Das letzte Wort vor der Wahl
: So schlagen sich Roth und Regina im letzten Duell vor der OB-Wahl in VS

Amtsinhaber Jürgen Roth setzt auf Erfahrung und Kontakte, Herausforderer Regina auf Lernfähigkeit und Ehrlichkeit. Das finale Treffen der beiden OB-Kandidaten im Überblick.
Von
Cornelia Spitz
Villingen-Schwenningen
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Der Countdown zur OB-Wahl in VS läuft. Ein letztes Mal stehen sich die beiden Kandidaten auf einer Bühne gegenüber. Und sie präsentieren sich anders als noch zu Beginn des Wahlkampfs.

Der Countdown zur OB-Wahl in VS läuft. Ein letztes Mal stehen sich die beiden Kandidaten auf einer Bühne gegenüber. Und sie präsentieren sich anders als noch zu Beginn des Wahlkampfs.

Cornelia Spitz
  • Letztes Duell vor der OB-Wahl in Villingen-Schwenningen mit Roth und Nicolò Regina.
  • Roth setzt auf Erfahrung und Kontakte, Regina auf Lernfähigkeit, Zuhören und Ehrlichkeit.
  • Thema Sicherheit: Roth bewirbt Kameraüberwachung an neuralgischen Punkten – Täter sollen gefasst werden.
  • Großprojekte: Roth will Prioritäten setzen und nicht alles gleichzeitig, Regina will Fördergelder prüfen.
  • Fragen aus dem Publikum: Führungserfahrung Reginas, Roths Amtsdauer und das Zentralbad für 55 Millionen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Letzter Showdown für die OB-Kandidaten Jürgen Roth und Nicolò Regina: Mit der offiziellen Bewerbervorstellung der Stadtverwaltung in der Sportschule der Polizeihochschule in Schwenningen standen beide zum letzten öffentlichen Schlagabtausch gemeinsam auf der Bühne.

Nur rund 50 Zuhörer im Saal, 1230 Klicks auf den Livestream bei maximal 226 Usern zeitgleich in der Spitze – viele Argumente sind ausgetauscht. Und doch war an diesem Abend sichtbar: Etwas hat sich verändert.

Der Amtsinhaber Roth noch pointierter, ein wenig bissiger, die letzten vielleicht noch nicht oder nicht ausreichend dargelegten Argumente bewusst platziert. Der Herausforderer Nicolò Regina deutlich versierter als in den vorangegangenen Diskussionsrunden, wenngleich er wieder ganz ehrlich gestand: Die Erfahrung, mit der sein Konkurrent aufwarten kann, fehle ihm naturgemäß.

Beide nutzen ihre Zeit

„Aber ich werde zuhören“, er werde lernen, sich in jedes Thema einarbeiten und er scheue sich weder davor, Entscheidungen zu treffen, noch für sie Verantwortung zu tragen. „Ich verspreche hier keine Wunder, ich verspreche auch nicht, dass ich jeden Wunsch erfülle, das wäre unehrlich“, so Regina in seiner Vorstellungsrunde, in der er merklich tiefer einstieg, als etwa beim ersten OB-Duell auf der Bühne des Schwarzwälder Boten und der Neckarhalle.

Ich verspreche hier keine Wunder
Nicolò Regina
OB-Kandidat

So erwähnte er dieses Mal ein Bemühen um Fördergelder für Großprojekte und vertiefte zumindest rudimentär seine Ausführungen zu möglichen Folgekosten von Projekten. Er kandidiere, „nicht, weil ich gegen Jürgen Roth antrete, ich kandidiere für Villingen-Schwenningen“.

Jürgen Roth gab in seinen zehn Minuten noch einmal alles. Dieses Zeitfenster blieb bei der Kandidatenvorstellung jedem Bewerber zur eigenen Präsentation. Und Roth nutzte sie, indem er insbesondere genau die Themen in den Fokus rückte, die der Herausforderer Regina am stärksten besetzte. Das Thema Sicherheit beispielweise – so lenkte der OB den Fokus auf seine Bemühungen um Kameraüberwachungen an neuralgischen Punkten, „damit wir die Täter fassen“. Und auch auf die vielfach geäußerte Skepsis der Wähler, ob die geplanten Großprojekte überhaupt zu schultern sein würden, reagierte der OB-Kandidat offensiv: „Nur wer Geld hat, bleibt handlungsfähig“, meinte er, deshalb werde man auch „nicht alle Projekte gleichzeitig“ realisieren.

Die Zeit war abgelaufen, in der Pause konnten die Besucher ihre Fragen an die Kandidaten auf zuvor ausgelegten Kärtchen notieren und in die bereitgestellte Box werfen. Spärlich wurde davon Gebrauch gemacht. Für zehn Fragen pro Kandidat reichte es dann aber doch.

Was die Bürger wissen wollen

Dabei wurde klar, wo die Wähler der Schuh drückt: Von Roth forderte einer beispielsweise, für Schwenningen stärker tätig zu werden – sinngemäß antwortete Roth nebst der Aufzählung des in Schwenningen Geleisteten, darunter das neue MVZ, man werde dort ansetzen und tätig, wo es nötig sei, in ganz Villingen-Schwenningen.

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Von Regina wollte man wissen, wie er als Neuling im Metier eine so große Stadt verantwortungsvoll führen wolle – er betonte, das Spezialwissen der Fachleute nutzen und sich mit Gemeinderat, Ortsverwaltungen und Mitarbeitern austauschen und möglichst tief einarbeiten zu wollen, „so wie ich es bisher immer gemacht habe“. Ob Roth, wenn er gewählt werde, auch wirklich acht Jahre im Amt bleibe? „Ja, soweit mein Arzt nichts anderes sagt, oder etwas anderes Gottes Wille sei, „bleibe ich im Amt.“ Und ja, so Roth zum x-ten Mal, er halte das Zentralbad trotz angespannter Finanzlage für leistbar und wolle das für die angepeilten 55 Millionen Euro umsetzen – außerdem stelle sich immer die Frage: „Wenn nicht, was kommt denn dann?“ Denn handeln, so Roth, müsse man ohnehin.

Zwei letzte Minuten

Im munteren Wechsel standen beide Rede und Antwort, ehe sie in ihren jeweils letzten zwei Minuten für sich werben durften. „Ich trete an, weil ich bereit bin, Verantwortung zu übernehmen und Erfahrung aus der Praxis einzubringen“, betonte Regina. An diesen richtete Roth überraschend das Wort in seinem Schluss-Plädoyer: „Ich danke Ihnen für Ihren Einsatz für die Stadt“, so Roth zu Regina. Und an die Wähler gewandt: Sie hätten nun nicht nur die Wahl zwischen zwei Zielbildern, sondern auch dazu, „wer diese Ziele erreicht“ – wer habe denn beispielsweise schon einmal bewiesen, dass er in einer Krise besonnen handele, und wer habe die Kontakte nach Stuttgart? „Wen Sie wählen, entscheiden Sie. Dass Sie wählen, wünsche ich mir von Herzen.“

OB-Wahl in Villingen-Schwenningen

Am Sonntag, 4. Oktober 2026, ist Oberbürgermeisterwahl in Villingen-Schwenningen – Kandidaten, Termine und Hintergründe zur Wahl.

Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters:

Die wichtigsten Termine auf einen Blick:

  • 24. September: Öffentliche Bewerbervorstellung, um 19 Uhr in der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg, Sturmbühlstraße 250
  • 4. Oktober: Oberbürgermeisterwahl
  • 18. Oktober: mögliche Stichwahl

Hintergründe rund um die OB-Wahl: