Betreutes Wohnen in Kappel?
: Studentinnen befragen Bürger zum Wohnen im Alter

Wie dringend ist betreutes Wohnen in Kappel? Die Hochschule Furtwangen prüft den Bedarf, nachdem Eschachpark ausgelastet ist und Schabenhausen scheiterte. Ergebnisse sollen Anfang kommenden Jahres vorliegen.
Von
Albert Bantle
Niedereschach-Kappel
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Ortsvorsteher Daniel Ruf (von links), Luna Güntert, Nathalie Heina und Emely Maiwald vom Projektteam der Fachhochschule stellen erstmalig ihr Projekt vor.

Albert Bantle
  • Hochschule Furtwangen prüft Bedarf für Wohnen im Alter in Kappel – Befragung läuft.
  • Anlass ist ausgelasteter Eschachpark und gescheiterte Variante in Schabenhausen.
  • Fünf Studentinnen befragen Bürger zu betreutem Wohnen, Barrierefreiheit und Alltagshilfen.
  • Ziel ist, älteren Menschen ein Leben im Ort mit gesicherter Grundversorgung zu ermöglichen.
  • Abschlussbericht soll Anfang kommenden Jahres in Orts- und Gemeinderat vorgestellt werden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das von der FH Furtwangen erstellte Poster zeigt ein älteres Ehepaar auf einer Bank mit Sicht auf ein beschauliches Dorf in idyllisch ländlicher Kulisse sitzend, und sichtlich mit sich und der Welt zufrieden.

Wer wollte in fortgeschrittenem Alter nicht so leben und dazu auch noch in ihrer Wohnung rundum betreut versorgt mit Schwerpunkt Unterstützung im Alter, mit sozialen Kontakten und einer Grundversorgung rund um die Uhr?

Das alles könnte im Niedereschacher Ortsteil Kappel in naher Zukunft Realität werden, denn Kappels Ortsvorsteher Daniel Ruf hat eine Idee, die bereits im Jahr 2020 beinahe in Schabenhausen umgesetzt worden wäre, neu aufgegriffen.

Damals hatte sich unter dem Motto „Älter werden in sorgenden Dörfern“ ein mit Bürgern aus allen Ortsteilen besetztes Team rund um Joachim Bucher und Bürgermeister Martin Ragg intensiv mit einem Konzept beschäftigt, wie man im Ort eine verbesserte Seniorenbetreuung und mehr Lebensqualität für alle schaffen könnte und dabei intensiv über eine neue Nutzung der Musikkneipe „Krone“ in Schabenhausen nachgedacht.

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Professionelle Unterstützung ins Haus geholt

Daniel Ruf hat sich nun für eine Neuauflage und mögliche Umsetzung dieser Idee professionelle Unterstützung ins Haus geholt. Im Rahmen ihres Studienprojekts an der Hochschule Furtwangen führen aktuell fünf Studentinnen der Fachrichtung „Angewandte Gesundheitswissenschaften“ eine Befragung zum Thema Wohnen im Alter in Kappel durch.

Ziel sei es, herauszufinden, ob und welche Wohn- und Unterstützungsangebote in Kappel perspektivisch gebraucht werden. Dabei gehe es unter anderem um betreutes Wohnen, barrierefreie Wohnungen, Unterstützung im Alltag, Mobilität, Pflege, soziale Kontakte und die Versorgung älterer Menschen, so stellen Luna Güntert, Nathalie Heina und Emely Maiwald vom Projektteam der Fachhochschule zusammen mit Daniel Ruf im Rahmen eines Treffens in der Kappeler Stellfalle ihr Projekt erstmals der Presse und der Öffentlichkeit vor.

Bezugnehmend auf die bereits vor sechs Jahren in Schabenhausen durchgeführte Befragung gehe es auch aktuell darum, wie im Ort eine verbesserte Seniorenbetreuung mehr Lebensqualität für alle schaffen kann, betont Daniel Ruf.

Damit soll erreicht werden, dass ältere und hochbetagte Menschen in ihrem Heimatort, in ihrer Wohnung und der gewohnten Umgebung bleiben können bei gesicherter Grundversorgung der Bevölkerung mit den Dingen des täglichen Bedarfs, lokal gesichert und für alle erreichbar gemacht.

Bedarf ermitteln

Um dies umsetzen zu können, sei es erst einmal notwendig, den Bedarf an betreutem Wohnen zu ermitteln. Zumal er, so Ruf, immer wieder angesprochen worden sei, wie es denn in Kappel mit Möglichkeiten des betreuten Wohnens aussehe, nachdem die Einrichtung im Eschachpark im Kernort Niedereschach ja ziemlich ausgelastet sei und bereits Wartelisten bestehen und auch die Variante in Schabenhausen nicht umgesetzt worden sei.

Qualitative Interviews mit Experten von Organisationen wie Caritas, VDK, den Pflegeeinrichtungen im Eschachpark, Bürgermeister und Altbürgermeister seien bereits durchgeführt worden, so ergänzt Luna Güntert. Die Daten würden momentan ausgewertet. Momentan folge nun die quantitative Befragung der Bürger.

Befragung startet

Wichtig für die genaue Ermittlung des Bedarfs sei auch, dass möglichst viele Bürger, nicht nur aus Kappel, sondern alle Bürger der Gesamtgemeinde ab 18 Jahren an der Befragung teilnehmen können, die noch bis zum 15. Oktober läuft, damit das Projektteam eine abgeschlossene Bedarfsanalyse mit Abschlussbericht vorlegen kann.

Der soll dann, wahrscheinlich Anfang des kommenden Jahres, dem Ortschafts- und Gemeinderat vorgestellt werden. Damit könnten dann, sollte ein Bedarf nach der Umfrage vorhanden sein, die weiteren Schritte wie in Angriff genommen werden: Wie kann so ein Projekt überhaupt umgesetzt werden, welcher Standort in welcher Größe könnte infrage kommen?

Teilnahme

Die Teilnahme an der Befragung ist freiwillig und anonym. Alle Bürger der Gesamtgemeinde können teilnehmen. Die Ergebnisse werden ausschließlich im Rahmen des Studienprojekts ausgewertet und nur zusammengefasst dargestellt. Das Ausfüllen des Fragebogens dauert etwa zehn bis 15 Minuten. Die Fragebögen liegen im Rathaus in Niedereschach aus, können aber auch digital abgerufen werden unter https://ext.mensch-technik-teilhabe.de/limesurvey/index.php/421176.