Demonstranten gehen auf die Straße
: Auch in Villingen-Schwenningen heißt es: „Nie wieder ist jetzt“

Kurzfristig organisiert, überraschend erfolgreich: Drei junge Menschen mobilisierten 50 Villinger zur Demo „Nie wieder ist jetzt!“. Eine zweite Aktion ist bereits geplant – für November 2026.
Von
Rainer Bombardi
VS-Villingen
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Am Samstagmittag ist der Zuspruch für eine privat organisierte Demo gegen den Rechtsextremismus unerwartet hoch.

Am Samstagmittag ist der Zuspruch für eine privat organisierte Demo gegen den Rechtsextremismus unerwartet hoch.

Rainer Bombardi
  • In Villingen-Schwenningen demonstrierten am Samstag rund 50 Menschen gegen Rechtsextremismus.
  • Drei Privatpersonen organisierten die Demo kurzfristig – überparteilich und ohne Störungen.
  • Die Route führte vom Bahnhof durch die Innenstadt zum Latschariplatz – mit viel Zuspruch.
  • Reden im Alltag soll aufklären, Fake-News und AfD-Positionen wollen die Organisatoren entkräften.
  • Nächste Aktion geplant: voraussichtlich am 21. November 2026 mit „VS ist bunt“.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es war High Noon am Samstag, als sich eine Demonstration unter dem Titel „Nie wieder ist jetzt!“ am Villinger Bahnhof auf den Weg machte. Die drei jungen Engagierten, Dominik Stephan, Hannah Griessinger und Simon Lohrer, hatten sie relativ kurzfristig als Privatinitiative gegen den zunehmenden Rechtsextremismus im Land organisiert.

Rasch waren sie überwältigt vom Zuspruch für die Aktion und hießen anstatt der erwarteten zehn Demonstrierenden fünfmal mehr Personen willkommen. Derart gestärkt zog der Tross über den Kaiserring, entlang der Bickenstraße, der Bärengasse, der Hafnergasse und der Oberen Straße in Richtung Latschariplatz.

Simon Lohrer betonte, dass es sich um eine komplett überparteiliche Demonstration handelt. „Falls Menschen aus anderen Gruppierungen teilnehmen, können wir nichts dagegen tun“, ergänzte er nicht für eine Partei zu stehen.

Konkurrenzveranstaltungen überall

„Wir organisierten die spontane Aktion, um gegen das zunehmende rechtsextreme und menschenfeindliche Gedankengut und den Verfall der Werte unsere Stimme zu erheben“, ergänzte Dominik Stephan.

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 Hannah Griessinger (rechts) gibt nach der Demo gerne zu Fragen Auskunft.

Hannah Griessinger (rechts) gibt nach der Demo gerne zu Fragen Auskunft.

Rainer Bombardi

In diesem Vorgehen sah sich Hannah Griessinger am Latschariplatz beim Blick auf mehr als 120 Menschen bestätigt. Sie waren gekommen, um solidarisch mit ihnen die Menschen vor der Gefahr des zunehmenden Rechtsextremismus' wachzurütteln. Es wären voraussichtlich noch mehr gewesen, wenn in Stuttgart, Freiburg und weiteren Großstädten nicht gleichzeitig Demonstrationen gegen den geplanten Sozialabbau stattgefunden hätten.

Wofür sie die Stimme erheben

In ihrer Kundgebung appellierten die Organisatoren, Flagge zu zeigen, um dem rechtsextremen Gedankengut Paroli zu bieten. Dieses umso stärker, da der Zuspruch zur AfD längst kein ostdeutsches Phänomen mehr darstellt, sondern inzwischen auch in VS mit einem Stimmenanteil von bisweilen etwa 25 Prozent präsent ist.

Stephan sah vielfältige Gründe als ausschlaggebend dafür. Doch er warnte davor, dass Hass und das menschenfeindliche Bild, welches die Partei verbreitet, als Meinung anerkannt werden. „Wir müssen die Fake-News und das angebliche Einstehen der AfD für die deutschen Werte, auch wenn es nicht immer einfach ist, aufdecken“, forderte Stephan auf.

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Als bedenklich stufte er die Haltung von den Wählern ein, welche die AfD im Wissen wählen, dass sie bundesweit vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft wird.

Appell: Reden hilft

Zudem forderten die Organisatoren die Gespräche auf der Arbeit, im Fitnessstudio oder auf Wochenmärkten dafür zu nutzen, auf die Gefahren, die von der von rechts geplanten Remigration, oder dem Abbau von Kultur ausgehen, aufmerksam zu machen. „Wir müssen reden, Präsenz zeigen und deutlich machen, dass wir uns für den Erhalt der demokratischen Werte einsetzen“, motivierte Griessinger die Anwesenden.

Störungen von rechts, wie vor der Demo anhand der hasserfüllten Facebook‑Kommentare befürchtet, gab es keine. Von der Polizei waren sechs Einsatzkräfte vor Ort. Die Resonanz des Publikums auf die Demo war groß, ebenso die Nachfrage hinsichtlich einer zweiten Demo dieser Art riesig. „Deshalb planen wir im Austausch mit ‚VS ist bunt‘ voraussichtlich am 21. November 2026 eine weitere Demo ‚Nie wieder ist jetzt!'“, informierte Stephan.