Drei Jahre nach Großbrand
: Freie Fahrt durch Schwenninger Mutzenbühl- und Lessingstraße

Drei Jahre gab’s kein Durchkommen, jetzt heißt es endlich wieder freie Fahrt durch die Schwenninger Mutzenbühl- und Lessingstraße. Doch ist die Dauerbaustelle damit vorbei?
Von
Mareike Kratt
Oberndorf
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Ab sofort ist die Kreuzung zwischen Schwenninger Mutzenbühl- und Lessingstraße wieder offen für den Verkehr.

Mareike Kratt

Der eine oder andere Autofahrer mag mehrfach hinschauen, ob es wirklich stimmt, dass das Durchfahrtsverbotsschild an der Einfahrt in die obere Mutzenbühlstraße weg ist.

Doch tatsächlich: Seit einigen Tagen gibt es keine Hinweisschilder mehr, die Sperrung zwischen dem Kreuzungsbereich der oberen Mutzenbühl- und der Lessingstraße ist wieder aufgehoben. Und das bedeutet: Eine Durchfahrt ist nach mehr als drei Jahren also wieder einwandfrei möglich.

Der Grund für die langwierige Sperrung: der Großbrand Anfang Juni 2022, der ein Doppelhaus in der Lessingstraße sowie das große Eckhaus mit Hinterhaus an der Mutzenbühlstraße zerstört und unbewohnbar gemacht hat. Seither herrschte in diesem Bereich eine Großbaustelle.

Zähes Prozedere

Während das Doppelhaus im Sommer 2023 abgerissen und anschließend neu gebaut wurde, ging es mit dem Eckhaus bisher nur zäh voran. Es wurde lediglich komplett leergeräumt. Vielmehr türmten sich nicht nur mehrere Baucontainer, sondern auch Müll, Dreck und Unrat auf Gehweg sowie Straße vor dem Brandhaus, die mit Bauzäunen abgeriegelt waren. Ein Durchkommen war für Autofahrer unmöglich.

Das Brandhaus in der Mutzenbühlstraße ist noch immer mit Bauzäunen umrandet.

Foto: Mareike Kratt

Die Crux: Die Stadt, die durch ein Baugenehmigungsverfahren mit dem Eigentümer in Kontakt stand, hatte keine ausreichende Handhabe, um den Zustand rund um die Straße eigenständig zu ändern – auch nach einem so langen Zeitraum nicht. Dafür war und ist stets der Eigentümer selber zuständig, hatte die städtische Pressestelle mehrmals auf Anfrage unserer Redaktion betont.

Eigentum sei ein hohes Gut. Hinzu kam, dass das Baugenehmigungsverfahren lange unvollständige Unterlagen aufgewiesen hatte, die die Stadt wiederum mehrfach nachgefordert hatte.

Eine Erleichterung

Dass die Straße also wieder passierbar ist, wird aber nicht nur die Autofahrer freuen, die nun problemlos wieder von der Römerstraße Richtung Sturmbühlstraße kommen. Auch die Anwohner rund um die betroffenen Straßen dürften erleichtert sein. Waren doch im Laufe der drei Jahren immer wieder kritische Stimmen laut geworden, die die vermüllten Zustände bemängelt und den Kreuzungsbereich als Schandfleck bezeichnet hatten.

Wie geht’s jetzt weiter?

Doch wie sieht es inzwischen am Brandhaus aus? Und vor allem: Wie geht’s jetzt damit weiter? Ganz weg ist die Baustelle nicht: Zwar säumen keine Container mehr die Straße, mit Bauzäunen abgeriegelt ist das Haus auf dem Gehweg aber immer noch, so dass dieser rund um das Haus für Fußgänger gesperrt ist. Zudem liegen hier und da noch Ziegel und Steine herum.

Der Blick ins Innere des Brandhauses erweckt einen gespenstischen Eindruck.

Foto: Mareike Kratt

Der Zustand im und am Haus hat sich nicht verändert. Spuren an den Fenstern, der Fassade und am Dachstuhl erinnern noch immer an den verheerenden Brand, gar gespenstisch mutet der Blick ins Innere an. Und das soll aber kein Dauerzustand bleiben.

Erneute Sperrung?

Denn auf eine Baustelle müssen sich die Anwohner wohl auch in Zukunft noch einstellen: Wie die Stadt bereits mitgeteilt hatte, wird das Haus nicht abgerissen und neugebaut, sondern saniert. Wie lange es dauert und welche Auswirkungen die Sanierungsarbeiten auf den Durchgangsverkehr haben, ob eine erneute Sperrung also nötig sein wird, ist noch nicht klar.

Erinnerungen geweckt

Erinnern werden sich einige Bürger jetzt auch an das Prozedere rund um das Haus schräg gegenüber an der Kreuzung zwischen Mutzenbühl- und Lessingstraße, das im April 2021 durch einen Großbrand zerstört wurde. Es wurde aber nicht saniert, sondern Anfang 2022 abgerissen. Auch hier hatte sich die notwendige Straßensperrung hingezogen und für Unmut gesorgt. Seit dem Abriss klafft an der Stelle eine Baulücke.

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