich war Hauptsponsor und Helfer, wurden die Treppensteine doch zur Waschanlage der Spedition transportiert und wieder zurück. Die außerordentlich hervorragende Qualität der Steine ließ sie im neuen Glanz erstrahlen, sie konnten alle wiederverwendet werden, so Hettich.

Sein Vortrag wurde immer wieder von Applaus der zahlreichen erschienenen Bürger unterbrochen. Sonderapplaus gab es dafür, dass bei den vier Arbeitern „alle Gliedmaßen erhalten geblieben waren“.

Felix Kuentz überreichte Ehrungen an die vier starken Rentner. Cornelia Ries hatte humorvolle Comiczeichnungen an die Helfer überreicht und einen Scheck in Höhe von jeweils 200 Euro an die Jugendarbeit der Tischteninnis-, Musikvereine, der Feuerwehr und des FC Unterkirnach. Das war der Inhalt der Spendenkasse des Eichhaldenweg-Sommerfestes, jedes Jahr ein tolles Event.

Bevor der Bürgermeister das Absperrband durchschnitten hatte, hatte auch er viel Dank gesagt. Diese Treppe bestehe nicht nur aus Stufen und einem Geländer, sie erzähle eine Geschichte, begann er seine Ansprache.

Geschichte über Engagement und Zusammenhalt

Eine Geschichte über Engagement, Zusammenhalt und darüber, was möglich ist, wenn Menschen nicht darauf warten, dass jemand anderes etwas tut, so Kuentz.

„Sie haben Zeit investiert, Ihr handwerkliches Können eingebracht und dafür gesorgt, dass dieses Stück Unterkirnach wieder sicher und schön ist“, berichtete er weiter. Sie hätten nicht gefragt: „Was bekomme ich dafür?“, sondern: „Was kann ich dazu beitragen?“, so Kuentz.

Er wünsche sich, dass dieser Geist in Unterkirnach bewahrt bleibe, dass er weiter gestärkt werde und alle miteinander im Gespräch blieben, betonte er.

An Berthold Hettich, Bernhard Uhl, Fritz Mayer und Richard Löffler richtete er die Worte: „Sie haben nicht einfach eine Treppe saniert, Sie haben ein Zeichen gesetzt.“

Seine Handwerksausrüstung durfte der Bürgermeister anbehalten, denn dann begann der Abstieg zur Talstraße, wo er die Absperrung entfernen durfte.

Und dann ging die Party richtig los. Essen, Trinken, gute Gespräche – es gab so viel zu erzählen und sich zu freuen.