„Das Städtle muss voll werden“: Was fehlt VS? Die neue Citymanagerin hat darauf eine klare Antwort

Bilden ein gut aufeinander abgestimmtes Team bei der WIR VS: die Citymanagerinnen Mara Gaubusseau (Mitte) und Simone Mader zusammen mit ihrem Teamleiter und gleichzeitigem Wirtschaftsförderer der Stadt VS, Thomas Herr.
Mareike Kratt- VS hat ein neues Citymanagement: Mara Gaubusseau leitet seit April in Vollzeit, Simone Mader ist zu 50 Prozent dabei.
- Ziel ist mehr Frequenz und Aufenthaltsqualität in den Innenstädten, besonders für junge Menschen.
- Geplant sind kleine Events wie Flohmärkte, Workshops und eine Schnitzeljagd; Netzwerkarbeit bleibt zentral.
- In Villingen soll Abendtreffpunkt entstehen – Sperrzeiten bei Außenbewirtung könnten jedoch Probleme machen.
- In Schwenningen fehlt attraktiver Einzelhandel in der Fußgängerzone, hohe Pachten bremsen Interessenten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Erlebt man Mara Gaubusseau und Simone Mader zusammen an ihrer gemeinsamen Arbeitsstelle bei der Wirtschaft, Tourismus und Räume der Stadt VS (WIR VS) in der Schwenninger Winkelstraße, dann merkt man sofort: Das passt, das harmoniert!
Beide Frauen bilden das neue Führungsduo des VS-Citymanagements: Während Simone Mader seit Herbst 2024 mit einer 50-Prozent-Stelle dabei ist, ist Mara Gaubusseau mit ihrer Vollzeitstelle im April in die Fußstapfen von Thomas Herr getreten. Herr ist seit Herbst 2025 neuer Wirtschaftsförderer, außerdem stemmt er derzeit zusammen mit Tobias Herrmann interimsmäßig die Geschäftsführung der WIR VS.
60 Bewerber um die Stelle des Citymanagements
Aus einem großen Bewerberfeld von 60 Personen konnte sich die in Villingen Aufgewachsene Anfang des Jahres behaupten. Was ihr dabei zugute gekommen ist: vier Jahre Erfahrung im Einzelhandel beziehungsweise der daraus resultierende Einzelhandelsfachwirt sowie neun Jahre Erfahrung in der Gastronomie – und vor allem die Tatsache, dass sie überall hin gut vernetzt ist.
Womit sie im Vorstellungsgespräch aber besonders überzeugen konnte: „Sie hat verstanden, um was es beim Citymanagement geht“, erklärt Thomas Herr. Nämlich: „Frequenz und Aufenthaltsqualität in die Innenstadt zu bringen – sowohl für Jung als auch für Alt.“
Neue Citymanagerin setzt auf die Nachwuchsgeneration
„Aus vielen Gesprächen weiß ich, woran es vor allem jungen Menschen fehlt“, ergänzt Mara Gaubusseau, die in Brigachtal lebt. Ihr Ziel? „Die Nachwuchsgeneration sowie junge Familien in der Stadt zu halten sowie Erlebnisse und Anlässe zu schaffen, um mehr Bürger anzulocken – und gleichzeitig auch Gastronomie und Handel stärken zu können.“
Auf beide Stadtbezirke heruntergebrochen bedeutet dies: kleine Events schaffen, Flohmärkte, Workshops, aus denen sich wiederum Projekte entwickeln können, oder auch eine Schnitzeljagd durch die Innenstadt veranstalten.
Probleme durch Sperrzeitenregelung sind vorprogrammiert
Den Stadtbezirk Villingen möchte die neue Citymanagerin dabei als Ort stärken, an dem sich vor allem die junge Generation – auch mit Blick auf die hiesigen Studenten – gerne trifft, besonders am Abend. Die – teils uneinheitliche – Sperrzeitenregelung, auch besonders bei der Außenbewirtung (22 Uhr), könne da zum großen Problem werden, befürchtet Wirtschaftsförderer Thomas Herr. Denn er weiß: „Ein Wirtschaftsstandort wie VS wird nur überleben, wenn auch die Jugend da ist.“
Während sich im Stadtbezirk Schwenningen in den vergangenen Jahren in Sachen Gastronomie einiges Positive getan hat, findet Mara Gaubusseau, fehle es besonders in der Fußgängerzone an attraktiven Einzelhändlern. „Das Städtle muss voll werden, sowohl mit Angeboten für die breite Masse als auch mit Einzigartigem."
Hier ist mehr Fingerspitzengefühl gefordert
Und dabei mangele es bei Weitem nicht an der Infrastruktur – und auch nicht an potenziellen Mietern, meint derweil Thomas Herr. „Der Standort ist nicht unattraktiv und die Rahmenbedingungen sind eigentlich gut.“ Doch die „Player“, also unter anderem die Hauseigentümer, müssten mehr Fingerspitzengefühl beweisen. „Es gibt immer wieder Interessenten, die gerne etwas machen würden, für die die Pachten aber zu hoch sind.“
Nach rund vier Monaten ist Mara Gaubusseau angekommen in ihrer neuen Arbeitswelt, kennt Strukturen und Menschen schon gut. Für sie und Simone Mader geht es neben den gewohnten Tätigkeiten, etwa der Organisation von Hiddelis- und Arbeitgebergutschein, in den kommenden Wochen und Monaten auch um den Wirtschaftsplan der WIR VS.
Gibt's Stadtstrand, Abendflair & Co im nächsten Jahr wieder?
Dieser muss im Herbst fertig werden und beinhaltet unter anderem jegliche – inzwischen etablierte – WIR-Veranstaltungen und deren konkrete Ausgestaltung für das kommende Jahr, etwa den Stadtstrand in Schwenningen oder das Abendflair in Schwenningen. Alles Events und Projekte, so Citymanagerin Simone Mader, die sich seit ihrer Premiere als Erfolg für die Innenstädte entpuppt hätten und daher vonseiten des Citymanagements fest verankert seien, die aber vom Haushalt beziehungsweise der Entscheidung der politischen Gremien abhängig sind.
Nicht zu unterschätzen für die beiden Citymanagerinnen ist die Netzwerkarbeit, also das Aktivieren, Strukturieren und Koordinieren der Zusammenarbeit zwischen jeglichen Akteuren der Innenstadt aus Handel, Gastronomie oder auch Ehrenamt.
An Motivation und Engagement mangelt's hier nicht
Projekte und Aktionen, wie etwa jüngst das Stadtfest Art in Town, das die WIR mitveranstaltet hat und das erstaunlich viele unterschiedliche Teilnehmer zusammengebracht hat, seien nicht einfach zu organisieren, sagt Simone Mader. Inzwischen gebe es aber vor allem in Schwenningen viele motivierte und engagierte Menschen, egal ob Privatleute oder Workshopgruppen, mit denen zusammen eine Belebung der Innenstadt möglich sei.

